Nachgefraft bei der Stromwende - EPubli - 12,99€
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Auch im Jahre 2013 hat blog.stromhaltig versucht etwas mehr Licht in den Umbau der deutschen Stromnetze mit mehr und mehr Erneuerbaren zu werfen. Leider gibt es ein paar Themen, bei denen dies zumindest nicht immer gelungen ist.

Bei den Top 5 Unklarheiten stellt sich die Frage, warum man darüber nicht spricht oder weitere Informationen findet. Wenn es hier unklar geblieben ist, dann liegt dies mit Sicherheit nicht daran, dass nicht bemüht wurde, diese Fragen zu beantworten.

Vielleicht hat einer der Leser einige Antworten….

Platz 5: Netzfrequenz und Stromhandel

Verlauf der Netzfrequenz 06.2011 bis 07.2013 - Visualisierung: Netzfrequenz.info
Verlauf der Netzfrequenz 06.2011 bis 07.2013 – Visualisierung: Netzfrequenz.info

Der Sollwert ist 50 Herz, um diesen Wert herum schwankt die Frequenz je nach Zu/Abschaltung der Verbraucher. Soweit ist die Sache auch normal und wird durch Prognosen und Regelenergie ständig überwacht und ausgeglichen. Interessant ist allerdings, dass der Handel an den Stundengrenzen deutliche Spuren in der realen Welt hat. Eigentlich sollte Handel keine physikalischen Auswirkungen haben.

Platz 4: Ausfall fossiler Kraftwerke

black_outJeden Tag fallen fossile Kraftwerke „ungeplant“ aus. Ein Vorgang, der sich in Fachkreisen „Ungeplante Nichtbeanspruchbarkeiten von Erzeugungseinheiten“ nennt (s.h. EEX). Da unter diesen Anlagen durchaus Großkraftwerke sind, stellt sich die Frage, wie sicher und verlässlich sind eigentlich die fossilen/nuklearen Kraftwerke in Deutschland?

Platz 3: Asynchroner Re-Dispatch

Unter einem Re-Disatch wird versteht man die Anforderung eines Übertragungsnetzbetreibers an ein Kraftwerk die Wirkleistung zu verändern. Dies wird durchgeführt, wenn eine bestimmte Leitungstrasse entlastet werden soll. Aus Sicht der Gesamt Wirkleistung, die auf dem Markt gehandelt wird, sollte die zeitgleiche Reduktion und Erhöhung in der Summe 0 ergeben. Jede Zeit anders als 0 stellt nicht nur einen Netzeingriff, sondern auch einen Markteingriff dar. Die Aufzeichnungen der ÜNBs zeigen jedoch deutliche Abweichungen von einer 0. Wieso? Und wie wird dies in den Markt/Börse eingepreist?

Platz 2: Export und Import von Strom

Leitungskapazität Stromfluss Deutschland 29.11.2013 zwischen 17:00 und 18:00 Uhr (Grafik: ENTSOe)
Leitungskapazität Stromfluss Deutschland 29.11.2013 zwischen 17:00 und 18:00 Uhr (Grafik: ENTSOe)

In Deutschland wird immer mehr Strom exportiert. Bereits heute haben wir Überkapazitäten, die vor allem durch die EEG-Umlage der Bundesbürger bezahlt worden sind. Die Frage ist, wie wird eigentlich verhindert, dass die EEG-Umlage exportiert wird? Eigentlich sollen die neu aufgebauten Kapazitäten dafür sorgen, dass andere Erzeugungsanlagen vom Markt verdrängt werden. Durch einen Export von Überkapazitäten würde dies verhindert. Verlieren nationale Gesetze in einem liberalen Europa ihre Wirkung, zum Schaden der Bürger?

Wie viel von dem, was wir täglich in den Nachrichten hören kann durch internationalen Handel verschleiert oder so komplex gestaltet werden, bis es nicht mehr verständlich ist?

Platz 1: Transparenz in der Strompreisdebatte

strompreis2014Jedes Jahr im Herbst werden die Strompreise des nächsten Jahres bekanntgegeben, nachdem es die Hochrechnung der EEG-Umlage gibt. Doch warum steigen diese eigentlich? An der EEG-Umlage kann es nicht liegen, denn die Einstandspreise sind an den Börsen deutlich stärker zurück gegangen, als die Umlage gestiegen ist. Gerne werden die Investitionskosten für den Ausbau der Erneuerbaren in das Rennen geworfen, dabei allerdings vollständig die Betriebskosten der fossilen Kraftwerke vergessen. Umlage vs. Subvention, Erneuerbare vs. Fossile, Kosten vs. Gewinn – die letzten Monate haben mehr zur Verwirrung als zur Aufklärung beigetragen.

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