Evolution des EDM zum Energie 4.0
Evolution des EDM zum Energie 4.0

Die Verwaltung von Daten aller Art befindet sich auch bei den Energieversorgern im Umbruch. War lange Zeit der Kunde lediglich eine Zählpunktnummer, so bekommt er langsam ein Gesicht. Längst werde Stimmen laut, ob nun sogar der Stromkunde zu transparent wird? Datenschutz vernachlässigt? – Energie sind mehr als Zählerdaten, es sind Wetterdaten, Erzeugung, Zustandsinformationen, Abrechnung und vieles mehr….

In der Realität befinden sich die meisten EVUs heute noch irgendwo zwischen den 4 Evolutionsstufen. Manche Bereiche sind weiter, manche machen ihre Datenhaltung noch immer in Tabellenkalkulationen. Die Art des Datenmanagements wird aber entscheiden, ob das Netz nur Transportmittel bleibt, oder intelligent wird. Wünschenswert auch für die Kunden, denn Intelligente Netze sind wesentlich günstiger als passive. Bedenkt man, dass die Kosten für das Netz fast 1/3 des Strompreises ausmacht  – und mehr als 70% der Marge, entsteht eine ökonomische Pflicht nicht nur einen Blick darauf zu werfen.

V1.0 – Die Manufaktur

Ähnlich der Steuererklärung werden Listen geführt und Dokumente befüllt. Berechnungen beschränken sich auf die Grundrechenarten. Optimiert wird wenn, dann an der Technik – nicht aber an den Daten.

Vor einigen Wochen hatte wurde mir von einem Betriebsleiter berichtet, dass er seine „Messwerte“ noch sehr gut in Excel verarbeiten kann. Recht klar, denn außer wird niemand diese Daten nutzen…

Das Excel als einfaches Silo. Braucht doch mal jemand Zahlen, dann werden diese auf Anfrage in eine Mail kopiert und zugeschickt.

V2.0 – Das Fließband

Sobald die Takt-zahl steigt, skaliert die manuelle Datenhaltung ohne weitere systemische Hilfe nicht mehr. Spezielle Systeme kümmern sich um Standardvorgänge wie die Erstellung von Abrechnung und Schichtpläne. Anlagenstammdaten werden nun zentral verwaltet. Die Messwerte aus dem Excel verschwinden als Dateianhang an einer Maske.

Beim Fließband ist der Kernprozess des EVUs festgelegt. Es geht um den Verkauf von Strom von einem Kraftwerk an viele Kunden. Optimiert werden die datentechnischen Durchlaufzeiten. ERP Systeme halten die Transaktionen zusammen.

Reichte in der Manufaktur ein Silo, so entstehen entlang der Prozesskette nun viele Silos mit speziellen Daten wie Stammdaten, Betriebsdaten, Kundendaten…

V3.0 – Automation

Die Automatisierung ist soweit voran geschritten, dass es kaum noch Interaktionen mit dem Hauptgeschäft benötigt. Im Rahmen von Cockpits/Dashboards kann man den Zustand und die Ziele überwachen. Ein Alerting sorgt dafür, dass Ausnahmesituationen behandelt werden.

Ähnlich dem Cockpits eines Flugzeugs oder eines Autos werden aus den verschiedenen Bereichen visuell die Informationen zusammengeführt. So erscheinen Verbrauchsdaten neben den Erzeugungsdaten verlinkt.

Ähnlich dem Web 3.0 spielt bei der dritten Energie-Daten Evolutionsstufe das semantische Verständnis der Objekte bereits eine Rolle. Es werden Relationen zueinander aufgebaut, allerdings noch recht statisch.

Zu Erkennen ist die Automation am besten daran, dass bei Problemen die Mitarbeiter zumeist die Sätze mit der Aussage „Moment da muss ich in das XYZ System reingehen“ beginnen.

V4.0 Intelligente Energie

Bei der letzten Evolutionsstufe werden nicht die Problem / Fragestellungen an die Daten angepasst, sondern umgekehrt. Es werden Systeme eingesetzt, die keine Silos kennen, sondern jegliche Information erkennen und einordnen können. Fragestellungen wie der Durchschnittsverbrauch an einem Sommertag bei einem bestimmten Zähler werden Ad-Hoc formuliert und beantwortet.

Gerade mit dm Aufkommen von Big-Data ist es weniger das Problem die Daten zu verwalten, als den Zugriff und die Nutzung darauf sicherzustellen. So wie eine theoretische Verlinkung von jeder Webseite der Welt auf jede Webseite der Welt im Internet möglich ist, können die verschiedenen datenführenden Systeme miteinander kombiniert werden.

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