Antwort von Björn Lars Kuhn - Gründungsmitglied der Energieblogger
Antwort von Björn Lars Kuhn – Gründungsmitglied der Energieblogger

Die Energieblogger bezeichnen sich als Bürgerjournalisten. Reichen die etablierten Medien nicht aus?

Die etablierten Medien haben sich in den letzten Jahren stark gewandelt. Hauptsächlich das Internet hat zu dieser Entwicklung beigetragen. Früher war der Journalist oder Redakteur quasi ein Monopolist in Sachen Nachrichten – heute kann jeder Informationen ins Netz stellen, und das Nachrichtengeschäft ist auch noch schneller geworden.

Durch die zunehmende Geschwindigkeit haben die Hauptberuflichen in der Nachrichtenbranche einen ungeheuren Leistungsdruck. Ausführliche Recherchen zu bestimmten Themen können nur noch selten durchgeführt werden, da so schnell wie möglich publiziert werden muss. Da leidet dann oft die Qualität.

Freie Journalisten – und vor allem Fach- und Bürgerjournalisten wie die Energieblogger, die nicht hauptberuflich schreiben, haben da einfach mehr Zeit, Themen genauer zu recherchieren und sich mit den Inhalten auseinander zu setzen. Deshalb haben diese Beiträge sehr oft mehr Tiefgang, als die der klassischen Redakteure und sind durch entsprechende Belege auch transparenter.

Dazu kommt – gerade im Bereich Energiepolitik – die erhebliche Lobbyarbeit der fossilen Energieerzeuger. Hier werden teilweise Texte an Redaktionen weitergegeben, die den Anschein seriöser Fakten vermitteln, jedoch in vielen Fällen nur Fakten verzerrende Behauptungen sind. Durch den Zeitdruck in den Redaktionen, fällt eine Prüfung dann oft aus.

Außerdem gibt es dann natürlich noch den Druck seitens des Verlages gegenüber den Journalisten. Die Trennung zwischen Werbung und redaktionellen Inhalten gibt es im kommerziellen Bereich schon lange nicht mehr bzw. wir nur nach als Alibifunktion hochgehalten. Da darf dann auch ein ambitionierter Redakteur einfach nicht gegen die Geldgeber schreiben oder bekommt schlichtweg den Auftrag nur im Sinne dieser zu veröffentlichen. „Gekaufte“ Journalisten gibt es recht viele, aber hier Namen zu nennen, wäre ja nicht standesgemäß.

Gegen diese Situation treten freie Journalisten und Bürgerjournalisten an. In vielen Bereichen hat sich die „vierte Macht“ im Staat bereits zum Sprachrohr des Kapitals degradieren lassen. Es ist an den Bürgern, diese Widersprüche und Manipulationen aufzudecken und zu verbreiten. Insofern sind die etablierten Medien schon lange keine unabhängige Informationsquelle mehr und reichen für eine objektive Berichterstattung nicht aus.

Den Beitrag "4. Dezember 2013 – Energieadvent – Die Energieblogger offline Lesen:

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