Antwort von Stephan Günther - Energieheld
Antwort von Stephan Günther – Energieheld

Die Heizölpreise sind im Keller. Schwindet das Interesse an der energetischen Sanierung von Immobilien?

Leider saniert kaum jemand in Deutschland rein aus ökologischen Gründen sein Haus. Dies liegt aber natürlich auch daran, dass dies für die meisten Besitzer finanziell einfach nicht zu stemmen wäre. Eine neue Heizungsanlage oder die Installation von unterstützenden Solaranlagen sind schließlich Sanierungs-Maßnahmen die mehrere tausend Euro kosten. Der Heizölpreis lag 2013 tatsächlich niedriger als noch 2012. Es handelt sich um einen Preisunterschied von einem halben Cent pro Liter Heizöl. Von 87 Cent/l im Vorjahr (Dezember 2012), sanken die Ölpreise auf nun 82 Cent im aktuellen Dezember 2013.

Durch die sinkenden Preise werden sicherlich einige Besitzer auch weiterhin eher bei Ihrer bestehenden Heizungsanlage bleiben. Dennoch kann sich aus wirtschaftlicher Sicht ein Umstieg von Heizöl (8,2 Cent/kWh) auf etwas umweltfreundlichere Brennstoffe, wie Erdgas (6,5 Cent / kWh) oder Pellets (5,5 Cent / kWh) oder Erdwärme aus einer Wärmepumpe (7 Cent / kWh => bei einer Jahresarbeitszahl von 3 und einem Wärmepumpentarif mit 21 Cent / kWh) lohnen. Hierfür sind jedoch auch oftmals hohe Investitionskosten notwendig. Wir telefonieren täglich mit Sanierungsinteressierten, welche ein hohes Interesse an unabhängiger Beratung aufweisen. Die Ungewissheit was sich wirklich lohnt ist in der Bevölkerung relativ groß. Es muss im Einzelfall geschaut werden, was ökologisch und ökonomisch am sinnvollsten ist.

Sollte der Wechsel des Energieträgers bzw. der Heizungsart, aus welchen Gründen auch immer, nicht möglich oder sinnvoll sein, so können auch durch die Erneuerung und Optimierung der Anlage eine Menge Energie eingespart werden. Das schont nicht nur die Brieftasche sondern auch die Umwelt. Denn letztendlich tragen wir alle einen Teil zur gewollten Energiewende bei.

Eine weitere Frage:

Ist die Sanierung noch der Grund für den Bezug von Förderungen? Oder die Förderung eher Grund für die Sanierung?

Eigentlich soll eine Förderung nur dazu dienen einen Anreiz zu schaffen, der die Entscheidung für eine Maßnahme erleichtert. So ist es zumindest staatlich gewollt. Allerdings sind Förderung und Sanierung mittlerweile so stark miteinander verknüpft, dass man sie nicht mehr komplett einzeln betrachten kann. Ohne eine Förderung wäre sicherlich noch ein Interesse an Sanierungen vorhanden, da diese oftmals auch zwingend notwendig sind.

Allerdings sind die Förderungen mittlerweile so etabliert, dass ohne sie der Markt zumindest vorübergehend abflauen würde und sich zunächst neu ausrichten müsste. Uns als unabhängigen Beratern fällt immer wieder auf, wie unterschiedlich der persönliche Informationsstand zu den Fördermöglichkeiten bei den Sanierungsinteressierten ist.

Häufig wissen die Menschen gar nicht, dass sie Zuschüsse und Kredite beantragen können. Andere wissen von den Förderungen, jedoch nicht wie hoch die Summen sind oder welche Anforderungen es gibt. Wieder andere planen den genauen Betrag direkt in die Finanzierung der energetischen Sanierung mit ein. Unterm Strich lässt sich aber sagen, dass die Förderungen schon wichtig sind. Ohne sie würden sicherlich weniger Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz von Gebäuden umgesetzt werden.

Den Beitrag "21. Dezember 2013 – Energieadvent – Energetische Sanierung noch zeitgemäß? offline Lesen:

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