Nächster Schritt: Europäischer Markt (Quelle: PCR Initiative)

Price Coupling of Regions (PCR) – Das Europäische Modell für den Strommarkt

Nächster Schritt: Europäischer Markt (Quelle: PCR Initiative)
Nächster Schritt: Europäischer Markt (Quelle: PCR Initiative)

Nach eigenen Angaben ist das Price Coupling of Regions  (Preiskopplung der Regionen, PCR) eine Initiative von sieben Strombörsen in Europa, um eine einzige Preiskopplungslösung zu entwickeln, die zur Kalkulierung von Strompreisen und Zuteilung von grenzüberschreitenden Kapazitäten im Day-Ahead-Markt in ganz Europa genutzt werden soll.

Vergrößert man einen Markt, dann erhöht man automatisch auch die Menge, die von einer Ware gehandelt wird. Wird mit ENTSOe (Europäisches Verbundnetz) der physikalische Austausch von elektrischer Energie über die Ländergrenzen sichergestellt, so wird mit dem Price Coupling of Regions ein Gegenstück für den Stromhandel geschaffen.

Die beteiligten Marktbetreiber versprechen sich von der Kopplung, dass eine ideale Ausnutzung der Übertragungskapazitäten bewerkstelligt werden kann. Alle Marktteilnehmer sollen vom grenzüberschreitenden Handel profitieren können (Quelle). Risiken des getrennten Handels von Erzeugungs- und Übertragungskapazitäten sollen entfernt werden.

Wichtige Meilensteine wurden bereits erreicht, wie man dem Statusbericht  vom Juni 2013  entnehmen kann. Priorität hat nun auch die gesetzlichen Rahmenbedingungen zu schaffen, wie in der Risikoeinschätzung  beschrieben wird:

 If not all NRAs give their approval timely and local decisions are not coherent with each
other, NWE target planning of go-live cannot be uphold.

Passen alle Rahmenbedingungen, dann ist der Go-Live für Nord-West Europa für den November 2013 geplant.

Schaut man sich den Strommix des gehandelten Stroms an, zu dem eine Preisfeststellung an den beteiligten Börsenplätzen stattfindet, so merkt man, dass es sich um Graustrom handelt. Strom aus PV-Anlagen oder aus Windkraft spielen hier keine Rolle. Dennoch muss sich der gehandelte Strom die gleichen Leitungen teilen, was zu einer Konkurrenzsituation führt, die durch die nationale Gesetzgebung geregelt werden muss.

Beim Price Coupling of Regions wird der Anbieter den Preis bestimmen können, dessen Angebot am größten ist. Betreiber von Braunkohle und Atomkraftwerke sind hier im Vorteil, da sie langfristige Lieferzusagen eingehen können.

Da im Rahmen des Handels mit elektrischer Energie keine Übetragungsverluste berücksichtigt werden (in den meisten Ländern werden die Netzverluste verallgemeinert über alle Letztverbraucher), darf auf der physikalischen Seite keine starkes Gefälle zwischen Verbrauch und Erzeugung bestehen. Eine Homogenisierung der physikalischen Erzeugungseigenschaften in Europa würde nur durch eine Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke in Deutschland und der stärkeren Förderung der Braunkohleverstromung möglich sein.

Es ist zu hoffen, dass sich der Handel an die physikalischen Gegebenheiten anpasst und nicht , wie bei der Netzfrequenz, seine Spuren hinterlässt.

Zur Netzfrequenz hatte blog.stromhaltig bei der RWE nachgefragt und schriftlich aus dem Stromhandel mitgeteilt bekommen:

Thank you for your interesting enquiry. While I suggest that your questions could be better answered by the Transmission System Operators, I can assure you that the balancing mechanism of RWE power plants as provided by our dispatch ensure an accurate supply of electricity. (Dr. Michael Murphy – RWE Supply & Trading GmbH gegenüber blog.stromhaltig)

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