Am  19. und 20. September traf sich der RWE Vorstand und Aufsichtsrat in Warschau um die zukünftige Strategie des Unternehmens festzulegen. Kommenden Dienstag (29. Oktober) werden die Ergebnisse in einer internen Videokonferenz innerhalb des Unternehmens vorgestellt, so berichtet die Niederländisch/Belgische Energy Post in einem Exklusivbeitrag

Ein Abschied vom alten Geschäftsmodell der thermischen Kraftwerke hin zum „einzigen Wachstumssegment im europäischen Markt für Stromerzeugung“. Laut dem Online-Medium für Energiewesen ist die Roadmap im Strategiepapier „RWE’s Corporate Story“ verankert.

Vorweg: Strukturwandel Stromerzeugung

Großkonzerne befinden sich laufend in Restrukturierungen, auch die RWE. Das man nun allerdings seinen Schwerpunkt so stark verlagern möchte, ist interessant. Der Wahrheitsgehalt der Meldung der Energy Post wird sich wohl erst mit der Zeit klären lassen, wenn auch vom Unternehmen selbst entsprechende Meldungen veröffentlicht werden, jedoch klingt die Argumentation schlüssig.

Das Kerngeschäft – des thermischen Kraftwerksparks – bringt immer weniger Rendite. Auch in den kommenden Jahren ist nicht mit einem Anstieg des Strompreises zu rechnen, wodurch nur durch Rationalisierung ein steigender Gewinn erzielt werden kann. Rationalisierung stößt irgendwann allerdings an ihre Grenzen, so dass besser im Voraus (oder VoRWEg) neue Marktbereiche erschlossen werden.

Aktionäre erwarten Wachstum, Profit und letztendlich Rendite. Im Rahmen der Analysten Einstufungen beschreibt Börse-Online Anfang Oktober die Situation der RWE wie folgt:

Das Analysehaus Independent Research hat die Einstufung für RWE auf „Verkaufen“ mit einem Kursziel von 20 Euro belassen. Auf dem aktuellen Kursniveau sei die Aktie des Versorgers unattraktiv, schrieb Analyst Sven Diermeier in einer Studie vom Donnerstag. Zwar dürften die Grünen sehr wahrscheinlich nicht an der neuen Bundesregierung beteiligt sein. Doch auch unter einer Großen Koalition werde sich für die „Alt-Kraftwerke“ unter dem bisherigen EEG-Regime nichts ändern. Die deutschen Großhandels-Strompreise dürften sich nicht spürbar erholen.

Bereits im September hatten sich viele Kommune und Landkreise darüber beschwert, dass man die Dividende plant zu halbieren. Auf 150 Millionen Euro weniger Einnahmen in den kommunalen Kassen kommt man, rechnet die NGZ aus. Ein Ärger, der sich von den Kämmerern in die Politik überträgt und dort den eigentlich ganz guten Rückhalt verspielt.

Die Frankfurter Allgemeine bringt in ihrer Online Ausgabe unter dem Titel „Dinosaurier am Abgrund“ das Dilemma des Konzerns auf den Punkt. Von der Politik erwartet man nichts weniger wie den Umbau des Handels mit elektrischer Energie. Weg von einer marktwirtschaftlichen Börse mit Mengen hin zu einem planwirtschaftlichen Modell des Kapazitätsmarktes:

So fordern auch Eon und RWE die Einführung eines Kapazitätsmarktes. Bei diesem Modell müssten die Verbraucher eine Art Versicherungsprämie für Reservekraftwerke zahlen.

Vorweg: Doch was ist die neue „RWE Corporate Story“?

Das Unternehmen kann 25 Millionen Kunden zählen. Eine Zahl, die sich in den letzten Jahren kaum Verändert hat und den Kapitalfluss kurzfristig sichert. Um daraus auch ein langfristiges Überleben des Unternehmens sicherzustellen, sieht sich das Management mit drei Herausforderungen konfrontiert:

  • Kundenfokusierung – Den Kunden nicht mehr nur als Zählpunkt wahrzunehmen, sondern als Teil der Wertschöpfung
  • Geschäftsmodell für hybride Erzeuger/Verbraucher – Hier geht es darum einen innovativen Lösungsansatz zu finden, der einen Fuß in der Tür lässt, wenn ein Verbraucher zukünftig auch zum Erzeuger wird.
  • Flexiblere Wertschöpfungskette – Ein Kultur, Strukturen und Prozesse um als Inkubator für zukünftige Marktentwicklung zu werden.

Vorweg: Besitzstand sichern

Es geht auf den Winter zu – somit sind auch die Medien wieder aufnahmebereit für Gefahren des Blackouts. Man darf wieder über Reservekraftwerke und Systemrelevanz diskutieren, ohne Einschaltquote oder Leserschaft einzubüßen.

Die Story hinter der Story ist die Angst vor einem Blackout wieder in die Köpfe zu bekommen. RWE rechnet im Westlichen-Zentral-Europa, dass man 260GW an Kapazität abzusichern hat. Dies entspricht in etwa der 3 fachen Spitzenlast von Deutschland. Bis zum Jahre 2030 soll sich dieser Anteil kaum verringern.

RWE will “fight for the most reasonable market design . In the long term, RWE with its present asset base should find its role as the most efficient capacity and base-load provider for Europe. (Energy Post)

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Ein Gedanke zu “Radikale Wende bei der RWE – Aufbruch zur Energiewende mit “RWE’s Corporate Story” ?

  1. Glaubst Du das? Darüber wurde ja in verschiedenen Medien berichtet –
    das muss erst noch bewiesen werden. In einem Jahr kann man vielleicht
    sehen, ob sich da überhaupt irgend etwas tatkräftig tut. Zugleich dürfen
    wir dem BlackOut-Jammer-Poker lauschen.

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