hamburgDie zuständige Regulierungsbehörde bewertet die Werbeoffensive offenbar als grobes Foul im Kampf um das Hamburger Stromnetz, wie auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE deutlich wird. (Quelle)

Der Streit in Hamburg ist um eine Werbung entstanden, die der Stromkonzern Vattenfall bei Bild und Bild am Sonntag auf 16 Seiten veröffentlichte. Als Auftraggeber für diese Werbung steht laut Spiegel-Online das Unternehmen Vattenfall GmbH – nicht aber das Tochterunternehmen, welches als Bieter an der Konzession teilnimmt. Die Stromnetz Hamburg GmbH sei finanziell an der Kampagne nicht beteiligt, so der Mediendienst.

Am 22. September 2013 stimmen die Bürger darüber ab, ob das Netz der Hansestadt zurück in die Bürgerhand kommt.

Vor einigen Wochen hatte blog.stromhaltig bereits mit der Alternative zu einem Betrieb über die Netztochter von Vatenfall gesprochen. Im Gastbeitrag der Energienetz Hamburg eG schrieb Dr. Carola Ensslen:

Neben Energiewende und Infrastruktur spielt die regionale Wertschöpfung eine bedeutende Rolle. Mit dem Stromnetz können jedes Jahr Millionenbeträge erwirtschaftet werden. Derzeit kommt dieses Geld den Hamburgerinnen und Hamburgern aber nicht zugute, sondern fließt in erster Linie an die Vattenfall-Konzernmutter in Schweden.

Der Kritik der Bundenetzagentur an der Anzeigenschaltung von Vattenfall, beruht auf dem besonderen Merkmal, dieser Anzeige. Nach dem Unbundelling der Stromnetze kann es einem Stromerzeuger und Tarifanbieter relativ egal sein, wer der Netzbetreiber ist. Der Netzbetreiber selbst hat für die Dauer der Konzession (20 Jahre) ein Gebietsmonopol, wodurch sich ein Werben für den Erhalt eines Monopols eigentlich verbietet. 

Im Beitrag Besitzstandswahrung auf Verteilnetzebene wurden bereits einige Beispiele geschildert, welche Methoden beim Kampf um die Konzession angewendet werden. Die Anzeigenkampagne ist ein weiterer Baustein die Stimmung zu beeinflussen.

Bei aller Recherche ist es mir nicht gelungen, ein Beispiel zu finden, bei dem sich der Wechsel des Konzessionsinhabers negativ auf Preis, Versorgungssicherheit oder Kundenservice ausgewirkt hat. 

Vielleicht hat einer meiner Leser zufällig die Bild und kann mir die Anzeige scannen? Die Argumente würden mich schon interessieren.

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Veröffentlicht von Thorsten Zoerner

Seit dem Jahr 2007 beschäftige ich mich mit den Themen Stromnetz und Strommarkt. Parallel dazu entstand ein Blog, um Informationen zu den jeweiligen Themen bereitzustellen. Er ist unter blog.stromhaltig.de zu finden. Über das Thema Energiewirtschaft habe ich bislang drei Bücher veröffentlicht. In meinem 2014 erschienenen Buch zum Hybridstrommarkt beschreibe ich ein Marktdesign, das in Deutschland in das Gesetzespaket Strommarkt 2.0 aufgenommen wurde. Hierbei werden zwei Technologien des Strombezugs vereint: der Hausanschluss mit Bezug bei einem klassischen Stromanbieter und einen alternativen Bezug von erneuerbaren Energien. Die wirtschaftlichen Vorteile für ein solches Marktdesign sind erwiesen. Auch die Digitalisierung beeinflusst die Energiewirtschaft von morgen. Daher habe ich mich intensiv mit dem Thema Blockchain Technologie befasst. Blockchain ist eine Technologie, die den Austausch und die Dokumentation von Daten vereinfachen kann. Daher kann diese Technologie mithilfe der digitalen Möglichkeiten das heutige Energiesystem revolutionieren. Denn damit ist eine automatische Abgleichung von Energieerzeugung und Energieverbrauch möglich. Um zukünftige Herausforderungen und Chancen mitgestalten zu können, habe ich 2017 die Firma STROMDAO gegründet. Dort bin ich Geschäftsführer und möchte dafür sorgen, dass mithilfe der Blockchain Technologie und dem Hybridstrommarkt eine digitale Infrastruktur für die Energiewirtschaft der Zukunft aufgebaut wird. Der STROMDAO Mechanismus zur Konsensfindung für den Energiemarkt unterstützt dabei die Marktkommunikation aller beteiligten Akteure.

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