Eigenstrom aus PV - nicht nur sexy... - Der Sonnenflüsterer auf der Intersolar

Eigenstromprivileg – ein Gastkommentar des Sonnenflüsterers

Der Sonnenflüsterer  / Foto: BSW / agenturfrey.de
Der Sonnenflüsterer / Foto: BSW / agenturfrey.de

Vor drei Wochen hatte blog.stromhaltig zwei Direktkandidaten aus dem Rhein-Neckar-Kreis in einer offenen Anfrage mit einer Aussage aus dem Februar 2013 konfrontiert, nachdem sowohl die Grünen als auch die CDU beabsichtigten den Eigenverbrauch  von PV-Strom kostenpflichtig zu machen. Für Bündnis 90/Die Grünen hatte Frau Dr. Edith Wolber geantwortet. Beim CDU Kandidaten warte ich noch…

Ein großer Vorteil der Vernetzung der Energieblogger  ist, dass man sich gegenseitig den Ball bei Themen zuspielen kann. Meine Wahl beim Thema solarem Eigenverbrauch ging an Erhard Renz, der in seinem Blog auch darüber berichtet.

Eigenstromprivileg

Vielen Dank an Thorsten mir hier bei ihm im Blog einen Gastkommentar abzugeben. Vorab, auch ich bin Grüner allerdings nur Kommunalpolitisch. Die Mühlen der demokratischen Mühlen für „höhere Weihen“ sind mir zu anstrengend.

Es ist schon bezeichnend wenn die CDU an Thorsten keine Rückantwort gibt und die Antwort der Grünen noch nicht ausgereift ist.

Ich möchte gleich zu Beginn klarstellen, es gibt kein Eigenstromprivileg. Wo kämen wir denn hin, wenn es ein Privileg wäre wenn man eine Ware die man selbst produziert hat, auch selbst nutzt?
Es ist eine Selbstverständlichkeit wenn man selbstgeschaffenes nutzt. Durch die langen Jahre des EEG, in dem der selbst erzeugte Strom „nur“ verkauft werden durfte, versuchen uns einige einzureden wir hätten ein Privileg „welches keines ist“.

Es ist auch absurd zu denken wer seinen Strom selbst produziert und auf dem eigenen Gelände verbraucht wäre unsolidarisch. Der Solarstromproduzent verhält sich doch genau so wie jemand der Strom spart. Er nimmt einfach weniger Strom aus dem öffentlichen Netz. Sind dann die LED Lampen „Lichtprivilegleuchten“ nur weil diese weniger Strom aus dem Netz ziehen? Müssen dann auch LED Firmen eine „solidarische Netznutzung“ abführen?

Muß der Bäcker/Metzger für seine Brötchen/Würstchen die er selbst verzehrt eine Eigennutz-Steuer abführen?

Während meiner Zeit als Daimler Mitarbeiter hatte ich einen Jahreswagen zu versteuern weil der „Geldwerte“ Vorteil den ich durch den verbilligten Einkaufs des Mercedes eine gewisse jährliche Höchstgrenze überschritt. Allerdings nur den Wert der die über die Freigrenze hinaus ging. Ebenso sind Sachbezüge bis zu einer Höhe von ca. 1.000 Euro steuerfrei! Bei Sachbezügen geht es um Vorteile die ein Arbeitgeber seinen Mitarbeitern gibt. Selbst wenn eine Besteuerung der „Pseudoprivilegierung“ beschlossen würde, dürften Kleinstabgaben nicht erhoben werden und durch einen Freibetrag gedeckt sein.

Ich habe selbst eine PV Anlage mit Stromspeicher in meinem Haus. Mir liegt das erste Halbjahr an Verbräuchen und Erträgen vor.  Trotz der zusätzlichen Batterie habe ich „nur“ ca. 40% meiner Stromproduktion (aus 8,88 kWp) direkt im Haus verbraucht. Ich habe zu dem Eigenverbrauch aber noch mal ca. 75% von meinem Eigenverbrauch aus der PV Anlage „exportiert“. Dafür zahlt der Empfänger dann Netznutzungsgebühr! Ebenso benötige ich zusätzlichen Strom weil trotz PV und trotz Stromspeicher ich 50% meines Stromverbrauchs immer noch einkaufen muß. Auch hier bezahle ich Netznutzungsgebühr.

Unter dem Strich zahle ich also mehr Netznutzungsgebühr wie ohne PV Anlage auf dem Dach. Das ist nicht unsolidarisch sondern im Gegenteil, es ist solidarisch. In meinem Fall werde ich max. ca. 2.000 kWh im Jahr selbst verbrauchen. Bei ca. 5 Cent je kWh derzeitige Netznutzungskosten je kWh reden wir also von max. 100 Euro im Jahr obwohl ich das Netz ja eigentlich nicht in Anspruch nehme.

Da sag ich traditionell:
Umlage auf Eigenstrom – Nein Danke!

Von Erhard Renz (Sonnenflüsterer)

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