Das-Generationen-ManifestDie Jungen haben keine Lobby und erben all die Probleme, die wir heute nicht lösen“, sagt Initiatorin Claudia Langer und fügt hinzu: „Wenn so viele grundverschiedene Menschen sich zusammenschließen und die Regierenden vor einem „weiter so“ warnen, dann zeigt das, dass einiges im Argen liegt.“

In 10 Warnungen und 10 Forderungen untergliedern sich die Thesen des Generationen Manifest, welches am 6. Juni 2013 offiziell gestartet wurde. Insgesamt 100.000 Unterschriften sollen bis zur Bundestagswahl am 22. September gesammelt werden (auch online). Unterstützung erhält das Vorhaben durch etliche Prominente und lasst auch das Thema Energiewende nicht aus.

Marius Müller-Westernhagen, Franz Alt, Richard von Weizsäcker, Gesine Schwan, Hannes Jaenicke und Sarah Wiener sind die Prominenten Unterzeichner des Manifestes, welches mit den Worten beginnt:

Wir sind die Bürgerinnen und Bürger dieses Landes.
Wir sind die Politik. Wir sind die Wirtschaft.
Wir sind jung und alt, arm und reich, mächtig und ohnmächtig,
Väter, Mütter, Söhne, Töchter, Enkel und Großeltern.

Wir machen uns Sorgen. Große Sorgen.
Und das unabhängig von der Farbe unserer politischen Überzeugungen.

Das Manifest soll eine Einladung zum Dialog sein. Durch klare Formulierung erhält das Gespräch eine Moderation oder einen Rahmen. Wie eine Talkshow – nur diesmal mit geistigem Inhalt und Struktur. Warnungen erklären die eigene Position – Forderungen sind Kritik mit der Möglichkeit zur Besserung. Nur ein „Weiter So“ ist ausgeschlossen.

Den Prominenten kommt dabei eine wichtige Rolle zu. Sie sind Identifikation durch Stereotyp und Kommunikation zu gleich. Ohne diese Namen klappt es mit einem Manifest nicht. Im Februar 2013 hatte blog.stromhaltig selbst zur Erstellung eines Manifestes zur Energiewende aufgerufen. Letztendlich ist das Projekt daran (bislang) gescheitert, dass die adressierten Promis sich nicht für das Vorhaben begeistern haben lassen. Greenpeace hatte zum Beispiel generell die Zusammenarbeit mit einer Einzelperson abgelehnt – der Mieterschutzbund wollte zunächst sich beteiligen, hat dann aber nicht geliefert. Andere Interessensgruppen haben überhaupt nicht auf die Anfrage reagiert. Desto mehr freut es mich jetzt zu sehen, dass im Rahmen eines anderen Manifestes die Energiewende aufgenommen wurde. Mit einer Projektlaufzeit von 40 Jahren ist im Generationen-Manifest durchaus der richtige Rahmen gegeben.

Wir warnen…

1. Der Klimawandel, die größte Bedrohung, die wir Menschen jemals erlebt haben, wird von der Bundesregierung und allen Parteien nicht mit höchster Priorität bekämpft. Sie setzen damit das Leben und das Wohlergehen zukünftiger Generationen aufs Spiel.

Diese Warnung sollte vor allem in Richtung des Geldes gehen. Das gesamte Thema CO2-Zertifikate ist ein Debakel. Beim Klimawandel weiterhin den Erhalt der fossilen Kraftwerke zu fördern und entsprechend die Weichen zu stellen ist ein Risiko für die Stabilität des Stromnetzes.  Hier braucht es deutlichen mehr Mut auch einmal Nein sagen zu können.

Eine Warnung die ich persönlich hier ergänzen würde ist fehlende Aufmerksamkeit auf die Erfolge. Wenn an einem Tag 329 kg weniger nuklear Abfall produziert wird, oder über 66.000 Tonnen weniger CO2 – allein durch die Photovoltaik (Quelle), dann sollte dies auch mal eine Meldung wert sein..

2. Die Energiewende, das bedeutendste Projekt unserer Generation, wird von den politischen Entscheidungsträgern halbherzig und inkonsequent umgesetzt. Wir werden sie haftbar machen, wenn sie die Chancen dieses Zukunftsprojektes aufgrund parteipolitischer Machtspiele fahrlässig gefährden.

Ursächlich ist ein Trend, der immer nur von einer Wahlperiode bis zur nächsten reicht. Im Hinblick auf die aktuellen Meldungen hinsichtlich der Offshore-Windenergie  (s.h. Handelsblatt) zeigt, wie wenig Durchhaltevermögen und Treue zu den Entscheidungen existiert.

Zur Warnung sei hinzugefügt, dass in der Politik lediglich die Diskussion reicht, um Macht auszuüben, wie man an der Geothermie in Holzkirchen kürzlich erleben konnte (s.h. dieser Blog Beitrag).

Wir fordern…

1. Die Bekämpfung des Klimawandels muss als Staatsziel in die Verfassung aufgenommen werden. Ein zu Beginn der neuen Legislaturperiode verabschiedetes Klimaschutzgesetz muss die Grundlage dafür bieten. Wenn Europa und Deutschland beim Klimaschutz und bei der Markteinführung von Klimaschutztechniken vorangehen, werden andere – schon aus Wettbewerbsgründen – folgen. Denn Klimaschutz ist ein Gewinn für uns alle und keine Zumutung von Lasten.

Staatsziele in Deutschland sind bislang der Schutz von Minderheiten, Sozialstaatsprinzip oder auch Umwelt- und Tierschutz. Man könnte zwar zunächst annehmen, dass Klimaschutz eine Form des Umweltschutzes ist, da es aber das Stabilitäts- und Wachstumsgesetz ebenfalls ein Staatsziel (§109 GG) ist, sollten die wirtschaftlichen Faktoren des Klimaschutzes aus dem eher allgemeinen Umweltschutz herausgezogen werden.

2. Die Energiewende muss aktiv vorangetrieben werden, und zwar sowohl als “grüne” Energieerzeugungs-, als auch als Energiesparwende. Durch Innovationen bei der Energieeffizienz und die Fokussierung auf Energieeinsparpotenziale in Unternehmen und Privathaushalten kann die Energiewende zu vertretbaren Kosten für alle Beteiligten gelingen. Mit der Energiewende sind wirtschaftlich große Chancen verbunden, nicht nur für unser Land, sondern auch für Europa und für die Welt. Die heutige Generation ist in der Pflicht, eine sichere Energiebasis für kommende Generationen zu schaffen.

Letztendlich geht es um Kosten. Weniger die aktuelle Debatte um höheren Strompreis hin oder her, als um die Frage, ob sich der Energiewohlstand auch zukünftig sichern lässt. Die Unabhängigkeit von Rohstoffen ist dabei ein wichtiges Ziel, welches auch die Mahner des Club Of Rome aktuell wieder aufgegriffen haben (s.h. TAZ Meldung).

 

Den Beitrag "Energiewende ist fest im Generationen-Manifest verankert offline Lesen:

Ein Gedanke zu “Energiewende ist fest im Generationen-Manifest verankert

  1. Pingback: Kommentar: Die Subvention von Ökostrom kotzt mich an! via blog.stromhaltig.de

Kommentar hinterlassen

<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong> 

benötigt