Dr. Tim Meyer - Geschäftsführer Grünstromwerk
Antwort von Dr. Tim Meyer – Geschäftsführer Grünstromwerk

Kann es variable Strompreise, die vom Dargebot abhängig sind auch in Deutschland geben?

Während für große Industriekunden variable Strompreise schon gängig sind, ist dies bei Haushalts- und Gewerbekunden heute nicht vorstellbar. Die derzeitige Regulierung gibt vor, dass 75% des Strompreises nicht nur staatlich reguliert, sondern auch unabhängig vom Zeitpunkt des Stromverbrauches sind. Und selbst im Stromeinkauf – dem einzigen tatsächlich vom Energieversorger beeinflussbaren Kostenfaktor – werden diese Kundengruppen mit vorgegebenen Standardlastprofilen abgerechnet. Diese sind von den realen Verbrauchszeitpunkten eines Kunden unabhängigen. Zwar wäre grundsätzlich vorstellbar, solche Kunden statt mit Standardlastprofilen mit realen Lastgängen abzurechnen. In diesem Fall würden die Verbrauchszeitpunkte für den Versorger den Einkaufspreis des Stromes im Großhandel beeinflussen.

Dieser ist jedoch nur noch in geringem Maße vom Verbrauchszeitpunkt abhängig. Die früher teure Spitzenlast („Peak Preis“) ist heute kaum teurer als die Grundlast („Base Preis“). Selbst wenn z.B. durch reale Abrechnung ein Preisvorteil von z.B. 0,5 ct / kWh erzielt werden könnte, würde dies bei einem Stromkunden mit 4.000 kWh nur 20 EUR im Jahr ausmachen. Der Mehraufwand für eine reale Lastgangmessung und die notwendige Prozessabwicklung würde hierdurch nicht gedeckt werden. Erst wenn andere Kostenbestandteile der Stromlieferung wie z.B. die Netzentgelte abhängig von Stromverbrauchszeitpunkte würden, könnte sich das Bild ändern.

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