Bei den vorangegangenen Teilen dieser Artikelserie wurde ein scheinbar harmloses, alltägliches Ergeignis in der Zukunft verwendet, um einen einzelnen Posten herauszuarbeiten: Hinter den Nebenkosten der Stromrechnung, die sich Netzentgelte nennen, ist ein Geschäftsmodell, welches keine Nebensache bleiben sollte. Ein Kostenfaktor, der bereits heute die Haushalte mehr kostet, als die gesamte EEG-Umlage.

Dieser letzte Teil der Serie soll ein Fazit ziehen und auch ein paar Punkte ansprechen, die bislang nicht beachtet wurden.

Einer der vernachlässigten Punkte ist die Direktvermarktung. Bei diesem Geschäftsmodell wird bei Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen, direkt mit dem Abnehmer ein Vertrag geschlossen. Dies wurde vernachlässigt, da bei diesen Geschäften die auch hier notwendige Ausgleichenergie direkt organisiert werden muss. Prognosefehler  – und die Suche nach deren Ursache – beschränkt sich auf einen überschaubaren Rahmen, Auch liegt es im Interesse des Erzeugers die Qualität der Prognose zu verbessern.

Ebenfalls wurde die Regelenergie ausgeklammert. Diese ist hinsichtlich ihres Abrufes sehr strikt reguliert. Es existiert eine maximale Kapazität, die zur Verfügung steht und ist ein Instrument welches immer eine Ursache hat (Frequenzschwankung). Durch die Abrufmengen, die auf den Seiten der Übertragungsnetzbetreiber veröffentlicht werden, ist dieser Markt vergleichsweise transparent.

Fazit

Zwar sind die Netzentgelte in den letzten Jahren nur moderat gestiegen, allerdings machen sie mit 26% des Strompreises (Quelle: Focus) einen spürbaren Anteil in den Kosten der privaten Haushalte aus. Die Empfehlung einen günstigen Stromanbieter zu wählen, kann als Suggestion gewertet werden, da dieser lediglich für die Profillast günstigere Konditionen als Wettbewerber erzielen kann. 75% des Strompreises sind nicht durch gutes oder schlechtes Handeln der Stromanbieter beeinflussbar.

Gerade für das Gelingen der Stromwende muss es mehr Anreizfaktoren geben, die Qualität von Prognosen zu verbessern. Konzessionsverträge bei den Verteilnetzen sind zu langfristig, um einen wirtschaftlichen Druck bei den Netzentgelten aufbauen zu können.

Die Verteilnetzbetreiber unterliegen heute einer starken Regulierung, was ihre Gewinne angeht. Die Netzentgelte sind von der Bundesnetzagentur zu genehmigen, die wiederum eine 9% Eigenkapitalrendite als Obergrenze durchsetzt. Beim Abruf von Ausgleichenergie verdient allerdings nicht der Netzbetreiber, sondern der Erzeuger. Eine Kolchose, bei der es noch vier dominante Anbieter gibt. Bevor Diskussionen über Systemrelevanz bestimmter Kraftwerke geführt wird,, sollte der Markt der Ausgleichenenergie – oder genauer gesagt des Marktgeschehen im untertägigen Handel – näher begutachtet werden.

Der Vorschlag Grünstrom nur mit Grünstrom und Graustrom nur mit Graustrom auszugleichen ist ein Anfang, der einen indirekten Druck ausüben könnte.

Über die Immobilienblase, deren Entstehung und die Rolle der Banken hatte eine Analystin von JP Morgan im TV-Interview einmal gesagt: Gemacht wurde alles, was nicht explizit verboten war.

§42 Stromkennzeichnung, Transparenz der Stromrechnungen, Verordnungsermächtigung:

Elektrizitätsversorgungsunternehmen sind verpflichtet, in oder als Anlage zu ihren Rechnungen an Letztverbraucher und in an diese gerichtetem Werbematerial sowie auf ihrer Website für den Verkauf von Elektrizität anzugeben:
1. den Anteil der einzelnen Energieträger (Kernkraft, Kohle, Erdgas und sonstige fossile Energieträger, erneuerbare Energien, gefördert nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz, sonstige erneuerbare Energien) an dem Gesamtenergieträgermix, den der Lieferant im letzten oder vorletzten Jahr verwendet hat; spätestens ab 1. November eines Jahres sind jeweils die Werte des vorangegangenen Kalenderjahres anzugeben;
2. Informationen über die Umweltauswirkungen zumindest in Bezug auf Kohlendioxidemissionen (CO2-Emissionen) und radioaktiven Abfall, die auf den in Nummer 1 genannten Gesamtenergieträgermix zur Stromerzeugung zurückzuführen sind.

Es ist zulässig, dass ein Kernkraftwerk aus dem Winterschlaf geholt wird, wenn ich in 30 Stunden das Licht einschalte, selbst wenn ich mit meinem 100% Ökostromtarif explizit mich dagegen ausgesprochen habe.

Licht aus.

Den Beitrag "In 30 Stunden schalte ich das Licht ein... – Teil 5 offline Lesen:

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