Strompreisdiskussion
Strompreisdiskussion

Es geht um die Weitergestaltung eines Marktes und auch um das Thema Daseinsvorsorge. Der Strompreis und dessen Gestaltung eint private Haushalte und Gewerbebetriebe im Jammertal. Scheitert die Energiewende wirklich am Strompreis? Oder vielleicht nur die Berichterstattung?

Selbstverständlich ist dies kein Vorhaben, welches binnen kurzer Zeit nach fertigen Rezepten ohne unablässiges Suchen nach den jeweils zweckmäßigen Lösungen zu bewältigen währe. Vorwärts immer Rückwärts nimmer! (Erich Honecker)

Moderne Medien-Kriegsführung läuft immer nach dem gleichen Muster ab: Man finde einen Sündenbock, der möglichst dem Leser einen Schaden zufügt. Die Waffe die zum Einsatz kommt wird gleich mit in Ungnade gestürzt, ohne den Blick auf die eigentlichen Hintergründe zu vertiefen.

„Firmen wollen auf Kosten privater Haushalte sparen“

Schreibt die Welt in ihrer Online-Ausgabe zu einem  Antrag von weiteren Unternehmen von der EEG Umlage befreit zu werden. Der Haushaltskunde schaut auf die Stromrechnung und stellt fest, dass diese gestiegen ist. Den Feind hat er – dank der Berichterstattung – ausgemacht und kann ihn nun bekämpfen. Zum Glück ist es kein Bürgerkrieg mehr, der Nachbar mit der neuen PV-Anlage darf man wieder gegrüßt werden, denn er macht den Strom nicht teuer.

Gewerbsmäßige Schieflage

Zum Stichtag am 1. Juli seien 2367 Anträge von Unternehmen eingegangen. Im vergangenen Jahr seien es zum Stichtag 2055 gewesen.  (Die Welt)

Die Zweckmäßigkeit der Befreiung aus der EEG-Umlage darf man ruhig hinterfragen. Kommuniziert wird gerne der internationale Wettbewerb, indem sich viele Unternehmen befinden. Energiekosten und damit auch Stromkosten machen einen großen Anteil in der vollautomatisierten ,menschenleeren Produktion aus. Ein Antrag als Alternative zur Auslagerung in eine Auffanggesellschaft – der Strom kennt keinen Betriebsrat.

Als Gewerkschaft hat sich unlängst die Europäische Union aufgetan, die daran erinnert, dass weniger Verbrauch auch weniger Kosten bedeutet. Zur Energieeinsparverordnung schreibt die Zeitung für kommunale Wirtschaft:

In punkto Energieeinsparverordnung rebelliert die Europäische Komission auf, erhöht Druck auf Berlin und droht mit einer Millionenstrafe: In einem Vermerk des Bundesministeriums vom Donnerstag vergangener Woche ist von einer Vertragsstrafe von 100-150 Mio. € die Rede, „je nach Höhe des Tagessatzes“, zitiert das „Handelsblatt“ heute (10. Juli) daraus.

Der blaue Brief aus Brüssel geht nicht nur an die aktuelle Bundesregierung, er geht auch an die Opposition. Im Kampf um Wählerstimmen ist eine Blockade das Mittel zur Verteidigung der eigenen Länderei.

Der Blick durch das Schlüsselloch in das Schlafzimmer der Eltern, nennt sich bei der Energiewende „Strompreis“. Abwechselndes Aufstöhnen der Beteiligten und ein erbitterter Stellungskrieg. Die Tür aufmachen und laut reinschreien: „Ich will aber keinen Hund!“  funktioniert allerdings nicht. 

Gewerbsmäßige Visionslosigkeit

Dem Bürger wird die Beobachterrolle aufgetragen. Blogs, Zeitungen und Fernsehsender sind verantwortlich für das Bild, dass im Cortex seine mediale Abbildung findet. Wie gerne würden wir Hintergründe zu Veränderungen diskutieren…

Warten alle auf die Bundestagswahl? Man liest oft, dass konkrete Konzepte erst nach der Wahl vorgestellt werden sollen. Vor der Wahl möchte sich keiner mehr bewegen. Aber wie sollen die Wählerinnen und Wähler sich dann entscheiden? Schließlich spielt 39% der Bundesbürger die Energiepolitik bei der Wahlentscheidung eine Rolle und für weitere 29% sogar eine sehr große Rolle, wie eine Befragung im Auftrag des Stromversorgers Lichtblick ergeben hat. Damit ist die Energiewende ein Thema, das die Wahl mit entscheiden kann. (Andreas Kühl von Energynet)

Rezepte für die Zukunft. Ein Wahltermin sollte dazu beitragen, dass diese erstellt werden. Doch was bislang veröffentlicht wurde fehlt die notwendige Detaillierung. Eigentlich müsste doch alles untersucht sein – jede Facette. „Stromnetz Studie“ liefert in der Zeit vom 01.07.2011-30.06.2012 bei Google 19.700 Ergebnisse. Auf 33.500 Ergebnisse kommt man ein Jahr später.  Mit 169.000 liefert „Studie Energiewende“ von 01.07.2012 bis 30.06.2013 fast doppelt soviel als im Vorjahr. War das Geld für Studien umsonst? Oder wurden diese nicht gelesen?

Rückwärts nimmer!

Monitoring - Aufmerksamkeit Energiewende
Monitoring – Aufmerksamkeit Energiewende

Sind die Inhalte der Energiewende wirklich zu schwer zu transportieren? Scheinbar ja. Die Diskussion rund um den Strompreis ist das Überdruckventil auf dem sich jede Gemengelage gefahrlos abwälzen lässt.  Selbst Grundsatzdiskussionen, die längst abgeschlossen galten entfachen unter dem Deckmantel des Strompreises erneut.

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Ein Gedanke zu “Visionslosigkeit in der Strompreisdebatte

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