StromMix-Navigator
StromMix-Navigator

Im StromMix Navigator bekommt man den aktuellen Mix an einem Standort angezeigt. Die Daten sind dabei etwa 1-2 Monate alt und werden ständig aktualisiert. Nicht angezeigt bekommt man bislang, wie sich der Mix durch Zu- und Abbauten von Erzeugungsanlagen verändert. Eine Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes animiert allerdings, sich neben der geographischen Komponente des Strommix auch die zeitliche Komponente etwas näher anzusehen. Karsten Wiedemann, der Umweltjournalist, der unter anderem unter @100erneuerbar twittert,  hat es getan:

Doch es gibt noch mehr, dass man in den Zahlen der Arbeitsgruppe Energiebilanzen erkennen kann, auch wenn die Zahlen erst einmal frei von einer Ursachenerklärung sind. Bei den Key-Performance-Indikatoren (KPIs) der Energiepolitik lassen sie allerdings deutliche Diskrepanzen zwischen gefühltem Status und Realität erkennen.

Atomkraft auf Ausstiegskurs

Atomenergie in Deutschland ist abgehakt. Zwar laufen noch einige Reaktoren, doch um diese kümmert man sich lediglich noch im Zusammenhang mit einer Endlagersuche. Es amüsiert, wenn sich Europa (in Gestalt von Günther Oettinger) sich plötzlich darin einmischt. Für Berater muss man ansonsten sehr viel Geld bezahlen.

Das die Atomenergie am Strommix auf 16,1% zurück geht, ist daher nur im Sommerloch der Meldungen eine Erwähnung wert. Das immer noch  rund 100 Mrd. kWh aus dieser  Erzeugung stammt, bleibt eher unkommentiert. Trotz der hohen Strom-Exporte und teilweise negativen Strompreisen wird der Ausstieg nicht den wirtschaftlichen Gegebenheiten angepasst.

Windkraft auf Abstiegskurs

48,9 Mrd. kWh wurden noch im Jahre 2011 an aus dem Wind erzeugt. Im Jahre 2012 waren es nur noch 46,0 kWh. Ein Rückgang von fast 6% – oder 0,6% im Strommix. Erstaunlich, bedenkt man, dass mittlerweile mehr Erfahrungen beim RePowering und beim Betrieb dieser Anlagen vorhanden sein sollte. Potential für Windenergie ist vorhanden, wie man im Blog von Windwärts lesen kann:

Fast 14 Prozent der Fläche in Deutschland, so rechnet das Umweltbundesamt vor, eignen sich theoretisch für die Nutzung von Windenergie – wenn dabei die neueste Technik zum Einsatz komme, sei so die Installation von 1.200 Gigawatt Windenergieleistung möglich. Bei zugrunde gelegten 2.400 Vollaststunden im Jahr je Anlage könnten 2.900 TWh Strom erzeugt werden

Im Beitrag findet man dann auch ein Grund, warum der Goldschatz nur schwerlich gehoben wird:

Auch, so stellten die Autoren der Studie fest, ließe sich das „Henne-Ei-Problem“ beim Netzausbau lösen – zumindest was die Kosten betrifft. Da die Stromnetze derzeit nicht ausreichen, um einen großen Zubau von Wind- und Solarkraftwerken zu bewältigen, die Netzbetreiber aber die hohen Investitionen scheuen, blockierte man sich bislang oft gegenseitig oder die neuinstallierten Anlagen mussten gedrosselt werden.

Drosselung und Probleme, die lokal gelöst werden müssen, lassen zumindest für Investoren die Bereitschaft leicht entschwinden.

Ein scheues Reh ist das Kapital und entwischt beim leisesten Knacken.

Es knackt gewaltig bei der Windenergie in Deutschland.

Den Beitrag "Strommix 2012: Deutlich brauner - Windkraft im Minus offline Lesen:

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