144.000 Tonnen weniger CO2 dank EE-Strom in Deutschland am 16.06.2013

Beitrag der Photovoltaik an der CO2 Einsparung am 16.06.2013: 67,6 Tonnen.
Beitrag der Photovoltaik an der CO2 Einsparung am 16.06.2013: 67,6 Tonnen.

Geht es um die Energiewende, dann wird in Deutschland sehr gerne das Thema Kosten nach vorne geschoben. Erfolge sind doch viel schöner!

An einem Tag 144.000 Tonnen CO2 einzusparen ist eine Leistung, die man sich vor 30 Jahren nur mit einem massiven Ausbau der Kernenergie hätte träumen lassen können. Das hätte aber nur geklappt, wenn die Pegelstände in einem Rahmen sein würden, bei denen eine Kühlung möglich ist. Mit Strom aus Wind und Sonne sind wir heute von Pegelständen zum Großteil unabhängig.

Geblieben sind Integrationsprobleme. Damals die Atomkraftwerke, die nur schwer regelbar sind, heute die Abhängigkeit von guten Wettervorhersagen. Die Vermutung liegt nahe, dass ohne die Abschaltung der AKWs die negativen Börsenstrompreise vom Wochenende noch weiter in den Keller gegangen wären. Zu zahlen vom Privatkunden.

CO2 Einsparung durch Windkraft am 16.06.2013: 76,8 Tonnen.
CO2 Einsparung durch Windkraft am 16.06.2013: 76,8 Tonnen.

International spielen die Kosten weniger eine Rolle. Das Reneweable 21 Energy Network nennt die CO2 Einsparung als Haupttreiber für die Erneuerbaren Energien in seinem aktuellen Statusbericht. Bestätigt wird im Bericht auch, dass sich Deutschland auf dem richtigen Weg befindet – vielleicht mit seinem Ausbau ein Trendsetter ist.

Global demand for renewable energy continued to rise during 2011 and 2012, supplying an estimated 19% of global final energy consumption in 2011 (the latest year for which data are available), with a little less than half from traditional biomass.

In Hinblick auf den Sonntag kommt aber zumindest für Deutschland das kleine „aber“. Viele fossile Kraftwerke wurden bereits im Vorfeld gedrosselt, dennoch kamen zum Peak-Load rund 17 GW aus der Verbrennung von fossilen Energieträgern. Da die Merrit-Order Liste nicht öffentlich einsehbar ist, stellt sich die Frage, was die Betreiber dieser Anlagen für ein Signal senden wollten (Welche Betreiber waren es?). Die 17 GW sind ein Schandfleck bei der Integration der Erneuerbaren in die Betriebsführung des Stromnetzes, die nicht von vorausschauender Betriebsführung sprechen.

Europäischer Strom-Lastfluss 16.06.2013 - 15:00-16:00 Uhr (Quelle: Entsoe)
Europäischer Strom-Lastfluss 16.06.2013 – 15:00-16:00 Uhr (Quelle: Entsoe)

Da die Möglichkeiten zur Laststeuerung (Rundsendetechnik, dynamische Strompreise, Smart-Meter Integration,…) noch nicht genutzt wurden, musste eine Zweitverwendung für den Strom gefunden werden. Möglich nur durch Export (der ohnehin meist lukrativer ist), als in Deutschland den Strom zu vermarkten.

In der Zeit von 15:00 Uhr bis 16:00 Uhr des 16.06.2013 gingen 2724 MW in die Niederlande, 1560 MW nach Dänemark, 805 MW nach Polen, 1192 nach Österreich… die CO2 Emission ist aber in Deutschland angefallen.

Der Dank für die 144.000 Tonnen weniger CO2 Emission geht an die Bürger von Deutschland. An die Betreiber von fossilen Kraftwerken, die rechtzeitig abgeschaltet haben. An Tennet, Amprion, TransnetBW, 50 Hertz, dass die Prognose eigentlich schon am Samstag mit einer sehr guten Qualität vorhanden war.

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Veröffentlicht von Thorsten Zoerner

Seit dem Jahr 2007 beschäftige ich mich mit den Themen Stromnetz und Strommarkt. Parallel dazu entstand ein Blog, um Informationen zu den jeweiligen Themen bereitzustellen. Er ist unter blog.stromhaltig.de zu finden. Über das Thema Energiewirtschaft habe ich bislang drei Bücher veröffentlicht. In meinem 2014 erschienenen Buch zum Hybridstrommarkt beschreibe ich ein Marktdesign, das in Deutschland in das Gesetzespaket Strommarkt 2.0 aufgenommen wurde. Hierbei werden zwei Technologien des Strombezugs vereint: der Hausanschluss mit Bezug bei einem klassischen Stromanbieter und einen alternativen Bezug von erneuerbaren Energien. Die wirtschaftlichen Vorteile für ein solches Marktdesign sind erwiesen. Auch die Digitalisierung beeinflusst die Energiewirtschaft von morgen. Daher habe ich mich intensiv mit dem Thema Blockchain Technologie befasst. Blockchain ist eine Technologie, die den Austausch und die Dokumentation von Daten vereinfachen kann. Daher kann diese Technologie mithilfe der digitalen Möglichkeiten das heutige Energiesystem revolutionieren. Denn damit ist eine automatische Abgleichung von Energieerzeugung und Energieverbrauch möglich. Um zukünftige Herausforderungen und Chancen mitgestalten zu können, habe ich 2017 die Firma STROMDAO gegründet. Dort bin ich Geschäftsführer und möchte dafür sorgen, dass mithilfe der Blockchain Technologie und dem Hybridstrommarkt eine digitale Infrastruktur für die Energiewirtschaft der Zukunft aufgebaut wird. Der STROMDAO Mechanismus zur Konsensfindung für den Energiemarkt unterstützt dabei die Marktkommunikation aller beteiligten Akteure.

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