Die Klima-Allianz zieht Bilanz

Klima Allianz
Klima Allianz

und kommt zum Ergebnis:

  „Bei der Energiewende läuft vieles – aber noch nicht alles rund“

Im Jahre 2007 wurde die Klima Allianz als Lobbyverband des Gegengewichtes gegründet und hat mittlerweile über 110 Mitgliedsorganisationen, zu denen die Kirchen, Umweltverbände aber auch Wirtschaftsverbände zählen. Einen Zwischenbilanz zur Energiewende stellte die Allianz nun vor. Auf einem 38 Seiten starken PDF kann man nicht nur den Vorschlag finden, dass lieber die Armut bekämpft werden solle, als die Energiewende. Eine Forderung, die auch auf dem 4. alternativen Energiegipfel in Berlin wiederholt wurde.

„Das Gelingen der Energiewende  hat auch für viele Menschen in Entwicklungs- und Schwellenländer eine große Bedeutung. Ob es uns gelingt, das Energiesystem klimafreundlich und sozial gerecht umzubauen oder nicht, hat Beispielcharakter für viele andere Länder und Menschen. Es geht daher nicht nur um technische Aspekte sondern letztendlich um eine Frage der Gerechtigkeit, die in der aktuellen Debatte auf der  Strecke bleibt. Die Lasten für die absolut notwendigen Veränderungen müssen gerecht verteilt werden – hier in Deutschland und weltweit.“ (Pirmin Spiegel – MISEREOR im Rahmen des 4. alternativen Energiegipfels – Quelle)

In der Bilanz zur Energiewende werden die gesellschaftlichen Veränderungen im zweitgrößten Projekt von Deutschland (nach der Wiedervereinigung) beleuchtet. Die Wahrnehmung, bzw. was letztendlich beim Bürger ankommt steht im Fokus des Dokumentes. 2013 lag der Börsenstrompreis auf dem Niveau von 2005 – der Endkunde zahlt mehr. Deutlich mehr zahlt er beim Mineralöl und Gas, eine Tatsache, die kaum Aufmerksamkeit gewinnt.

Auch wenn an manchen Tagen bereits die hälfte des Deutschen Stroms aus Sonne und Windkraft kommt, so sorg der Ausbau und gleichzeitige Überalterung der Kraftwerkslandschaft dazu, dass jede 4 Kilo-Watt-Stunde Strom aus Kohle stammt. Ein Faktor, der nicht nur schädlich für das Klima ist, sondern auch das Netz zunehmend unsicherer macht (s.h auch „Alterndes Kraftwerksdeutschland„). Stromausfälle werden aber gerne als Folge des Ausbau der Erneuerbaren Energieträger heraufbeschworen. Die Allianz fordert den Braunkohleboom zu stoppen.

Die sauberste Energie, ist bekanntlich die Energie, die nicht benötigt wird. Geht es nach dem Fazit der Bilanz, dann hilft das Sparen von Energie besonders den wirtschaftlich schlechter gestellten Haushalten. Initiativen, wie das Verleihen von Verbrauchsmessgeräten in Bibliotheken sind nur der Anfang einer möglichen Auflklärungsarbeit zu diesem Thema.

Der Strompreis von heute ist somit eine Investition in die Zukunft. Denn dieser Preis enthält Kosten, die notwendig sind, um die neuen Technologien in den Strommarkt zu bringen. Dagegen spiegeln sich die jahrzehntelangen Subventionen für fossile Stromerzeugung nicht im Strompreis wider (Quelle: Bilanz zur Energiewende der Klima-Allianz)

Diese Aussage ist leider nur zum Teil wahr, denn bis zum Jahre 1994 gab es in Deutschland den sogenannten Kohlepfennig. An der Begründung dieses Preisaufschlages lässt sich aber eine nicht zu vernachlässigende Tatsache jeglicher Förderung/Subvention erklären. Der Kohlepfennig wurde eingeführt, um den Kohlebergbau in Deutschland zu fördern, da so in den Abbaugebieten die gesamte Wirtschaft gestützt werden konnte. Bei der Stromwende erleben wir aktuell ein ähnliches Phänomen – es wird investiert, was vielen Arbeitskräften und deren Kaufkraft zugute kommt. Die Bilanz fordert, die Lasten gerecht zu verteilen.

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Veröffentlicht von Thorsten Zoerner

Seit dem Jahr 2007 beschäftige ich mich mit den Themen Stromnetz und Strommarkt. Parallel dazu entstand ein Blog, um Informationen zu den jeweiligen Themen bereitzustellen. Er ist unter blog.stromhaltig.de zu finden. Über das Thema Energiewirtschaft habe ich bislang drei Bücher veröffentlicht. In meinem 2014 erschienenen Buch zum Hybridstrommarkt beschreibe ich ein Marktdesign, das in Deutschland in das Gesetzespaket Strommarkt 2.0 aufgenommen wurde. Hierbei werden zwei Technologien des Strombezugs vereint: der Hausanschluss mit Bezug bei einem klassischen Stromanbieter und einen alternativen Bezug von erneuerbaren Energien. Die wirtschaftlichen Vorteile für ein solches Marktdesign sind erwiesen. Auch die Digitalisierung beeinflusst die Energiewirtschaft von morgen. Daher habe ich mich intensiv mit dem Thema Blockchain Technologie befasst. Blockchain ist eine Technologie, die den Austausch und die Dokumentation von Daten vereinfachen kann. Daher kann diese Technologie mithilfe der digitalen Möglichkeiten das heutige Energiesystem revolutionieren. Denn damit ist eine automatische Abgleichung von Energieerzeugung und Energieverbrauch möglich. Um zukünftige Herausforderungen und Chancen mitgestalten zu können, habe ich 2017 die Firma STROMDAO gegründet. Dort bin ich Geschäftsführer und möchte dafür sorgen, dass mithilfe der Blockchain Technologie und dem Hybridstrommarkt eine digitale Infrastruktur für die Energiewirtschaft der Zukunft aufgebaut wird. Der STROMDAO Mechanismus zur Konsensfindung für den Energiemarkt unterstützt dabei die Marktkommunikation aller beteiligten Akteure.

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