Morgens 8:00 Uhr  – irgendwo in Deutschland. Pünktlich wie jeden Tag hört man ein „Klack“ aus dem Haustechnikraum, der verrät der Strom für die Wärmepumpe ist weg. Eine Stunde später, wird erneut ein „Klack“ zu hören sein, und die Wärmepumpe wird wieder mit Strom versorgt. 

Das Abschalten der Stromversorgung einer Wärmepumpe macht keinen Unterschied auf die Wärme, die damit erzeugt wird. Es ist ein bewährtes Verfahren zur Flexibilisierung von Verbrauchern, welches bereits in den 1970er Jahren flächendeckend in ganz Deutschland ausgerollt wurde. Damals allerdings mit einem anderen Hintergrund…

Mit dem Aufkommen der Atomkraft gab es im Stromnetz besonders in den lastschwachen Nachtstunden einen Überschuss an Strom. Strom, der einen Verbraucher suchte. Nachtspeicherheizungen und später Wärmepumpen schienen hier ein geeignetes Mittel zu sein. Häuser und Wohnungen waren bereits damals ausreichend gedämmt, um bei einer Heizunterbrechung von einer Stunde nicht merklich an Temperatur zu verlieren.

Durch die Verbreitung von Windkraft und Photovoltaik kommt es auch heute zu Zeiten, bei denen relativ viel Strom im Netz vorhanden ist, der theoretisch günstiger ist als zu anderen Zeiten des Tages. Desto flexibler die Last auf die Erzeugung reagieren kann, desto nachhaltiger die Netzsteuerung.

Bei den Energie-Experten hat Robert Doelling die Anwendung des Grünstromindex für die Wärmepumpensteuerung unter die Lupe genommen. Der Grünstromindex wurde in der vergangenen Woche von blog.stromhaltig als Werkzeug vorgestellt, um zu erkennen, wann besonders viel Strom aus erneuerbaren Energiequellen im lokalen Stromnetz sind und wann nicht. Die Theorie bei der Optimierung der Wärmepumpen-Schaltzeiten besagt, dass mehr Strom aus Erneuerbaren nicht nur günstiger ist (weniger fossiler Brennstoff), sondern auch umweltschonender (0% CO2). Alles sehr Abstrakt, doch man kann den Vorgang am besten an einem konkreten Beispiel beschreiben.

Tatort: Oldenburg (Niedersachsen)

Die Regel für die Abschaltzeiten von Wärmepumpen könnten bei einem Energieversorger wie folgt beschrieben sein:

Die Dauer der Lieferunterbrechung ist auf eine Stunde begrenzt. Nach einer Unterbrechung erfolgt mindestens eine zweistündige Belieferung. Innerhalb von 24 Stunden werden nicht mehr als 3 Unterbrechungen vorgenommen.

Werden die Abschaltzeiten für den 21.09.2013 mit dem Grünstromindex optimiert, so sind diese die Stunden ab: 11, 18 und 22 Uhr.

Optimierter Grünstromanteil
Optimierter Grünstromanteil

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2 Gedanken zu “[Grünstrom Index] Optimierung bei Wärmepumpen-Schaltzeiten nutzen…

  1. Pingback: Grün Grau zum Schwarz sehen… – Ein weiteres Marktmodell das nicht für Ökostrom-Vegetarier geeignet ist. | blog.stromhaltig

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