“Wir haben uns bei den Erneuerbaren darauf geeinigt, vorrangig auf Windkraft zu setzen, mit Windparks in Nord- und Ostsee und enormem Zubau im Binnenland.“ (Peter Altmaier, im Juni 2012)

Der Ausbau der Windkraft in Deutschland hat man wieder einen Richtungswechsel hinter sich. Die „Sigmar Drossel“ hatte am Anfang der Woche Artenschutz beantragt. Lediglich 2.500 Megawatt sollen im Rahmen eines Korridors pro Jahr neu ans Netz gehen. Wieso eigentlich nicht 5.000 Megawatt/Jahr oder 1.000 Megawatt?

Wo stehen wir heute? Am 22.01.2014 wurden nach Angaben der Übertragungsnetzbetreiber in Deutschland 57.026 MWh Strom aus Windkraft erzeugt. Geht man von 2.000 Volllaststunden bei Windkraft aus, so war hierfür eine installierte Leistung von 249.773 Megawatt notwendig. Oder etwa das Ergebnis von 100 Sigmar-Drossel-Jahren. Ok, so einfach kann man sich die Rechnung nicht machen… aber…

„Windkraft als wichtigste Energiequelle“ – berichtet das Manager-Magazin in der vergangenen Woche. Nicht in Deutschland, sondern in Spanien – Know-How, welches hier im Lande in den vergangenen Jahren aufgebaut wurde und die Marktreife hat – für eine 25% Versorgung, aber noch nicht mehr, denn bei 1/4 Windkraft im Strommix fängt es an, dass man sich etwas mehr Gedanken zur Marktintegration machen muss.

Senvion:

Das S steht für „Sustainability“, also die Nachhaltigkeit des Produktes, EN für „Energie“, VI für „Vision“ und ON als das englische Wort „on“ für angeschaltet.

Der neue Namen des Ausrüster für Windkraftanlagen (ehemals REpower Systemes) beschreibt eigentlich sehr gut, worauf es jetzt bei dem weiteren Ausbau der Windkraft ankommt. Nachhaltigkeit, durch nachhaltig sinkenden Einsatz von fossilen Brennstoffen zur Stromerzeugung. Das Ganze verknüpft mit der Vision, einer 100% zuverlässigen Versorgung aus Erneuerbaren Energiequellen. Wind – abgesichert durch Wasser, und Gas. Überschüsse bewusst hergestellt, um Power-To-Gas Infrastruktur schnell in die Gewinnzone zu bringen.

Vergangen sind die Tage, bei denen man lediglich für den sofortigen Verbrauch, Windkraft ausbauen konnte. Pro Konsum sozusagen. Ich habe keine Ahnung, was sich hinter dem Namen Prokon tatsächlich verbirgt, aber das Unternehmen hat nach Meldung der Zeit per Insolvenz den Gläubigerschutz beantragt. Es war ein Satz in der PDF-Antwort des Unternehmens, welches mich persönlich im Dezember 2012 zum Abstoßen aller meiner Anteile bewogen hatte:

Der von uns angebotene Strom wird von uns ganz normal an der Strombörse gekauft. Es handelt sich also um „Graustrom“ und bewusst nicht um Ökostrom.

Nachhaltigkeit bedeutet eben auch, dem eigenen Produkt zu vertrauen… – Schade, dass die Insolvenz nun vor allem kleinere Anleger abschrecken wird, in die Windenergie zu investieren. Damit wird der Profit den größeren Überlassen, die bislang noch auf dem Meer am Bauen sind.

Rund 30% Zuwachs hat die Windkraft Offshore in Deutschland, wie der IWR meldet. Mit dieser Zahl werden etwa 1.500 Megawatt in 2014 neu ans Netz gehen. Werden diese Anlagen nicht durch Onshore-Anlagen unterstützt, so ist durch die langen Transportwege schon jetzt ein Problem mit der Blindleistung und die Notwendigkeit zur Stützung durch fossile Kraftwerke absehbar. Koordinierter Zubau ist eigentlich ein synchroner Zubau…

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