Oder wenn: Wenn die Tochter von der Mutter eine Studie bestellt… 

Die Diskussion um den Strompreis und dessen Entwicklung nimmt manchmal wirklich groteske Züge an. Fakt ist, dass sich der Letztverbraucherpreis bereits in diesem Jahr bei vielen Versorgern stabil oder nach unten bewegt hat. Gründe sind vor allem  die immer stärker werdenden „Erneuerbaren“, denn Sonne und Wind stellen eben keine Rechnung.

Eine Tochter hat bei der Mutter eine Studie bestellt, deren Ergebnis die Empfängerin kaum überrascht haben dürfte. Die Tochter, die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM), wollte von der Mutter, dem von den deutschen Arbeitgeberverbänden finanzierten Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW), wissen, wie sich der Strompreis in den nächsten Jahren entwickeln wird. (Quelle: Solarify)

Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft … INSM … da war doch was?

„Die neue Bundesregierung hat eine große Aufgabe. Kleinteilige Änderungen an der Förderung reichen nicht aus, um die Energiewende effizient zu gestalten“, so Studienleiter und Energieexperte des IW Köln, Dr. Hubertus Bardt. „Ein großer Wurf für mehr Wettbewerb ist nötig, um wettbewerbsfähige Strompreise zu sichern.“  (Pressemitteillung der INSM)

Vordenker und Think Tank will das INSM sein, möglichst eine Prim-Zahl als Prozentwert sorgt für die notwendige Objektivität bereits im Aufmacher. 13% nach oben. Wieso? Selbst wenn das EEG nicht verändert wird, ist das Peak-Förderung bereits im Jahre 2012 überschritten gewesen. Bereinigt man die Umlagenzahlungen für 2014 um die Nachholeffekte, so ging es sogar leicht zurück. Der Zubau macht unter 0,2 Cent aus und könnte so noch einige Jahrzehnte weitergehen und dennoch unter dem Niveau der kalten Inflation liegen.

Neues Marktdesign muss her? Vielleicht, denn bereits heute wird 70%-80% der Windkraft nicht über eine Einspeisegarantie verkauft sondern per Direktvermarktung am Markt platziert. 

Verschweigen gehört zum Handwerk. Man nennt dies Relevanzgewichtete Inhalte für die Zielgruppe. 

Die Initiative kaufte Dialoge der ARD-Seifenoper Marienhof, in denen es um „Eigeninitiative von Arbeitslosen“ ging. (Die Zeit im Oktober 2011)

Man will kurz und Prägnant informieren. Verwechselt dabei aber gerne CAPEX und OPEX, wie man unlängst am EEG-Kostenrechner feststellen konnte.  Wer wissen will, wie die nuklear/fossile Geldverbrennung im Moment aussieht, der sollte sich diesen Rechner ansehen. Aus eingeweihten Kreisen wurde bekannt, dass der INSM für den EEG-Rechner etwa das 5-Tausenfache an Kosten verursacht hat. Zahlen die Sponsoren tatsächlich für das Denken, oder für Propaganda? 

INSM … ein Meisterwerk von arbeitgeberfinanzierter Tatsachenoptimierung. Optimieren wir den Begriff „Soziale Marktwirtschaft“. Schnell 5000€ Preisgeld ausgeschrieben und eine Jury bestimmt. Fertig ist ein Wettbewerb:

Angesichts des einschlägigen Hintergrundes der dubiosen Lobbygruppe INSM ist es abzusehen, in welche Richtung dieser Wettbewerb zielen soll und welche Beiträge die besten Aussichten auf die ersten Preise haben werden. (Der Freitag im März 2012).

Wenn Ideen bei einem ThinkTank nicht mehr reichen, dann muss Voodoo helfen.

 

Den Beitrag "Wird bei GZSZ bald die Energiewende diskutiert? offline Lesen:

2 Gedanken zu “Wird bei GZSZ bald die Energiewende diskutiert?

  1. Hallo Herr Zoerner,

    auch hier der unsagbar dumme Satz „denn Sonne und Wind stellen eben keine Rechnung“. Nee die nicht, aber im vorhergehenden Blockbeitrag von Frau Hofmann ist sehr schön beschrieben welche 6 Kostenblöcke eine dicke Rechnung schreiben und dazu kommt noch die für die EE kostenlose Nutzung der konventionellen Back-up-Kraftwerke damit bei „Dunkelflaute“ das Stromnetz nicht zusammenbricht.

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