Antwort von Horst Christian Wagner- Geschäftsführer Enerxeed
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Wird heute nicht das Stromnetz bereits als Speicher „missbraucht“?

Das Stromnetz ist und wird niemals ein „Speicher“ sein. Speist ein Stromerzeuger, der seinen Strom aus erneuerbaren Energien gewinnt, seinen überschüssigen Strom ins Netz ein, muss dieser vorrangig abgenommen werden. Es muss also an anderer Stelle „grauer“ Strom weniger erzeugt werden. Es ist insofern also kein Speichern des Stroms und die gesetzlich vorgeschriebene Vorgehensweise macht in Bezug auf die Energiewende auch Sinn.

Im Gegenzug dazu, bringt es die bisherigen, großen Stromerzeuger in Bedrängnis. Deren große Kraftwerke wurden mit der Zielsetzung gebaut, durchgehend Strom zu produzieren und können nicht mal so hoppla-hopp rauf und runter gefahren werden. Dies führt unter anderem zu den ständigen Debatten zwischen den großen Kraftwerkbetreibern und den Stromerzeugern im Bereich erneuerbare Energien.

Dies kann als Antwort auf die Frage gleich wieder zu einer neuen Frage führen: Wenn es seit über 20 Jahren den Ansatz der erneuerbaren Energien gibt, wieso haben die großen Kraftwerkbetreiber ihre Geschäftsmodelle und Pläne nicht daran angepasst und immer weiter nach dem veralteten Prinzip neue Kraftwerke geplant?

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Veröffentlicht von Thorsten Zoerner

Seit dem Jahr 2007 beschäftige ich mich mit den Themen Stromnetz und Strommarkt. Parallel dazu entstand ein Blog, um Informationen zu den jeweiligen Themen bereitzustellen. Er ist unter blog.stromhaltig.de zu finden. Über das Thema Energiewirtschaft habe ich bislang drei Bücher veröffentlicht. In meinem 2014 erschienenen Buch zum Hybridstrommarkt beschreibe ich ein Marktdesign, das in Deutschland in das Gesetzespaket Strommarkt 2.0 aufgenommen wurde. Hierbei werden zwei Technologien des Strombezugs vereint: der Hausanschluss mit Bezug bei einem klassischen Stromanbieter und einen alternativen Bezug von erneuerbaren Energien. Die wirtschaftlichen Vorteile für ein solches Marktdesign sind erwiesen. Auch die Digitalisierung beeinflusst die Energiewirtschaft von morgen. Daher habe ich mich intensiv mit dem Thema Blockchain Technologie befasst. Blockchain ist eine Technologie, die den Austausch und die Dokumentation von Daten vereinfachen kann. Daher kann diese Technologie mithilfe der digitalen Möglichkeiten das heutige Energiesystem revolutionieren. Denn damit ist eine automatische Abgleichung von Energieerzeugung und Energieverbrauch möglich. Um zukünftige Herausforderungen und Chancen mitgestalten zu können, habe ich 2017 die Firma STROMDAO gegründet. Dort bin ich Geschäftsführer und möchte dafür sorgen, dass mithilfe der Blockchain Technologie und dem Hybridstrommarkt eine digitale Infrastruktur für die Energiewirtschaft der Zukunft aufgebaut wird. Der STROMDAO Mechanismus zur Konsensfindung für den Energiemarkt unterstützt dabei die Marktkommunikation aller beteiligten Akteure.

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