Offene Anfrage zum Thema Umlage/Steuer auf Eigenstrom bei CDU/CSU und B90/Grüne

Eigenstrom - Das Buch von Stromhaltig.de
Eigenstrom – Das Buch von Stromhaltig.de

Ende Januar 2013 hatte der Bundes Umweltminister Peter Altmaier sein EEG Reformvorschlag vorgestellt. Einige Tage später folgte von Bündnis 90/Die Grünen ein Gegenvorschlag  Besser bekannt geworden ist das Thema unter dem Begriff „Strompreisbremse“. Beide Vorschläge beinhalteten allerdings ein Konstrukt, welches eine Besteuerung oder Umlage auf selbst erzeugten und verbrauchten Strom vorsieht. In den für die Bundestagswahl im September auf Hochglanz gebrachten Wahlprogrammen, fehlt dieser Detaillierungsgrad blog.stromhaltig fordert nun die beiden Parteien auf, eine Stellung abzugeben, ob dieser Plan noch existiert oder nicht?

Ab 1.5.2013 existiert eine Förderung für Speichersysteme bei PV-Anlagen. Damit kann der auf dem eigenen Dach erzeugte Strom gespeichert und zu einem späteren Zeitpunkt selbst genutzt werden – ohne dass es in das öffentliche Stromnetz eingespeist wird.  Verbraucher die sich auf diese Art eine teilweise Unabhängigkeit erkaufen wollen, könnten durch eine zusätzliche Besteuerung oder Umlage getroffen werden.

Ebenfalls getroffen werden könnten Industrieunternehmen, die ein eigenes Kraftwerk betreiben und so eine Unabhängigkeit in ihren Energiekosten erzielen wollen. Durch KWK und Nutzung der Prozesswärme ist die elektrische Energie ein gern gesehenes Abfallprodukt.

Auch sollte nicht vergessen werden, dass rund 10% des in einem thermischen Kraftwerk erzeugten Stroms niemals bei einem Endkunden ankommt, da es direkt bei der Erzeugung für die Kühlung, Pumpen, Umspannung und ähnliches direkt verbraucht wird. (s.h. auch 20% des erzeugten Stroms kommt nie beim Verbraucher an).

Mit der Bitte um Rückantwort bis 18.07.2013 hat blog.stromhaltig die beiden Direktkandidaten des Rhein-Neckar-Kreises Dr. Stephan Harbarth (CDU) und Dr. Edith Wolber (Bündnis 90/Die Grünen) um eine Beantwortung der folgenden Fragen gebeten:

  • Ist dieses Vorhaben noch aktuell und wird es weiterverfolgt? 
  • Wenn nein: was sind die Gründe, dass dies nicht weiter verfolgt wird? 
  • Wenn ja: welche Grenze wird gezogen bei den Eigenstromerzeugern?
  • Werden thermische Kraftwerke ausgeschlossen, die bis zu 10% der erzeugten Strommenge für Kühlung/Pumpen und Betrieb benötigen? 
  • Sind KWK-Kraftwerke, die auch Prozesswärme erzeugen ausgeschlossen? 
  • Wird die Entwicklung sich zu einem festen Betrag abhängig von der Kapazität entwickeln – oder abhängig vom tatsächlichen Eigenverbrauch sein?
  • Ist ein solcher Vorschlag mit der Förderung von Stromspeichern vereinbar?

Die Antworten der Kandidaten wird am 22.07.2013 veröffentlicht werden. Selbstverständlich dürfen auch die anderen Parteien ihre Antworten in gewohnter Form per Mail oder als Kommentar abgeben.

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Veröffentlicht von Thorsten Zoerner

Seit dem Jahr 2007 beschäftige ich mich mit den Themen Stromnetz und Strommarkt. Parallel dazu entstand ein Blog, um Informationen zu den jeweiligen Themen bereitzustellen. Er ist unter blog.stromhaltig.de zu finden. Über das Thema Energiewirtschaft habe ich bislang drei Bücher veröffentlicht. In meinem 2014 erschienenen Buch zum Hybridstrommarkt beschreibe ich ein Marktdesign, das in Deutschland in das Gesetzespaket Strommarkt 2.0 aufgenommen wurde. Hierbei werden zwei Technologien des Strombezugs vereint: der Hausanschluss mit Bezug bei einem klassischen Stromanbieter und einen alternativen Bezug von erneuerbaren Energien. Die wirtschaftlichen Vorteile für ein solches Marktdesign sind erwiesen. Auch die Digitalisierung beeinflusst die Energiewirtschaft von morgen. Daher habe ich mich intensiv mit dem Thema Blockchain Technologie befasst. Blockchain ist eine Technologie, die den Austausch und die Dokumentation von Daten vereinfachen kann. Daher kann diese Technologie mithilfe der digitalen Möglichkeiten das heutige Energiesystem revolutionieren. Denn damit ist eine automatische Abgleichung von Energieerzeugung und Energieverbrauch möglich. Um zukünftige Herausforderungen und Chancen mitgestalten zu können, habe ich 2017 die Firma STROMDAO gegründet. Dort bin ich Geschäftsführer und möchte dafür sorgen, dass mithilfe der Blockchain Technologie und dem Hybridstrommarkt eine digitale Infrastruktur für die Energiewirtschaft der Zukunft aufgebaut wird. Der STROMDAO Mechanismus zur Konsensfindung für den Energiemarkt unterstützt dabei die Marktkommunikation aller beteiligten Akteure.

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