Vergleich Einspeiselastgang zu Verbrauchslastgang
Vergleich Einspeiselastgang zu Verbrauchslastgang

Durch Ihre eigenwillige Definition von Ausgleichsenergie wird es leider ziemlich unverständlich, was Sie wollen. (Leser Erwin in einem Kommentar)

Die Definition, die bei blog.stromhaltig für den Begriff Ausgleichsenergie verwendet wird, ist nicht immer ganz „marktkonform“, da alles eingerechnet wird, was als Delta zwischen der Erzeugung und dem Verbrauch entsteht. Eine andere Definition findet sich zum Beispiel bei Next-Kraftwerken. Beide Definitionen haben ihren Anwendungsfall, wenn es darum geht den Ist-Zustand der Marktintegration von Erneuerbaren Energieträgern (Wind/Sonne) im bestehenden Stromnetz näher zu verstehen und das an Letztverbraucher vermarktete Produkt Ökostrom etwas transparenter zu machen.

Wer einen Ökostromtarif hat, kann nicht davon ausgehen, dass er das nicht Hochfahren eines Kohlekraftwerkes verursacht…

Angenommen, in Deutschland hätten alle Stromkunden einen Ökostromtarif, bei dem aus Sonne, Wind und Wasserkraft die Erzeugung ist. Selbst dann würden bei der aktuellen Marktgestaltung fossile Kraftwerke Strom liefern. Ganz Deutschland kann man sich nicht vorstellen. Einen einzelnen Haushalt jedoch schon, daher wird in diesem Beitrag ein Tag von einem Haushalt betrachtet. Es sei an dieser Stelle gesagt, dass sich die beschriebenen Effekte bei mehreren Haushalten ausgleichen, jedoch nicht vollständig eliminieren lassen. Am EPEXSpot Markt, zeigt das Handelsvolumen im Intraday-Geschäft, welche Größenordnung die Effekte dennoch einnehmen.

Strom, der für mich erzeugt wird läuft zeitlich nicht mit meinem Verbrauch zusammen…

Auf dem Papier – in Buchwerten – ist Strom speicherbar, real allerdings nur bedingt. In der Einleitung zu diesem Beitrag befindet eine Grafik, die zwei Linien zeigt. Die blaue Linie zeigt den realen Lastgang eines Hauses. Bei der roten Linie handelt es sich um das sogenannte Standard-Lastprofil H0 (dyn). Als Beispiel soll eine sehr vereinfachte Welt verwendet werden, bei der nur der Stromanbieter (Tarif), das Stromnetz (Transport) und der Haushalt (Verbraucher) besteht. Einmal im Jahr wird der Stromanbieter über die Ablesung des Stromzählers den tatsächlichen Verbrauch des Haushaltes mitgeteilt bekommen. Bis zum nächsten Ablesezeitpunkt wird er dafür sorgen, dass in das Stromnetz entsprechend der roten Linie elektrische Energie (Menge) eingespeist wird.

Die Summe der benötigten Ausgleichenergie ist Null
Die Summe der benötigten Ausgleichenergie ist Null

Speist der Stromanbieter mehr ein, als der Haushalt zum jeweiligen Zeitpunkt entnehme, so muss das Stromnetz diesen speichern, bis es zum Moment, wenn mein Verbrauch höher ist als die Einspeisung.

Das Stromnetz übernimmt die Speicherfunktion, die allerdings nur auf dem Papier existiert…

In der Summe ergibt sich eine „0“. Dafür sorgen die Bilanzkreisverantwortlichen. Durch das gewählte Verfahren wird die Abrechnung für die Differenzen zwischen Einspeisung und Verbrauch leichter abrechenbar, denn man benötigt nur noch eine Zahl (Zählerstand/Verbrauch) pro Jahr und kann damit für die „0“ sorgen. Da sehr viele Kunden am Stromnetz hängen, geht dieses Verfahren sogar zum Teil auf. Allerdings bringt es gerade im Bereich der Netzintegration von erneuerbaren Energieträgern einige Scheintransparenzen mit sich.

Ausgleichsenergie ist gehandelte Systemenergie, diese ist immer Graustrom…

An der Strombörse gibt es keine Stromkennzeichnung, da das Mitführen der Herkunftsinformation der elektrischen Energie sehr aufwändig sein würde. Das Speichern über die Börse funktioniert, indem der Betreiber des Stromnetzes die überschüssige Menge an der Börse verkaufen wird, sowie zusätzlich benötigte Energie einkaufen wird.

Im vereinfachten Szenario, bei dem es nur den Stromanbieter, das Stromnetz und dem Haushalt gibt, wird die Abweichung zwischen dem Standard Lastprofil (Erzeugung) und dem tatsächlichen Verbrauch immer einen Handel mit sich bringen.

Profiltreue im Vergleich zur Ausgleichenergie
Profiltreue im Vergleich zur Ausgleichenergie

Unter Profiltreue wird die Strommenge bezeichnet, bei der keine Ausgleichenergie benötigt wird, d.h. auch das Stromnetz nicht als „Speicher“ benutzt wird. Diese Menge kann man in der einleitenden Grafik ermitteln als die Fläche, die sich von der 0-Linie bis zur ersten Linie ergibt. Dabei ist es egal, ob es sich um die Verbrauchmenge – oder die Erzeugungsmenge handelt.

Bei kleinerer Erzeugung als Verbrauch (rote Linie unterhalb der blauen Linie), wird positive Ausgleichenergie benötigt (Speicher entladen). Die Fläche zwischen den Beiden Linien ist in diesem Fall die Menge der Unterdeckung. Das Gegenteil (blaue Linie unterhalb der roten Linie) ergibt die negative Ausgleichenergie, eine Ladung des Speichers Stromnetz und die Summe der negativen Ausgleichenergie.

Den Beitrag "Bekenne mich schuldig! Ich habe Ökostrom verschmutzt... offline Lesen:

Ein Gedanke zu “Bekenne mich schuldig! Ich habe Ökostrom verschmutzt…

  1. Pingback: Statistische Bestandsaufnahme der Sekundärregelenergie via blog.stromhaltig.de

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