Bild Quelle: Juwi
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… Bundeskanzlerin Merkel eine klare Entscheidung zu Gunsten von 100% Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energieträgern bis 2020 trifft. (Quelle: Allgemeine Zeitung).

Man muss schon einmal Vorort im Rheinhessischen Wörrstadt gewesen sein, um zu verstehen, dass es sich bei Juwi nicht um ein Kleinunternehmen handelt. Ein weitreichender Campus, der sich in die Landschaft südlich von Mainz anpasst. Ein kleines Imperium, welches von Fred Jung und Matthias Willenbacher gegründet wurde. Letzterer macht mit seiner Schenkung der Kanzlerin nun ein unmoralisches Angebot.

Versprochen wurde die Schenkung in Matthias Wilenbachers diese Woche erschienen Buch „Mein unmoralisches Angebot an die Kanzlerin“ (Herder Verlag, 9,90€, 160 Seiten, Taschenbuch). Leider ist das Buch scheinbar nur klassisch als gedrucktes Werk zu bekommen -Ebook konnte ich bei den großen der Online-Buchhändlern nicht finden.

Willenbacher weiß zu provozieren, erst im April schrieb er auf seiner Webseite:

Ich bin ein Atomkraft – Befürworter. Ja, ich finde die Technik echt geil. Man kann unheimlich viel Energie damit erzeugen. Und das noch an einer Stelle.(bitte jetzt an der Quelle weiterlesen)

Das von ihm mitgegründete Unternehmen Juwi ist auch heute, mit rund 1.800 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von über einer Milliarde Euro, im Besitz der beiden Gründer. Kommt es zu einer konsequenten Entscheidung durch die Kanzlerin, so würden die hälfte des Unternehmens in die Hände der Energiegenossenschaften in Deutschland gehen.

100% Strom aus Erneuerbaren Energieträgern ist möglich und dies sogar sehr schnell. 2020 sehe ich persönlich als sportlich, aber unter den richtigen Rahmenbedingungen machbar an. Notwendig sind hierfür konsequente Investitionen, die mit Sicherheit für die Geldgeber einhergehen. Laut Klappentext soll im Buch ein Masterplan enthalten sein,mit dem dieses Ziel erreichbar sein könnte.

Rein Volkswirtschaftlich möchte man sich kaum vorstellen, welche Auswirkungen der geringere Import der Brennstoffe für fossile Kraftwerke zur Stromerzeugung haben würde. Von den  positiven Aspekten für das Klima vollständig abgesehen. Ohne das Buch gelesen zu haben, ist dennoch davon auszugehen, dass der Masterplan keine Zunahme der Arbeitslosigkeit enthält – und auch die Industrie nicht zurück gehen wird. Wahrscheinlich sogar im Gegenteil.

Die IG-Metall hatte in der vergangenen Woche in einem offenen Brief mitgeteilt, dass der aktuelle Stillstand in Sachen Energiewende 200.000 Arbeitsplätze unmittelbar gefährdet:

Es bedarf national und international eines verlässlichen politischen Ordnungs- und Regulierungsrahmens. Daran hapert es bereits auf nationaler Ebene: von der Netzentwicklung, über ungeklärte Fragen des Strommarktes bis zu unzulänglichen Forschungs- und Fördermaßnahmen. (IG-Metall)

Verlässlichkeit von Politik scheint ein akutes Problem für die Wirtschaft zu sein. Auch das Unternehmen von Willenbacher war in den letzten Monaten von der  Unentschlossenheit betroffen. Laut der Allgemeinen Zeitung mussten hauptsächlich am Firmensitz in Wörrstadt 200 Stellen abgebaut werden. Über die Verunsicherung, die für alle Seiten schädlich ist, hatte blog.stromhaltig bereits vor einigen Wochen unter dem TitelPolitik ist, wenn allein die Diskussion reicht um Macht auszuüben berichtet. Stillstand auf der Führungsebene gibt es auf Bundesebene, allerdings auch auf Ebene der Länder:

 „Bei all jenen für die Energiewende erforderlichen Maßnahmen, die in den alleinigen Zuständigkeitsbereich der Staatsregierung fallen, ist bislang nahezu gar nichts vorangekommen. In den verbleibenden neuen Jahren bis zur geplanten Abschaltung des letzten bayerischen Atomkraftwerkes 2022 ist die Energiewende nicht mehr zu schaffen. Ministerpräsident Seehofer (CSU) und Wirtschaftsminister Zeil (FDP) war es von Anfang an nicht ernst mit dem Atomausstieg.“ (Ludwig Wörner  SPD bei Regio-Aktuell24)

In einem Interview gegenüber Milk-The-Sun bringt es der Grünen-Politiker Cem Özdemir auf den Punkt:

Die von Peter Altmaier sogenannte Strompreisbremse war keine, sondern eine reine Ausbaubremse für den Ausbau der Erneuerbaren Energien. Allein ihre Ankündigung hat in der Branche und bei den Unternehmen zu existentieller Verunsicherung geführt und  zehntausende Arbeitsplätze in Deutschland gefährdet

Beim unmoralischen Angebot an die Kanzlerin geht es mit Sicherheit auch darum, wie man Verlässlichkeit wieder herstellen kann. Allein die Schöpfung des Begriffes Strompreisbremse hat in den vergangenen 6 Monaten zu mehr Instabilität und Verwirrung gesorgt, als das Hin und Her des Atomausstiegs. Wer eigentlich eine neutrale Haltung hat und damit passiv die Geschehnisse verfolgt, der wird spätestens jetzt beim Thema Energiewende ermüden. Der beste Kaffee für die Berichterstattung über die Energiewende liefern die Energieblogger, aber das ist nach dieser Woche nicht neu.

Mein unmoralisches Angebot...
Mein unmoralisches Angebot…

Berichterstattung ist eine Sache, selbst aktiv werden eine andere. Die Energiewende wird dann zum Erfolgt, wenn auch die Wähler und Bürger handeln dürfen. Auf der Seite zum Buch von Matthias Willenbacher kann man eine Postkarte an die Kanzlerin mit einem persönlichen unmoralischen Angebot an die Kanzlerin senden. Wie ich denke meines (s.h. Bild) in die Tat umzusetzen, verrate ich in einem späteren Beitrag.

Werden Sie aktiv! 100% erneuerbare Energie sind möglich. Wir müssen es nur tun!
(Aufruf von Matthias Willenbacher)

Den Beitrag "Juwi-Gründer will halbes Unternehmen verschenken, wenn… offline Lesen:

Ein Gedanke zu “Juwi-Gründer will halbes Unternehmen verschenken, wenn…

  1. Pingback: Discovergy erste Station auf dem Weg ins Kanzleramt #80Tage via blog.stromhaltig.de

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