„Energiewende bleibt vorerst aus“ steht in fetten Lettern über dem Bericht zur Studie von Exxon-Mobil, die N24 am gestrigen Montag in seinen redaktionellen Beiträgen aufgenommen hat. Klar, dass der Konzern in seiner Studie auch in der Zukunft die fossilen Energieträger als dominant sehen wird. Kaum vorstellbar, was die Aktionäre sagen würden, wenn man bei einem Kurs rund um das 2-Jahres Hoch plötzlich das Hauptgeschäft für nicht zukunftsfähig erklären würde.  Nun kommt solch eine Meldung über den Ticker in die Redaktion. Zeit, um den Wortlaut den andere Medien verwenden abzuändern ist nicht, also darf der Volontär noch schnell eine Überschrift als investigative redaktionelle Kreation schöpfen. Schon ist die Meldung online. Ein sehr berechenbares Ergebnis um Meinung zu machen. Denn Ja, wir wollen alle nicht mehr zahlen als notwendig. Die einen nicht für ihren Strom – die anderen nicht um Fracking in Deutschland wirtschaftlich zu gestalten.

„Wind und Solar produzieren über 60 Prozent des Stroms in Deutschland“ – eine andere Meldung des gleichen Tages wird im Eifer des Gefechtes nicht mit der Tickermeldung (Quelle: DPA) in Einklang gebracht. Das die Studie von Exxon sich hauptsächlich mit Gesamtenergiebedarf (Heizung+Strom+Mobilität) beschäftigt, das Zitat aus dem Interview mit Rainer Brüderle in der Rheinischen Post unter der Überschrift „Kann mit gebrochenem Bein telefonieren“ erschienen ist, zeigt die Wichtigkeit für den Interviewer für die zitierte Aussage aus der Meldung zur Studie. Das Zitat ist aber vorhanden – zu Strompreisen, wie es der FDP-Politiker gesagt hat – und nicht zu den Öl/Gaspreisen, die Verbraucher bekanntlich stärker treffen. Sind die Ölpreise künstlich nach oben manipuliert worden? Die EU-Komission  untersucht noch immer. Eigentlich müsste man sich das Gesamtbild zum Thema Energie anschauen.

Das in der Studie in Wirklichkeit eine Watschen für die aktuelle Bundesregierung steckt, bleibt unbemerkt. Übertrieben formuliert: Exxon Mobil hat in seiner Studie herausgefunden, dass die Klimaziele der Bundesregierung vom Mai 2013 nicht realistisch sind.  Das ist nun der Dank des Unternehmens für den Einsatz für Fracking. Nicht aufgefallen ist ferner, dass man auf Seite 5 in der Grafik auf andere Zahlen des Anteils  der Erneuerbaren beim Strom kommt, als das Bundesumweltministerium. Die Studie nennt 16,66% – beim BMU sind es 22,9%. Die Überraschung bleibt beim Ergebnis daher aus – mehr Erdgas muss her. Doch woher nehmen wenn nicht stehlen:

In Deutschland ist ein hohes Potenzial an Erdgas aus unkonventionellen Lagerstätten vorhanden (Seite: 7 der Studie).

Unkonventionelle Lagerstätten? Vielleicht unter einem See im Chiemgau?

In der Wissenschaft würde Quod Erat Demonstrandum stehen. In den Medien muss bereits am Anfang das Ergebnis stehen, sonst liest es keiner. Am Ende findet man dann den Leserkommentar von „PflegePrius“: Was soll eine Studie eines Ölkonzerns auch sonst als Ergebnis liefern?

„Was sollen Redaktionen als Ergebnis liefern?“ Frage ich mich. Prüfen und Hinterfragen werfe ich mal ins Rennen…

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