Fossil oder Erneuerbar - Wer macht das Rennen?
Fossil oder Erneuerbar – Wer macht das Rennen?

Investitionen zeigen ihre Wirkungen in der Zukunft. Subventionen sind staatliche Instrumente zum Setzen von Investitionsanreizen. Nach dieser vereinfachten Definition ist die EEG-Umlage tatsächlich eine Subvention. Doch wie rentabel ist sie?

Die Deutschen zahlten 4,5 Mrd. Euro mehr Subvention für Atom/Kohle als für die Erneuerbaren.

In den Jahren 1970 bis 2012 hatte die Stromgewinnung wurden die Zukunft der Stromerzeugung aus Kohle- und Atomstrom  zementiert. Insgesamt 611 Mrd. Euro wurde in diesem Zeitraum subventioniert (entspricht 14,5 Mrd Euro jedes Jahr). Wie die Zeitung für kommunale Wirtschaft mitteilt betrug die EEG-Förderung im Jahre 2013 rund 22,9 Mrd Euro – und summieren sich für den Zeitraum 2002 bis 2014 auf 120 Mrd Euro (entspricht 10,0 Mrd Euro jedes Jahr).

Ja aber…

Natürlich ist dieser Vergleich nicht fair, denn die Betriebskosten für 1 MWh Strom aus einem konventionellen Kraftwerk sind deutlich teurer als die Betriebskosten einer PV- oder Windanlage. Man kann das Produkt somit nicht vergleichen.

Ja aber – wir zahlen noch 20 Jahre für EE-Anlagen

Für alle EE-Anlagen mit einer Einspeisegarantie zahlt der inländische Letztverbraucher mit seiner Stromrechnung 20 Jahre nach dem Netzanschluss. So ist die Garantie, die hinter dem Investitionsanreiz EEG konzipiert wurde. Damit sind auch die Betriebskosten zu decken.

Die klassische Abschreibung eines herkömmlichen thermischen Kraftwerkes beträgt 30 Jahre. In dieser Zeit wird man auch die Rahmenbedingungen für den Betrieb so gestalten, dass es rentabel betrieben werden kann. Im Klartext bedeutet dies, dass der Strompreis so gesteuert/beeinflusst wird, dass er die Betriebskosten deckt.

Des weiteren ist der Peak bei den Zubaukosten bereits seit einigen Jahren überschritten, d.h. für die ersten Anlagen, die kurz nach der Jahrtausendwende gebaut wurden, läuft in 10 Jahren die Einspeisevergütung aus.

Ja aber – wir haben doch letztes Jahr soviel bezahlt

Richtig, im Jahre 2013 wurden fast 23 Mrd. über die EEG-Umlage gewälzt. Ein großer Teil dieser Kosten ging allerdings in den Aufbau eines Marktplatzes für den Stromhandel. Die Kosten für die Marktintegration von Kohle und Atomstrom wurden damals nicht ermittelt oder umgelegt.

Auch wenn die Inflationsrate im Moment niedrig ist. So sei an dieser Stelle bedacht, dass 23 Mrd. Euro im Jahre 2013 in etwa 14.5 Mrd. Euro im Jahre 1992 entsprechen. Exakt der Wert, der durchschnittlich in den Jahren 1970-2012 für fossile und nukleare Kraftwerke ausgegeben wurde.

Ja aber…

Genau, an dieser Stelle fehlt eine Aussage, die man nicht findet. In wie weit wird eigentlich Atomstrom oder Braunkohle in Deutschland noch immer subventioniert. Die Förderung der Braunkohle ist zumindest zum Teil schon einmal von der EEG-Umlage befreit…

Den Beitrag "4,5 Mrd. Euro pro Jahr weniger Subvention - Dank Energiewende. Ja aber... offline Lesen:

Ein Gedanke zu “4,5 Mrd. Euro pro Jahr weniger Subvention – Dank Energiewende. Ja aber…

  1. Danke für diesen Beitrag.

    Die Frage ob die EEG-Umlage eine
    Subvention ist, stellt sich für mich gar nicht. Denn Subventionen sind
    staatliche Mittel, die der Staat dierekt in unterstützungswürdige
    Projekte zur unterstützung der Wirtschaft gibt.

    Sind EE unterstützungswürdig?

    Ja,aber: Es sind keine staatlichen Gelder aus Staatshaushalt in
    Verwendung. Die EEG-Umlage wird von mir (der Bürgern selbst) direkt an
    die Übertragungsnetzbertreiber gezahlt, die das Geld wierderum, im
    idealfall…, direkt an die EE-Stromerzeuger ausschütten. der Staat hat
    hier keine Berührungspunkte.

    Und so, das betsätigte auch der EuGH irgendwann, ist die EEG-Umlage keine Subvention und auch keine Beihilfe. Das ganze ist quasi eine Bürgerfinanzierte Projektarbeit. Der Bund hat keine Verfügungsgewalt obwohl er dafür den Rechtsrahmen geschaffen hat.

    Somit ist nebenbei auch das ganze Beihilfeverfahren der Kommission obsolet und muss eingestellt werden….. Gegen eine einzelne Regelung in einem Gesetz kann man ohnehin nicht vorgehen, höchstens gegen das Gesetz an sich.

    Im Vergleich dazu sind die Kohle- und Atomförderungen sehrwohl Subventionen , da komplett aus Staatshaushalt finanziert. Ich habe die Gesamtsumme gerade nicht greifbar, aber als Umlage umgerechnet käme diese auf, je nach dem wo man
    anfängt und aufhört, auf etwa mind. 12 ct/kWh bis hin zu 2,6 €….

    ZumThema Rentabilität der EE: aus einer Antwort der Bundesregierung auf
    eine kleine Anfrage im Bundestag (18/242 und 18/165) geht hervor, dass
    2013 zwar 20,4 Mrd. € EEG-Umlage gezahlt wurden, aber nur etwa
    132.400.000 MWh eingespeist wurden. Durch den niedriegen Börsenstrompreis der durchschnittlich am Spotmarkt bei 3,6 ct/kWh lag stellt der eingespeiste Strom nur einen Gegenwert von 4,7 Mrd € dar.

    Das können wir noch besser machen….

    Andreas Raetsch
    http://www.energieblog-niedersachsen.de

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