Eberhard Holstein - Geschäftsführer Grundgrün Energie GmbH
Eberhard Holstein – Geschäftsführer Grundgrün Energie GmbH

Muss vor einem neuen Strom-Marktdesign nicht erst ein tatsächlicher Markt für Ausgleichenergie (nicht Regelenergie), geschaffen werden, damit Wind und Sonne auch langfristig gehandelt werden können?

Derzeit werden verschiedene Marktdesigns unter den Fachleuten diskutiert. Dabei handelt es sich in der Regel um mehrere Märkte, die teilweise ineinandergreifen. Das sind beispielsweise ein Energy-only Markt, der in allen Vorschlägen weiter vorkommt. Darüber hinaus ein Markt für gesicherte Leistung bzw. für Leistungszertifikate und – ineinander überführbar – ein liquider Viertelstundenmarkt bzw. ein Markt für Viertelstundenoptionalitäten.

Alle Fachleute sind sich jedoch darüber einig, dass es keine getrennten Märkte für die Art der Erzeugung geben wird. Das liegt zum Einen daran, dass ein Elektron, einmal angeschubst, nicht weiß, von wem das Kraftfeld kommt, das den Impuls auslöst. Zum anderen sind Märkte nur dann effizient, wenn sie liquide sind – deshalb fasst man sie so groß wie möglich. Und schlussendlich sind Wind und Sonne nicht langfristig handelbar, da ihr Dargebot naturgemäß nur beschränkt prognostizierbar ist. Es würde sich eine maximale Handelsfrist von zehn Tagen ergeben – typischerweise sogar nur von fünf Tagen.

Allerdings ist es richtig, dass die derzeitige Situation, in der Ausgleichs- und Regelenergie ausschließlich von den Übertragungsnetzbetreibern nachgefragt wird, nur von einigen Wissenschaftlern als Markt bezeichnet wird, da es ja nur einen Nachfrager im Ausschreibungsverfahren gibt und die endgültigen Bezieher eine Kostenwälzung bezahlen. Viele Energiefachleute würden es bevorzugen wenn es viele wettbewerbliche Anbieter und Nachfrager gäbe; diese Rolle sollen dann einmal zum Beispiel die Direktvermarkter einnehmen. Fast alle Marktdesignvorschläge sehen daher die zwingende Direktvermarktung vor.

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