Jetzt auf Pump! Die Geldverbrennung geht weiter…

Aus Bayern kommt nicht nur die Maut, die zu keinen Mehrkosten führt – also weniger als 25€/Jahr kosten wird, weil soviel zahle ich an KFZ-Steuer – sondern auch der neuste Kostenwälzungsvorschlag zur Stromerzeugung.

Ilse Aigner (CSU) will die Energiepolitik umkrempeln. Mit einem 72-Milliarden-Fonds will die bayerische Wirtschaftsministerin den Ökostrom-Ausbau zwischenfinanzieren und Verbraucher entlasten. Ihr Vorschlag stößt nicht bei allen auf Begeisterung. (Süddeutsche Zeitung)

Eigentlich ist die EEG-Umlage nichts anderes als die Finanzierung einer Investition auf die kommenden zwanzig Jahre gewesen. Durch etliche Reformen der vergangenen 2 Bundesregierungen wurde diese immer weiter zweckentfremdet und ist heute nicht mehr als Investitionsförderung für den Ausbau der Stromerzeugung aus Sonne und Wind erkennbar.

Ist der bayerische Vorstoß in Wirklichkeit ein Eingeständnis des Versagens der Energiepolitik der vergangenen Jahre? Wird der Verbraucher erneut instrumentalisiert, um als Sündenbock für Fehlentwicklungen zur Kasse gebeten zu werden?

Aus Sicht der Verbraucher sieht der Vorschlag zunächst positiv aus. Anstelle jetzt zu zahlen werden die Kosten auf die kommenden Jahre verteilt. Dies führt zu einer kurzfristigen Entlastung, wenn der Rückgang auch tatsächlich weitergegeben wird. Aus Veränderungen bei der Mehrwertsteuer oder anderen Nebenkosten ist allerdings bekannt, dass nur selten ein Zusammenhang zwischen den Preisbestandteilen und dem, was man zahlen muss existiert. Sehr schön kann man dies an den medial kaum beachteten Preissenkungen der Strompreise erkennen. Trotz gestiegener EEG-Umlage hatten einige Anbieter die Preise senken können, da die anderen Kostenbestandteile zurück gegangen sind.

Zunächst ist der Vorschlag von Ilse Aigner eine Rückbesinnung auf die EEG-Umlage, wie sie einmal war. Das Problem ist nur, dass die eigentlichen Herausforderungen nicht adressiert werden. Die heutigen Kosten der Stromwende sind vor allem fehlende Investitionen in den vergangenen Jahren in die Infrastruktur der thermischen/fossilen Kraftwerke. Ohne eine einschneidende Reform der bestehenden fossilen Stromerzeugung, wird es immer einen linearen Zusammenhang zwischen Geldverbrennung und Strompreis geben.

Es ist nicht neu, dass thermische Kraftwerke wenig flexibel sind. Ein nuklear/fossile Kraftwerke benötigen eine Planungssicherheit für die kommenden Tage/Wochen, um ein Abkühlen oder Anheizen rentabel gestalten zu können. Anstelle Abnehmer des so erzeugten Stroms zu sichern und auch zu binden werden Erzeugungsmengen dieser Anlagen auf den gleichen Märkten gehandelt, wie Strom aus Sonne und Wind. Rückfinanziert durch die aktuelle EEG-Umlage ein lohnendes Geschäft, befreit von Rentabilitätsdruck und Konkurrenz. Anreizfaktoren für eine Power-To-Heat, Power-To-Gas oder Modernisierung zu mehr Flexibilisierung werden nicht geschaffen.

Das Signal aus Bayern ist ein Chart-Technisches-Handlungssignal welches ohne Fundamentalanalyse auskommt.  Wenig Nachhaltig, mit einem Erfolg von maximal einer Legislaturperiode. Beim Derivathandel nennt man so etwas Scalping (schälen/abrasieren) – eine Theorie, die allein auf kurzfristige Gewinnmitnahme beschränkt ist.

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Ein Gedanke zu “Energiewende auf Pump nimmt Rentabilitätsdruck von thermischen Kraftwerken

  1. Ähem. Nun ja, konventionelle Anlagen sind flexibler als volatile Erneuerbare, diese produzieren ja quasi stochastisch. Ihre Logik bzgl. Geldverbrennung und Bedarf für neue Kraftwerke ist unverständlich bzw. total falsch. Wegen der Trägheit der Konventionellen können diese wettbewerbsfrei Geld verdienen? ist das Ihr Ernst? In der Tat verdienen die gerade im Überhang gebauten Kraftwerke überaupt kein Geld. Was hat das alles mit dem Fonds als Topic des Artikels zu tun? Rätzel über Rätzel.
    Und wieder Zeit vergeudet…

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