Immer aktuell: Die Energieblogger
Immer aktuell: Die Energieblogger

… hatte eine Bekannte in meinem Facebook Profil geschrieben, nachdem ich eine Antwort der Pressereferentin des Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit eingestellt hatte. Es ist Wendezeit!

Rumägern, was für ein Stichwort! Eigentlich will ich mich nicht ärgern, und auch wünsche mir als Differenzierungsmerkmal von blog.stromhaltig zu mancher Leitmedien-Konkurrenz, Ewiggestrigern, und BezahltSkeptikern, dass es hier Gegenvorschläge gibt.

Die neue Regierung verändert das Spielfeld. Frei nach der Problemlösungsmethode von Willy Brandt: „To rearrange the scene“. 

Hatte bislang der Umweltminister die Aufgabe die Windräder zu umarmen  und das Wirtschaftsministerium musste Industrie Privilegien verteidigen, so liegt die Kompetenz nun gebündelt in einem Ministerium.

Aus der Isolationshaft der Energiewendekonflikte wird jetzt ein Boxring der Lobbygruppen mit dem Ringrichter Sigmar Gabriel als „Superminister„.

Die Absage zur Anfrage kommt höflich…

vielen Dank für Ihre Anfrage an Minister Peter Altmaier.

Da er nicht mehr für das Thema Energie zuständig ist, kann er Ihrer Anfrage, eine Frage für Ihren Blog zu beantworten, nicht nachkommen. Wir müssen Ihnen daher absagen.

Wir hoffen auf Ihr Verständnis!

Man kann es verstehen, die Anfrage war gezielt an Herrn Altmaier gestellt, von daher darf man sich auch nicht wundern, dass das man der zukünftigen Umweltministerin nicht ins Handwerk pfuschen will. Sie will mit Sicherheit eigene Akzente setzen. Das ungute Gefühl ist nur, dass irgendwie im Moment ein Vakuum auf Führungsebene entstanden ist. Es bleibt zu hoffen, dass Barbara Hendricks (SPD) dieses Vakuum schnell füllt. Mit oder ohne Energie, wie die TAZ anmerkt und weiter schreibt: „Umwelt ist Industrie ist Umwelt“.

Welche Erwartungen darf der Energiebürger vom Koalitionsvertrag und 4 Jahre CDU/CSU/SPD auf Bundesebene haben?

Die SPD war im Energieadvent eine Antwort schuldig geblieben. Zur Fairness sei gesagt, dass diese Antwort mittlerweile eingetroffen ist:

Das im Koalitionsvertrag erzielte Ergebnis ist eine Basis, auf der wir weiterarbeiten können. Der Koalitionsvertrag bestätigt den Atomausstieg und bekennt sich zu den Erneuerbaren als der zukünftig tragenden Säule der Energiewende. Und ich sehe durchaus die Chance, in den nächsten vier Jahren die Energiewende stärker voran zu bringen, als es uns heute möglich erscheint.

Es war ein hartes Ringen, unseren umfassenden Ansatz einer verantwortungsvollen Energiewende gegenüber der Union durchzusetzen. Wir konnten das EEG in seinen Grundzügen erhalten. Der Einspeisevorrang für die Erneuerbaren bleibt bestehen. Erneuerbare Energien und konventionelle Erzeugung werden in einem neuen Strommarkt integriert. Effiziente und flexible konventionelle Kraftwerke werden, so lange wie erforderlich, über einen Kapazitätsmechanismus die Erneuerbaren ergänzen. Unser Ziel ist die Reform des Strommarktsystems, wir wollen neue Regeln für einen Energiemarkt setzen, der auf eine Vollversorgung mit Erneuerbaren Energien zugeschnitten ist. Einige Ziele und Instrumente hätten sicherlich ambitionierter ausfallen können, wie etwa in den Bereichen Energieeffizienz und Onshore-Energie.

Hier mussten wir, nicht zuletzt angesichts des Wahlergebnisses, Kompromisse schließen. Mit Sigmar Gabriel haben wir nun jedoch einen Minister für Wirtschaft und Energie, der die Energiewende mit Leidenschaft und Fachverstand angehen wird.

(Dr. Castellucci, SPD)

Hört sich zumindest so an, als ob die 0,6% der Wahlberechtigten, die über für dieses Design der Energiewende der kommenden Jahre entschieden haben, zufrieden sein können.

Ja, der Konflikt zwischen Wind/PV-Strom und Nuklear/Fossil ist nun in einem Hause zusammengefasst, aber ein anderer Konflikt wurde jetzt auf zwei Ministerien verteilt, denn ein nicht zu unterschätzender Kostenfaktor von größeren EE-Parks sind die Gutachtenkosten. Kosten, die dem Umweltschutz zuzurechnen sind und auch wichtig sind. Durch die Trennung ist der Bau eines Kohlekraftwerks und eines Windparks nun gleich hoher Lobbyaufwand.

Den Eindruck, dass irgendwie doch alles egal ist, bekommt man bei einem aktuellen Fall des Sonnenflüsterers. Politik macht Gesetze…

Wohlgemerkt zehn Jahre nachdem das Gesetz seine Gültigkeit erlangt hat. Teilweise sind tausende von Masten noch nicht umgerüstet! In Hessen z.B. geht das Landesministerium von einer “fristgerechten Umsetzung” zwar aus, es liegen ihm aber keine Zahlen vor! In Rheinland Pfalz hat man anscheinend die Zahlen und stellt fest 30% der als “gefährlich” eingestuften Masten sind nach zehn Jahren nicht umgerüstet! Da es 58.000 Masten sind hat Rheinland Pfalz derzeit noch an 17.400 Todesfallen in Betrieb.

Jetzt muss ich die Netzbetreiber mal etwas in Schutz nehmen! Was sollen die noch alles machen? Schließlich sind diese mit der Errichtung der 1855 Kilometer „vordringlichen Bedarf“ an Stromleitungen nun wirklich genug ausgelastet. In 2014 wird dann auch die Intensität der Bauarbeiten zunehmen (vergl. NWZ-Online). Zudem gibt es nicht nur Strommasten mit Leitung, es werden auch Umspannwerke benötigt! Die Tennet plant gerade für das Steinkohlekraftwerk GDF Suez ein neues (vergl. Wilhelmshavener Zeitung). Was das kostet…

Eine Sache stimmt mich allerdings wirklich nachdenklich. Im Oktober hatte man noch die Chefs der DAX-EVUs zum Blackout-Warnen in die Bütt geschickt. Jetzt wird nur noch per ENTSOe Papier gewarnt, was zwar nicht unbedingt von den tatsächlichen Zahlen reflektiert wird, allerdings eine absolute Neuerung ist. Ohohoh…. entweder man braucht nicht mehr Bild, WamS und Klotze zur Kommunikation mit der Politik (Superminister bereits auf Kurzwahl?), oder die Interessen von deutlich weniger als 0,5% der Wahlberechtigten haben bereits jetzt genügend Anerkennung gefunden.

In den Verhandlungen um den Koalitionsvertrag leisteten Lobbyisten harte Überstunden. Die Organisation Lobbycontrol beschrieb diese undurchsichtigen Vorgänge kürzlich. Schätzungen gehen von 5000 Interessensvertretern in unserer Hauptstadt an der Spree aus. Wie der Spiegel berichtet sagte ein Lobbyist “Frau Kraft macht gerade meinen Job”, womit deutlich wird, dass in den Koalitionsverhandlungen die Interessen der fossilen Energieindustrie gut vertreten wurden. (Blog Sustainment)

Jetzt ist Sigmar Gabriel an der Reihe. Von einem ehemaligen Soldat auf Zeit bei einer Luftwaffenradareinheit ist zu erwarten, dass er weiß was Separation bedeutet. Mit der Leichtigkeit eines Gymnasiallehrers verpackt, gilt es keine Nachtwächterrolle bei der Erfüllung des Amtes einzunehmen, welches letztendlich unter dem Begriff Daseinsvorsorge zusammengefasst werden kann.

Es ist zu erwarten, dass der Unterschied zwischen CAPEX und OPEX bekannt ist. Das die Wissesnvermittler im Umfeld auch über die fossilen Wackel-Kraftwerke berichten. Der Markt auch seine Schattenseiten hat, von der die Monopolkommission nichts berichtete.

Den Beitrag "Jetzt "darfst" du dich mit Sichmar rumärgern... offline Lesen:

Ein Gedanke zu “Jetzt „darfst“ du dich mit Sichmar rumärgern…

  1. Netzbetreiber muß man nicht in Schutz nehmen. Die stehen nicht auf der Liste der aussterbenden Vögel! Dafür ist deren Rendite zu hoch!

    Aber die Verbindlichkeit von Gestzen sollte schon eingehalten werden. Wer 10 Jahre Zeit erhält der sollte in der Lage sein Gestze umzusetzen! Bei der Nachrüstung von PV Anlagen ist man ja auch nicht zimperlich!
    http://www.sonnenfluesterer.de/2013/10/steigende-eeg-umlage/

    Mit Siggi kann man sich gut auseinandersetzen. Ich hab ihn sehr schlagfertig erlebt und geschützt ist er auch dank meiner Jodtabletten.
    http://www.sonnenfluesterer.de/2009/04/umweltminister-hort-dem-sonnenflusterer-zu/

    Es wird alles gut!

    Antworten

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