Erich Honecker  (nicht SPD)
Erich Honecker (nicht SPD)

Das „Wir“ entscheidet war einmal der Slogan aus dem Wahlprogramm einer Partei, die jetzt allein durch Teilnahme an Koalitionsverhandlungen das schafft, was die FDP als Junior-Mitregierer in 4 Jahren nicht hinbekommen hat: Dem Bürger mit Energie die Existenz zu zerstören.

Ja, Strom und Energie ist ein wichtiger Bestandteil der Daseinsvorsorge. Da diese in den 2000er Jahren mit Gas Schröder und Kohle Clement mächtig bedroht war, haben über 1,4 Millionen Bundesbürger das Zepter selbst in die Hand genommen und für das Dasein selbst gesorgt. 473.000 Genossen dürfen als Randnotiz nun über deren Zukunft entscheiden? 

Der entscheidende Satz findet sich auf Zeile 259 des Entwurfs vom 11. November. Dort heißt es: „Wir werden prüfen, ob große Erzeuger von Strom aus erneuerbaren Energien einen Grundlastanteil ihrer Maximaleinspeisung garantieren müssen, um so einen Beitrag zur Versorgungssicherheit zu leisten.“ (Die Zeit)

Kraftwerks Zu/Abbau 2013-2014
Kraftwerks Zu/Abbau 2013-2014

Liebe Genossinnen und Genießer, am 16. Oktober 2013 veröffentlichte die Bundesnetzagentur ihre aktualisierten Plandaten für die Veränderung der Kraftwerkslandschaft im kommenden Jahr. Ein Zeitpunkt, bei dem es noch keine Ergebnisse aus den Verhandlungen um die zukünftige Bundesregierung gab. Ein Zeitpunkt lange vor einem Mitgliederentscheid. Bereits damals war klar, dass sich im kommenden Jahr der Kraftwerkspark in Deutschland verändert.

Energieträger Zubau 2014 Abbau 2014
Erdgas 592 MW -210 MW
Steinkohle 3.202 MW -616 MW

Unverändert bleiben: Braunkohle, Kernenergie, Biomasse.

Kurz zum Mitdenken: Die bereits abgeschlossene Planung der Neubauten der fossilen Kraftwerke darf jetzt einseitig profitieren, da sie mehr Sicherheit bringt? blog.stromhaltig fragt: Stimmt das?

Leider nein! Gerade die Steinkohle Kraftwerke bringen immer wieder massive Probleme in das Deutsche Stromnetz, die zu einer kurzzeitigen Gefährdung der Versorgungssicherheit führen. Nur mit Mühe können Windkraft, PV und Wasserkraft diese Schwierigkeiten ausgleichen. Da dies allerdings kein neues Phänomen ist, kann man dies auch an den Stromausfallstatistiken ablesen. Linear zum Ausbau der Erneuerbaren in den Boom-Jahren 2006-2010 ging die Ausfallzeit von 17,44 Minuten/Jahr auf 14,90 Minuten/Jahr zurück. Die erste EEG Drosselung bewirkte dann einen leichten Anstieg auf 15,31 Minuten.

Steinkohle verträgt sich nicht mit sicherer Stromversorgung

black_outAlles begann am 05.09.2013 gegen 22:30 Uhr. Ein Vorfall, wie er jeden Tag vorkommen kann tritt ein. Eines der beiden größten Steinkohlekraftwerke – Petershagen (NRW) oder Heilbronn (BW) – muss ungeplant vom Netz genommen werden und ist für die Einspeisung nicht mehr verfügbar. Über die Nacht ist dies kein großes Problem. Erste Meldung des Betreibers gehen davon aus, dass man bis 10:00 Uhr am Freitag wieder liefern kann. 765 MW fehlen im Netz und würden gerade noch rechtzeitig zum Lasthoch des letzten Arbeitstages der Woche verfügbar sein. Doch es kommt, wie es kommen muss, das Kraftwerk bleibt bis 17:00 Uhr vom Netz. (September 2013)

Kein Einzelfall…

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Das Problem für die Stromnetze sind die Dickschiffe, die sehr abgeschrieben und leicht in die Jahre gekommen, immer noch ihre Dienste leisten sollen. Stand heute brauchen wir sie tatsächlich noch, denn das eigentliche Problem der Energiewende: Die Lastflexibilisierung und die Energiespeicherung ist noch überhaupt nicht beim Bürger angekommen. Lediglich große Verbraucher können diese Serviceleistung heute nutzen. Dem BDEW sei Dank, dass sie mit der Einführung der Standardlastprofile auch die Genossen in eine fossile Planwirtschaft fesseln konnten, von dem es keine Abweichler geben darf.

Vorwärts nimmer

Zum Thema Abweichler fällt mir nur der Aufruf von Sigmar Gabriel auf dem SPD-Parteitag ein. Am besten schaut man sich bei der Heute-Show „SPD- Schlottern, Panik, Dauerangst“ an, da man es wirklich langsam mit Humor nehmen muss:

Jeder in der SPD muss dann so handeln, wie der Vorsitzende handeln würde…

Im Gegensatz zur FDP muss man sich bei der SPD sogar noch weiter damit beschäftigen. Das schmerzt besonders, wenn man Meldungen wie die Parteinahme der Woche bei Zapp mitbekommt. Beim parteinahen Satiremagazin  Vorwärts war man bislang bei der Auswahl der Anzeigekunden nicht wirklich wählerisch. RWE, Vattenfall und RAG durften gratulieren und zur Verbreitung des fossilen Gedankengutes beitragen.

Der Solar Energie Förderverein wollte eine Anzeige aufgeben, der Verlag lehnte mit der Begründung ab, dass man  keine Anzeige abdrucken könne, bei der zur Ablehnung des gesamten Koalitionsvertrages wegen einem Thema aufgerufen wird. Daseinsvorsorge ist also Randnotiz – verstanden.

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