Antwort von Patrick Juettemann - Kleinwindkraft-Portal
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Welches Potential zur Eigenstromnutzung steckt in Kleinwindanlagen?

Die Eigenstromnutzung ist das bei Kleinwindkraftanlagen dominierende Anwendungskonzept. Gleichzeitig ist es ein zentrales Abgrenzungskriterium von großen Multimegawattanlagen, die den Strom in der Regel zu 100% einspeisen. Kleinwindanlagen haben eine Leistung unter 100 kW.

In Deutschland gab es nie einen gestaffelten Einspeisetarif für Windenergieanlagen abhängig von der Anlagenleistung. Eine 5 kW PV-Anlage hat immer einen viel höheren Einspeisetarif genossen als ein 500 kW Solarpark. Eine 5 kW Kleinwindanlage dagegen bekommt sogar einen niedrigeren Einspeisetarif als eine 5 MW Offshore-Anlage. Deshalb ist die Netzeinspeisung für Kleinwindräder nicht wirtschaftlich.

Viel besser sieht es bei der Eigenstromnutzung aus: Man spart die Strombezugskosten von zurzeit über 25 Cent pro Kilowattstunde. Was für PV-Anlagen in Deutschland immer wichtiger wird, war schon immer Prämisse der Kleinwindkraft: Maximierung des Selbstverbrauchs.

Auch baurechtliche Vorgaben schreiben eine hohe Eigenstromnutzung vor. Wenn ein Kleinwindrad als sogenannte Nebenanlage eines Gebäudes eingestuft wird, schreibt das Bauamt oft einen hohen Eigenverbrauch vor. Man muss belegen, dass der Strom zu einem Großteil für eigene Zwecke verwendet wird.
Das hohe Potenzial der Eigenstromnutzung durch Kleinwindkraftanlagen hängt auch damit zusammen, dass sich die Heizperiode mit den windstarken Jahreszeiten deckt. In Ländern mit kalten Wintermonaten wie in Deutschland wird der überschüssige Windstrom oft zum Heizen verwendet. Die Energieumwandlung wird durch einen Heizstab im Warmwasserspeicher realisiert, der direkt den Windstrom in Wärme umwandelt. Durch die Energiespeicherung wird das Potenzial zur Eigenstromnutzung erhöht.

Mit Blick auf die weltweiten Märkte für Kleinwindkraftanlagen nehmen Inselanlagen eine sehr wichtige Rolle ein. Im Vordergrund steht die Stromversorgung netzferner Gebiete. Kleinwindenergieanlagen kommen oft in Kombination mit PV-Anlagen und Batteriespeichern zum Einsatz. Wenn die Sonne nicht scheint, weht oft der Wind. Die noch kostspieligen Batterien können kleiner ausgelegt werden.

Das Potenzial der Eigenstromnutzung von Kleinwindanlagen wird sich in Deutschland mit der Verbreitung von Batteriespeichern für PV-Anlagen sukzessive erhöhen. Wenn die Solarstromanlage im Winter nicht produktiv ist, wird das Kleinwindrad die Batterie füllen.

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