strompreis2014Der Herbst ist dafür bekannt, dass die Strompreise für das kommende Jahr bekanntgegeben werden. blog.stromhaltig hatte seine Leser aufgefordert die Begründungen zu sammeln, die hinter der eigentlichen Richtung stehen. Bislang sind 34 Meldungen eingegangen, wobei eine Tendenz zeigt: Versorger, die jetzt erst ihren Preis bekanntgeben, erhöhen ihn.  Massentaugliche Begründungen gibt es dabei von Bild, WamS und Klotze.

Stabil – ist das neue Zufrieden…

Tendenz des Strompreises
Tendenz des Strompreises

Die Strompreise des Jahres 2013 sind bereits auf einem Rekordhoch, und erlauben besonders in den Grundversorgungstarifen eine deutliche Gewinnspanne. Im September hatte  Greenpeace, ein Verein mit eigener Versorgertochter, eine Abzockbremse für die Grundversorgung gefordert (Kleine Randbemerkung: Die Stromtochter bietet zumindest auf der Webseite keinen Grundversorgungstarif an).  Grundversorgung ist allerdings der Hauptbereich, bei dem der Preis angekurbelt werden, wie man der Auswertung von Toptarif entnehmen kann.

Für die restlichen Versorger gilt, dass 41% der erfassten Unternehmen keine Erhöhung planen, 17% halten den Preis nach eigenen Meldungen stabil, bedeutet über die Hälfte der abgedeckten Stromkunden darf sich freuen.

Anbieter machen ein Angebot

Die Bekanntgabe der Strompreise für das kommende Jahr ist gesteuert von der Marktbearbeitung der jeweiligen Unternehmen. Fast täglich erhalten die Haushalte Flyer in der Briefprost, die den Kunden zum Wechsel animieren sollen. Da die Versorger in ihrer Begründung auch Aufschluss über die eigene Strategie geben, hatte blog.stromhaltig nach den Ursachen für die Preisentwicklung gefragt.

Preissteigene Wirkung des Strompreises 2014
Preissteigene Wirkung des Strompreises 2014

Fast alle Versorger gehen in ihren Schreiben auf die Erhöhung der EEG-Umlage ein. Diese ist medial aufbereitet und wird vom Kunden akzeptiert. Anbieter, die eine Reduktion ankündigen, können in ihrer Wirkung hier besonders punkten („Trotz gestiegenener EE-Umlage ist es uns gelungen..“).

Besonders interessant ist der am zweit-häufigsten genannte Grund für eine Preisänderung: Die Netzentgelte.

Gründe für Rückgang der Strompreise 2014
Gründe für Rückgang der Strompreise 2014

Die Netzentgelte unterliegen regionalen Unterschieden. Vom Verteilnetzbetreiber werden diese festgelegt und sind für alle Stromkunden im Versorgungsgebiet gleich. Auffallend ist, dass Stadtwerke und Regionalversorger – wie die EVF – beginnen vom Rückkauf der Stromnetze zu profitieren.

Das Nachsehen habe überregionale Anbieter wie der Discounter Extraenergie (Hitenergie und andere Marken). Am 8. Oktober hatte das Unternehmen sein Marketingprogramm eingestellt. Ab dem 8. November ist es wieder verfügbar. Dies dürfte auch den Vergleichportalen gefallen, die auch daraus ihre Einnahmen generieren.

Reduktion der Brennstoffkosten

Leider war es abzusehen. Keiner der untersuchten Versorger gibt an, dass die Brennstoffkosten im Zuge der Stromwende zurück gegangen sind. Lediglich indirekt werden diese über die Großhandelspreise berücksichtigt, die viele Anbieter an ihre Kunden weitergeben.

Auch wenn die Befragung nicht allumfassend ist, so fällt auf, dass sich scheinbar immer weniger Anbieter über langfristige Verträge aus fossilen Kraftwerken eindecken, sondern auf einen dauerhaft günstigen Spotmarkt vertrauen. Das Nachsehen dürften die großen Betreiber sein, die bislang auf den Kundenwunsch zur Stabilität vertrauen konnte (vergl. „E.ON profitiert…„).

Presse macht kein Druck

Neben den Schreiben der Versorger selbst, wurden durch die Leser auch Pressemeldungen aus den verschiedenen Regionalzeitungen eingereicht. Dabei fällt auf, dass besonders bei schlechten Nachrichten nur wenig hinterfragt wird.

Bei keiner Meldung konnte ein Hinweis auf die Entwicklung der Netzentgelte, oder die Großhandelspreise im regionalen Zusammenhang, gefunden werden. Schade eigentlich, da doch die Lokal-Redaktionen diese Transformation von Meldungen besser als jedes andere Medium durchführen können.

Berücksichtigte Versorger

enercity
Energieversorgung Filstal
WEMAG
EnBW
Naturstrom
BEW
EWE
Quedlinburger Stadtwerke
MVV
EWS
Stadtwerke Einbeck
Stadtwerke Neuss Energie und Wasser GmbH

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2 Gedanken zu “Presse schuld am Anstieg des Strompreises 2014?

  1. Abschließend könnte man also sagen, dass die Strompreise für dieses Jahr durchschnittlich eher gesunken sind, auch wenn sich 42 Prozent der Stromkunden trotzdem über einen höheren Strompreis ärgern müssen, was man aber auch zum Beispiel auf https://www.beste-stromvergleich.de/ nachlesen kann, und, dass die Stromversorger, die den Preis trotz gestiegener EE-Umlage reduziert haben, Punkten können, da dies sehr Eindrucksvoll klingt.

    Ich finde trotzdem, dass man an einigen Ecken lieber Strom sparen sollte, anstatt sich über die Strompreise zu ärgern, denn das ist nicht nur gut für den Geldbeutel, sondern in manchen fällen auch für die Umwelt.

    Danke für den Tollen Artikel.

    Antworten
  2. Pingback: Der Strompreis muss steigen? – Alternativlosigkeit der Wirtschaftsforscher…. #Strompreis2014 | blog.stromhaltig

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