Bild: Osha Gray Davidson
Bild: Osha Gray Davidson

Es ist einfach erfrischend, etwas über die Energiewende in Deutschland aus den Augen eines Amerikaners zu lesen. Osha Gray Davidson wurde 1954 geboren und ist durch etliche Veröffentlichungen bekannt geworden unter anderem in Rolling Stone Magazine und Forbes. In Deutschland kennt man ihn am ehesten aus dem IMAX Klassiker Wunderwelt Korallenriff – Ein Paradies in Gefahr, bei dem er einer der Co-Autoren ist.

Im Spätjahr 2012 hat er sich auf die Reise nach Deutschland begeben und seine Erfahrungen im Buch Clean Break: Die Story der deutschen Energiewende und was Amerika daraus lernen kann niedergeschrieben. Am 02.07.2013 ist das Buch in der deutschen Übersetzung durch Daniela Janz erschienen und aktuell kostenlos im Rahmen von Amazon-Singles leihbar (Normalpreis: 0,99€/ ca. 50 Seiten / Nur EBook).

Die Energiewende ist aus Deutschland nicht mehr weg zu denken. Wie fest sie verankert ist, bekommt man schon auf den ersten Seiten des Buches zu spüren. Ganz im Gegensatz zu den USA, die noch in den 1970er Jahren deutlich vor Deutschland in der Entwicklung waren. Der Leser lernt, dass man die Zielstrebigkeit der Politik an ihren Regierungsgebäuden erkennen kann. Das Capitol hatte unter Jimmy Carter als erstes Regierungsgebäude der Welt eine PV-Anlage auf dem Dach. Dies ist allerdings bereits unter Reagan wieder demontiert worden. Der Deutsche Reichstag hat ein sehr cleveres System aus Kunst auf dem Dach (Kuppel) – und dazu ein BHKW im Keller, der Rest der Energie kommt aus erneuerbaren Quellen in der Umgebung.

Im Buch kommen die Macher der Energiewende zu Wort. Voran H.J. Fell (Die Grünen) und R. Baake (Geschäftsführer der Agora Energiewende) – zwei Urväter des ursprünglichen EEGs und bis heute Vordenker in Sachen Energieversorgung der Zukunft. Dabei ist auch die Stromrebellin Ursula Sladek von den Elektrizitätswerken Schönau (Interessant: Es existiert eine englische Wikipedia Seite zu ihr, aber keine Deutsche). Alle steuern sie Ihre Perspektive zum Gesamteindruck der Reise von Davidson bei.

Die Antwort auf die Frage, warum die Energiewende gelingen wird, hat Davidson auch sehr passend formuliert:

Die Energiewende verdankt ihren Erfolg noch mehr einer deutschen Eigenschaft, die oft verspottet wird: Dem systematischen Ansatz zur Problemlösung.

Manchmal ist Systematik eine eigene Form der Genialität.

Bei all den Graben(wahl)kämpfen, der Besitzstandswahrung und Kommunikations-Irrsinns, die uns der Alltag beschert, ist diese extrinsische Bestandsaufnahme eine willkommene Abwechslung.

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