Preisdifferenz bei Registrierender Leistungsmessung zu Standardlastprofil
Preisdifferenz bei Registrierender Leistungsmessung zu Standardlastprofil

Wollen Sie wirklich gewöhnlich sein? Die meisten privaten Haushalte sind gewöhnlich und werden mit einem Standardlastprofil abrechnet. In diesem Musterverbrauch gibt es zum Beispiel eine Verbauchsspitze gegen 12:00 Uhr, die so wohl nur bei Haushalten mit Herdprämie besteht. Im §12 (1) StromNZV ist geregelt:

Die Betreiber von Elektrizitätsverteilernetzen haben im Niederspannungsnetz für die Abwicklung der Stromlieferung an Letztverbraucher mit einer jährlichen Entnahme von bis zu 100 000 Kilowattstunden vereinfachte Methoden (standardisierte Lastprofile) anzuwenden, die eine registrierende Lastgangmessung nicht erfordern. Die Betreiber von Elektrizitätsverteilernetzen können in begründeten Fällen Lastprofile auch für Verbrauchsgruppen mit einer jährlichen Entnahme festlegen, die über den in Satz 1 genannten Wert hinausgeht.(Juris)

Hier steht bis zu einem Jahresverbrauch von 100.000 kWh darf der Verteilnetzbetreiber das Standardlastprofil anwenden. Doch bereits bei deutlich niedrigeren Werten ist es häufig günstiger für den Endkunden.

Die Alternative zu den Standardlastprofilen nennt sich Registrierende Leistungs Messung (RLM). Bei diesem Verfahren werden vom Messstellenbetreiber automatisch die 15 Minutenwerte an den Netzbetreiber übermittelt. SmartMeter können dies, wenn man sie lässt.

Für den Kunden ändert sich, dass man nicht mehr zum Standard zählt. D.h. die teuren Verbrauchertarife, die man bei den Vergleichsportalen findet sind dann nicht mehr relevant. Man erhält einen eigenen Tarif, einen individuellen Tarif (=Sondertarif).  Dieser zeichnet sich dadurch aus, dass der Versorger deutlich besser den tatsächlichen Lastgang prognostizieren kann. In der Folge reduzieren sich die Aufwände für Fehlprognosen, wodurch der Preis deutlich attraktiver gestaltet werden kann.

Preissenkend wirken sich auch die Netzentgelte aus. Bei Standard-Lastprofil sind diese fest je Kilo-Watt-Stunde verbrauchten Strom. Bei RLM teilen sich diese in den maximalen Entnahme (KW) im 15 Minuten-Mittel und dem Verbrauch (kWh) auf. Die genauen Angaben finden sich auf den Webseiten der Verteilnetzbetreiber im Preisblatt (meistens 1 und 2).

Durch die unterschiedliche Berechnung der Netzentgelte ergeben sich unterschiedliche Verbrauchswerte, bei denen ein Umstieg auf RLM günstiger ist als das Standardlastprofil.

Stichprobenvergleich von blog.stromhaltig

Netzbetreiber Grenzverbrauch/Jahr
EnBW Netze 4.100 kWh
E.ON Mitte 5.600 kWh
Stadtwerke Heidelberg 4.900 kWh
Stromnetz Berlin (Vattenfall) 6.400 kWh
Syna 4.100 kWh

Zum Vergleich rechnet Verivox für Standardlastprofil mit einem Jahresverbrauch einer 3-Köpfigen Familie mit 4.250 kWh/Jahr . Auf dem Netzgebiet der Syna und EnBW Netze würde sich damit RLM bereits durch die gesparten Netzentgelte rechnen.

Den Beitrag "Schon ab 4.100 kWh Stromverbrauch/Jahr kann es Sinn machen kein Max Mustermann mehr zu sein... offline Lesen:

Kommentar hinterlassen

<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong> 

benötigt