Landeswappen_Baden-Wuerttemberg.svgAm vergangenen Freitag wurde vom Baden-Württembergischen Umweltministerium der erste Monitoring Bericht zur Energiewende vorgestellt. Der von der ZSW erstellte Bericht befasst sich im Schwerpunktthema mit der Versorgungssicherheit. Des weiteren wird der Ausbau der Übertragungs- und Verteilnetze, der Erdgasinfrastruktur sowie die Auswirkungen auf die Zahl der Arbeitsplätze, die im Bereich der erneuerbaren Energien im Land angesiedelten sind, bearbeitet.

PV auf gutem Weg – Windkraft mit Gegenwind aus dem Bund

Anbetracht der Meldungen, die nach dem Wochenende von den Koalitionsverhandlungen bekannt wurden, sind einige Passagen des Berichtet bereits mit Vorsicht zu genießen. So heißt es in der einführenden Zusammenfassung:

Der Anteil der erneuerbaren Energien an der Bruttostromerzeugung betrug 2012 ersten Schätzungen zufolge 22 bis 23 %, die Photovoltaik trägt hierzu mehr als 7 Prozentpunkte bei. Zwar war im Bereich der Windenergienutzung 2012 mit 16 MW (netto) nur ein geringer Leistungszubau zu verzeichnen, erste Anzeichen sprechen jedoch für eine deutlich zunehmende Ausbaudynamik in naher Zukunft.

Ob diese Ausbaudynamik nun tatsächlich kommt, wird sich erst noch zeigen lassen. Vergleicht man die Landeshauptstadt Niedersachsens – Hannover – mit Stuttgart im Strommix-Navigator, so wird klar, dass noch einiges an Ausbaupotential besteht. Es geht nicht darum die Spitzenplätze einzunehmen,  sondern lediglich darum, was hinter der Kritik an der Energiewende-Bremse steckt.

Im Jahr 2012 waren in Baden-Württemberg rund 41.000 Arbeitsplätze direkt oder indirekt dem Bereich der erneuerbaren Energien zuzurechnen.

Zum Vergleich, das Daimler Werk in Sindelfingen beschäftigt nach Unternehmensangaben 25.947 Mitarbeiter. Kommt nun aus Berlin der Ausbaustopp für Windkraft, dann dürfte sich ein Trend aus dem restlichen Bundesgebiet nicht ins Land holen lassen:

Die schlechten Zahlen der PV-Branche konnten teilweise durch die anderen Bereiche der erneuerbaren Energien kompensiert werden. Kräftige Zuwächse gab es vor allem in der Windenergie-Branche. Hier ist die Zahl der Beschäftigung um 16,6 Prozent von 101.080 im Jahr 2011 auf 117.860 im Jahr 2012 gestiegen und hat damit die PV-Branche überholt. (Quelle: IWR)

Atomausstieg und Fossiler-Sicherheitsgurt

Mit dem  Beschluss der aktuellen Bundesregierung zum Ausstieg aus dem Atomausstieg, sind in Baden-Württemberg gleich zwei AKW-Blöcke (Philippsburg I & Neckarwestheim I) unmittelbar vom Netz gegangen. Nach Aussage des Berichtes hat sich damit die Kraftwerksflotte von 12,9 GW auf 11,1 GW reduziert und ist zuletzt leicht durch kleinere Kraftwerke auf 11,2 GW angestiegen. Die nächste größere Abschaltung ist im Jahre 2019 der AKW-Block Philippsburg II (1,3GW).

Nach Angaben des Übertragungsnetzbetreibers TransnetBW hatte es in Baden-Württemberg im Jahre 2012 eine maximale Last von 12,56 GW gegeben. An dieser Stelle sei angemerkt, dass nicht jeder Strom durch das Übertragungsnetz fließt, sondern durchaus Stromflüsse innerhalb der Verteilnetze existieren. Rein für die Deckung der Übertragungsnetzlast hat das Bundesland für die kommenden Jahre knapp ausreichend Kapazitäten zur Eigendeckung und ist mit fossilen Kraftwerken in der Lage unabhängig von anderen Bundesländern und dem Netzausbau zu sein.

Kritisch wird im Bericht angemerkt, dass im Zuge des Genehmigungsprozesses für die Stilllegung von Kraftwerken der Betreiber EnBW bereits einige weitere Kraftwerke angemeldet hat. Dieses Vorhaben wird zur Zeit von der BNetzA geprüft. Die Ankündigung der Energie Baden-Württemberg hatte blog.stromhaltig bereits im Juli kommentiert, denn real vergrößert das Unternehmen dennoch seine Kapazitäten durch die Aufnahme des Betriebes im Karlsruher Rheinhafen.

Der Bericht kommt zum Zwischenfazit:

Selbst wenn in Baden-Württemberg die zur Stilllegung anstehenden konventionellen Kapazitäten nicht als konventionelle Reservekraftwerke vorgehalten werden sollten, dürfte die gesicherte Leistung in 2020 nach derzeitigem Kenntnisstand nicht unter das Niveau von 2012 absinken, da sich der Zubau der erneuerbaren Energien und der KWK im kleinen Leistungsbereich kompensierend auswirkt. Bleibt die Jahreshöchstlast auf unverändertem Niveau – in den vergangenen Jahren wies sie eher eine leicht sinkende als eine steigende Tendenz auf – ist erzeugungsseitig auch ohne die Berücksichtigung von Speichertechnologien oder Lastmanagement nicht von einer Verschlechterung der Versorgungssituation auszugehen, die durch die Entwicklung des Kraftwerksparks in Baden-Württemberg ausgelöst würde

 

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