strompreis2014Trotz steigender staatlicher Umlagen: Strompreise bleiben für die meisten EnBW-Kunden bis weit ins Jahr 2014 stabil Gesunkene Großhandelspreise wirken Anstieg entgegen – Ausnahmen nur bei Laufzeitverträgen und Wärmestrom. (EnBW Pressemitteilung)

Nach der Aktion #Strompreis2014 darf auch ein Energieversorger einen Blog Post mit seiner Meldung eröffnen. Mit den Ausnahmen kann man leben, wobei gerade der Wärmestrom – nicht nur bei der EnBW – im Jahre 2014 ohnehin einer Veränderung unterliegt (vergl. Nachgefragt).

Am Dienstag war es also soweit, die Übertragungsnetzbetreiber haben die Höhe der EEG-Umlage für das Jahr 2014 bekanntgegeben. 6,24 Cent wird es geben (Hat sich der DPA Whistleblower wohl etwas geirrt).

Irren ist nicht menschlich sondern medial. Futter für die Medien gibt es von den Nachrichtenagenturen, doch hinterfragen sollten letztendlich die Redakteur.

Die Energiewende ist nicht zum Nulltarif zu haben, heißt es gerne. Aber die Kosten steigen immer weiter – einem normalen Haushalt droht 2014 ein Aufschlag bei den Strompreisen von 70 Euro. (Süddeutsche Zeitung).

und

2014 wird die Ökostromumlage auf 6,3 Cent ansteigen. Für einen durchschnittlichen Haushalt bedeutet das rund 35 Euro Mehrkosten pro Jahr – obwohl der Strompreis an den Börsen sinkt. (Daniel Eckert – Die Welt)

Wir einigen uns auf den Schreckensindex „Mehrkosten 2014 beim Normal-Haushalt“.

Die EEG-Umlage ist nur ein Teil der Stromrechnung. Im Zusammenhang mit der Umlage wird die Schuld für die Erhöhung gerne den zurück gegangenen Börsenstrompreisen gegeben. Dies ist soweit erst einmal richtig… Könnte man als Redakteur fragen: Wenn es keine EEG-Umlage gibt und die Börsenstrompreise zurück gehen, dann müsste doch auch der Endkunde sparen?

Egal ob 70€ oder 35€ – es ist die mediale Vorbereitung zur Toleranz der Stromkunden auf eine Erhöhung. Die Werbeanzeigen der Versorger werden in regionalen und nationalen Medien gerne gesehen.  Der Normal-Haushalt ist jeder – wenn bei mir erhöht wird, dann auch bei den Anderen. Müde geworden von Pleiten der Stromdiscounter und Top Platzierungen bei den Kundenbeschwerden wird nicht auf die Vergleichsportale geschaut.

Börsenstrompreis lässt Gewinne steigen

Für das Jahr 2016 kann man bereits heute den Strom an der Börse einkaufen. Wolfgang Pomrehn bei Telepolis hat den Kostendruck einmal nachgerechnet:

… Großabnehmer an der Börse derzeit mit Kontrakten für Stromlieferungen im Jahre 2016 eindecken, die sie lediglich rund 3,8 Cent pro Kilowattstunde kosten. Vor drei Jahren waren die Futures für 2016 fast 70 Prozent teurer…

Gerade die Discounter kaufen Strom an der Börse, da sie keine Eigenen Kraftwerke besitzen. Betreiber der Kraftwerke sind die Stromkonzerne, die gerne Werbung schalten. Von einer medialen Entgleisung haben somit alle etwas…

Die Umlage deckt bekanntlich die sogenannten Differenzkosten ab, das heißt, die Differenz zwischen Einspeisevergütung und aktuellem Börsenpreis. Da der Strompreis aber immer weiter absackt, erhöhen sich die Differenzkosten, und zwar ohne dass mehr für den Ökostrom gezahlt würde. (Beitrag bei Telepolis)

Konservativ gerechnet kann man sagen, dass an der Börse der Strom im Jahre 2012 etwa 5,0 Cent gekostet hat. Im Jahre 2013 etwa 4,0 Cent. Bei einem Normal-Haushalt (3.800kWh) bedeutet dies im Jahr einen Einkaufspreis von:

Jahr Einkaufspreis Strom (ca.)
2012 190€
2013 152€
2014 113€ *)

*) Schätzung auf Basis der EEX-Preise

Der selbe Haushalt zahlt in den gleichen Jahren die folgenden Beträge in das Umlagenkonto ein:

Jahr EEG Kosten
2012 136.50€
2013 200.52€
2014 237.12€

Angenommen der Haushalt hätte 1000€ für seine Stromrechnung bezahlt, wie viel bleibt dem Unternehmen als Marge zur Deckung der „Anderen Kosten“ (Offshore-Haftung, Konzessionsabgabe, Mehrwertsteuer, Netzentgelt, ….)?

Jahr Deckung andere KosTEN + GEWINN
2012 673,50€
2013 647,48€
2014 649,88€

Aus dieser Betrachtung wird ersichtlich, warum die EnBW für das Jahr 2014 von „stabilen“ Preisen spricht.

Der eigentliche Aufreger: EEG ist keine Ökostromförderung

Die über den Strompreis zu zahlende Umlage zur Förderung erneuerbarer Energien wurde am Dienstag… (RBB)

Stromkunden in Deutschland müssen im nächsten Jahr für die Ökostromförderung im Rahmen der Energiewende erneut tiefer in die Tasche greifen. (DPA bei T-Online)

Bei der Deutschen Welle erfährt man, dass es sich bei der EEG-Umlage nicht nur um eine Förderung des Ausbau von Erneuerbaren handelt. Tatsächlich, so kann man bei Franz Alt lesen, Hat der Ausbau der Erneuerbaren im Jahre 2013 lediglich zu einem Anstieg von 0,08 Cent/kWh (3,04€/Jahr) zum Anstieg beigetragen. 70% gehen auf andere Effekte zurück.

Noch schärfer formuliert es Prof. Claudia Kemfert gegenüber den Energiebloggern:

Nur die Hälfte der EEG Umlage geht derzeit auf die reine Förderung EE zurück, der Rest teilt sich in Industrieprivelegien (1,3 Cent/kwh) sowie gesunkener Börsenpreis.

Dies bedeutet, dass für die EEG-Befreiten Unternehmen jeder Haushalt im kommenden Jahr 49,40€ zahlt.

Den Beitrag "Geht doch: Stabile Strompreise in 2014 für viele EnBW Kunden offline Lesen:

Kommentar hinterlassen

<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong> 

benötigt