Die H0-E-Lok
Die H0-E-Lok

Soweit wie möglich wird die elektrische Nutzbremse mit Energierückgewinnung und Einspeisung in die Fahrleitung eingesetzt. Nur bei zusätzlichem Bremskraftbedarf sowie beim Anhalten des Zuges wird auf die mechanische Bremse zurückgegriffen. (ICE2 – Hochgeschwindigkeitszüge)

Das Bundeswirtschaftsministerium tüftelt zur Zeit an einer Reformation des EEG und einer Änderung weiterer Vorschriften des Energiewirtschaftsrechts. Business-Pläne sollen der letzten Jahre sollen durchkreuzt, gekillt und resettet werden.

Eine Änderung liegt schon lange auf dem Tisch: Eigenverbrauch soll in Zukunft unter Geldstrafe gestellt werden. Der Bäcker, der seine eigenen Brötchen isst, muss dafür zahlen. Das trifft vor allem die Sonnenbäcker (auch genannt Schwarzbrenner). Es trifft aber noch weitere Gruppen – oder doch nicht?

Als der Erzengel zuerst zu uns sprach, war noch vieles Unklar. Im Januar hätten auch KWK-Anlagen eine Abgabe für den Strom zahlen müssen, der für den Betrieb dieser Anlagen notwendig ist (s.h. Beitrag zum Energi-Soli). Auch betroffen waren damals die großen fossilen Kraftwerke selbst, die bis zu einem Fünftel ihrer erzeugten Strommenge an Ort und Stelle für den Betrieb von Pumpen/Kühlung benötigen. Der sogenannte Kraftwerkseigenverbrauch wurde definiert und findet sich ab ca. Anfang Februar in den Entwürfen des Ministeriums.

Teuer hätte dies die Industriekraftwerke gemacht. Hier wird Strom – aber auch Dampf/Wärme – zur Nutzung innerhalb eines Betriebes erzeugt. Lediglich Überschüsse werden in das öffentliche Netz eingespeist. Da dieser Kraftwerkstypus schon sehr stark reguliert und fremdbestimmt ist, gab es im Januar 2014 die erste Verfassungsbeschwerde.

Das Rumgeeiere bei dem Versuch den selbst erzeugten Strom mit einer Abgabe/Umlage zu belegen wird allerdings immer spannender. Ziel ist es die Stromkunden zu entlasten – so zumindest die offizielle Lesart auch bei den Grünen. Es klingt absurd, wenn man das Beispiel des Bäckers nimmt. Wird aber klarer, wenn man sich die Definition von Schwartbrennerei ansieht. Der Alkohol-Erzeuger muss sein Erzeugnis versteuern lassen, selbst wenn er ihn im Eigenverbrauch konsumiert. Beim Stromnetz wird dies mit der Versorgungssicherheit gerechtfertigt, die der Selbstnutzer ja trotz Eigenverbrauch nutzt.

Am Beispiel einer modernen S-Bahn oder eines ICE-2 kann man allerdings erkennen, das Strom kein Schnaps ist. Ein Zug ist zur gleichen Zeit ein Verbraucher und Erzeuger von elektrischer Energie. Beschleunigt der Zug, so wird dem Stromnetz Energie entnommen. Dabei ist die Versorgungssicherheit, der Leitungsausbau und das Vorhandensein von genügend Kapazitäten von entscheidender Bedeutung. Bremst der Zug, so wird ein Teil der Bremsenergie zurück gewonnen und in das Bahnstromnetz eingespeist. Die Deutsche Bahn ist mit einer Vielzahl von Zügen wohl der größte (nach Strommenge) Eigenstromkonsument. Im S-Bahn Umfeld werden Zahlen über 50% gehandelt, die rückgewonnen werden können. Man stelle sich einfach vor, wenn auf diese Energie zukünftig eine Umlage anfallen würde.

Dank Metropolsolar (via Klimaretter.info) ist die Fassung vom 10.02.2014 nun im Netz aufgetaucht. Für die Reform des §32 erfährt man dort nun eine ganz neue Formulierung:

Der Eigenverbrauch von Photovoltaikanlagen mit einer installierten Leistung von mehr als 10 kW wird mit der EEG-Umlage belastet.

Clever! Endlich mal nicht halbgedacht! Anstelle mühsam sich mit einem Krieg von Ausnahmen und Lobby-Einflüssen rumärgern zu müssen, beschränkt man die Eigenverbrauch EEG-Umlage rein auf Photovoltaikanlagen. Klein-Wind, Mini-BHKW und ähnliche Anlagen sind damit nicht mehr Opfer. Auch nicht der Stahlkonzern, der kurzerhand ein Kraftwerk vom Versorger pachtet, und so ohne EEG-Umlage Strom bezieht.

Die Täter verlangen Gerechtigkeit, die Opfer aber müssen sich mit dem Recht begnügen.(Erhard Blanck)

Es ist interessant, wie in die einzelnen Gruppen in der Energiewirtschaft in den Medien zur Zeit diesem Zitat folgen. Täter sprechen von Gerechtigkeit – Opfer von Recht…

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