Bild: Gerd Altmann / pixelio.de
Bild: Gerd Altmann / pixelio.de

Ob Verbrauch oder Erzeugung, die Mengen müssen abgelesen und zum Verteilnetzbetreiber übermittelt werden. Im Jahre 2011 hatten die Stadtwerke Gaggenau rund 100 PV-Anlagenbetreiber vor die Wahl gestellt, entweder die Daten per Datensatz zu übermitteln, oder einen Service für 3 Euro im Monat zu beauftragen. Die Landesregulierungsbehörde erwirkte gegen dieses Vorgehen eine Missbrauchsverfügung, die nun durch den Kartellsenat des Bundesgerichtshofs bestätigt wurde.

Im Klartext bedeutet dies,dass der Verteilnetzbetreiber/Stadtwerk keine Formvorgabe für die Übermittlung der Ablesedaten machen darf, wie der Solarserver meldet.

„Ein Entgelt für die Messung, das heißt für das Ablesen der Messwerte und deren Übermittlung, kann der Netzbetreiber nur verlangen, wenn der Einspeiser die Messung nicht selbst durchführt, oder durch fachkundige Dritte vornehmen lassen will und er über diese Möglichkeit zuvor informiert wurde. Liest der Einspeiser die Messwerte selbst ab, darf der Netzbetreiber für die Übermittlung der Messwerte keine besonderen Formvorgaben machen“ (Prof. Maslaton gegenüber Solarserver)

Zu diesem ganzen Streit hätte es eigentlich nicht kommen müssen, denn bereits mit der Liberalisierung des Stromnetzes haben die Stromkunden und Stromlieferanten die Möglichkeit einen eigenen Messstellenbetreiber zu wählen. Aus historischen Gründen sind zwar noch immer noch über 99% der Zähler in der Hoheit der Netzbetreiber, dies kann man aber ändern.

Ablesen mit Discobergy Light
Ablesen mit Discobergy Light

Einen vom Grundversorger unabhängigen Messtellenbetrieb bietet zum Beispiel dieDiscovergy GmbH an (weitere Beiträge zu Discovergy im Blog). Bereits seit einigen Jahren bietet das Unternehmen die Möglichkeit des Messstellenbetriebs für die eigenen SmartMeter an, doch nun können mit Discovergy-Light auch traditionelle Zähler abgelesen und die Verbrauchsdaten ausgewertet werden.  Neben Stromzähler werden in Discovergy-Light auch Gas, Wasser und Nebenzähler unterstützt.

Das Urteil des Bundesgerichtshofes hat nach Einschätzung des BHKW-Infozentrums allerdings auch Auswirkung auf weitere Netzbetreiber:

„Beispielhaft wird die EnBW Regional AG mit circa 100.000 PV-Anlagen genannt. Für die EnBW Regional AG ist die Bundesnetzagentur, BNetzA, als Aufsichtsbehörde zuständig. Die Landesregulierungsbehörde hat die EnBW bereits Mitte letzten Jahres davon in Kenntnis gesetzt, dass sie deren Vorgehensweise für missbräuchlich hält.“ (Quelle BHKW-Infozentrum)

Den Beitrag "Messstellenbetrieb: Selbstablesung der Einspeisedaten weiterhin zulässig - Formvorgaben bleiben unzulässig offline Lesen:

Kommentar hinterlassen

<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong> 

benötigt