buddha

Alles ist vergänglich und deshalb leidvoll. (Buddha)

Hoffentlich ist bald 22. September und der Wahlkampf hat endlich ein Ende. Die Energiewende reduziert auf den Strompreis. Wieso nicht der Benzinpreis? Oder ist Benzin nur noch zum reinigen der Wahlkampfaussagen anwendbar – und nicht mehr als Energieträger? – Hoffentlich hat das Leid bald ein Ende…

Daniel Wetzel ist in der Online Ausgabe von Die Welt den Marathon der Strompreislügen in den Walkampfaussagen gegangen. Vielleicht einen Schritt zu weit.

2014 ist Platz für Strompreissenkung, auch ohne einen staatlich regulierten Grundtarif, hat jeder Anbieter die Wahl zwischen Senkung oder Marge. Wer würde da nicht die Marge nehmen, wenn die Kunden mit einer Erhöhung rechnen?

 „Richtig ist vielmehr, dass es in weit stärkerem Maße Schienenverkehrsbetriebe sind, die von den Kosten der Energiewende entlastet werden.“

Strom für den Schienenverkehr ist eine besondere Sache, denn dieses Stromnetz ist faktisch vom restlichen Stromnetz entkoppelt (vergl. Bahnstrom), da es technisch andere Voraussetzungen erfüllen muss. Frequenz, Lastgang und Rückgewinnung – so manche S-Bahn würde ein kleines Ortsnetz allein durch eine scharfe Bremsung zum Erliegen bringen.

Auf der EEG-Karte von blog.stromhaltig finden sich die Unternehmen, die aktuell von der Umlage befreit sind. Auf Platz 1 sind die Unternehmen der Oberflächenveredlung und Wärmebehandlung (138), gefolgt von Herstellung von Verpackungsmitteln aus Kunststoffen (97), Herstellung von Papier, Karton und Pappe (87)  usw… . Die Bahnen kommen mit 52 Betrieben auf Platz 12.

Denn tatsächlich herrscht Wettbewerb unter den mehr als 900 deutschen Stromversorgern und viele werben durchaus mit niedrigen Preisen.

Die Wechselwilligkeit der privaten Stromkunden hat sich in den letzten Jahren verbessert. Allerdings sind noch sehr viele bei ihren lokalen Anbietern. Ein Grund dürften auch die Schlagzeilen um die Discounter TeldaFax und FlexStrom sein. Ein anderer sind die nicht ganz unerheblichen Netzentgelte, die zu zahlen sind – unabhängig vom Anbieter. Sondertarifkunden zahlen hier deutlich weniger…

Das der Börsenpreis sinkt hat eigentlich relativ wenig damit zu tun, wie eine Anlage finanziert und errichtet wurde. Würde dieser Zusammenhang vorhanden, dann hätte es nie einen Roll-Out von Nachtspeicherheizungen in Deutschland, kurz nach dem Bau vieler AKWs gegeben. Der Börsenpreis wird zumindest im Intraday Geschäft sich in einem Energy-Only-Markt immer an die Grenzkosten des vorhandenen Strommixes annähern (vergl. Kapazitätsmarkt, Balance zwischen Versorgungssicherheit und Erneurbaren).

Gibt es eine Umverteilung zu denen, die sich eine PV-Anlage auf dem Dach leisten können?

Sie besteht vielmehr in dem fragwürdigen Privileg, den Mitbürgern ohne Solardach für die ungefragte Lieferung überteuerten Sonnenstroms in die Tasche greifen zu dürfen.

Das Manager Magazin hatte auf diese These eine einfache Antwort:

Im Herbst sinken die Solarstrom-Subventionen unter zehn Cent pro Kilowattstunde. Damit ist Elektrizität aus Fotovoltaik erstmals günstiger als aus neuen Atomkraftwerken – vor wenigen Jahren galt das als ausgeschlossen.

Schade, dass im Beitrag von Wetzel nicht auch noch das Thema Länderfinanzausgleich angesprochen wurde, welches man nicht ganz isoliert von der Diskussion um die EEG-Umlage betrachten kann. Oder das Thema Bürgerbeteiligung an den Stromnetzen.

„Wunderbarer als alles Glück auf Erden oder im Himmel, größer als die Herrschaft über die ganze Welt ist die Freude des ersten Schrittes auf dem Pfad der Erleuchtung.“ (Buddha – powered by Renewables)

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Veröffentlicht von Thorsten Zoerner

Seit dem Jahr 2007 beschäftige ich mich mit den Themen Stromnetz und Strommarkt. Parallel dazu entstand ein Blog, um Informationen zu den jeweiligen Themen bereitzustellen. Er ist unter blog.stromhaltig.de zu finden. Über das Thema Energiewirtschaft habe ich bislang drei Bücher veröffentlicht. In meinem 2014 erschienenen Buch zum Hybridstrommarkt beschreibe ich ein Marktdesign, das in Deutschland in das Gesetzespaket Strommarkt 2.0 aufgenommen wurde. Hierbei werden zwei Technologien des Strombezugs vereint: der Hausanschluss mit Bezug bei einem klassischen Stromanbieter und einen alternativen Bezug von erneuerbaren Energien. Die wirtschaftlichen Vorteile für ein solches Marktdesign sind erwiesen. Auch die Digitalisierung beeinflusst die Energiewirtschaft von morgen. Daher habe ich mich intensiv mit dem Thema Blockchain Technologie befasst. Blockchain ist eine Technologie, die den Austausch und die Dokumentation von Daten vereinfachen kann. Daher kann diese Technologie mithilfe der digitalen Möglichkeiten das heutige Energiesystem revolutionieren. Denn damit ist eine automatische Abgleichung von Energieerzeugung und Energieverbrauch möglich. Um zukünftige Herausforderungen und Chancen mitgestalten zu können, habe ich 2017 die Firma STROMDAO gegründet. Dort bin ich Geschäftsführer und möchte dafür sorgen, dass mithilfe der Blockchain Technologie und dem Hybridstrommarkt eine digitale Infrastruktur für die Energiewirtschaft der Zukunft aufgebaut wird. Der STROMDAO Mechanismus zur Konsensfindung für den Energiemarkt unterstützt dabei die Marktkommunikation aller beteiligten Akteure.

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