WEGe zur PV Anlage...
WEGe zur PV Anlage…

Die private Energiewende des Herrn Altmaier ist ziemlich jedem aus dem Anfang des Film „Leben mit der Energiewende“ (s.h. auch hier und hier) bekannt. Wer in Miete lebt, lebt ohne Energiewende. Der Regisseur Frank Farenski hat selbst eine Mietswohnung und  wollte den Eigentümer zur Installation einer Anlage bewegen. Gut, wenn es nur ein Eigentümer ist – schlecht wenn es viele Eigentümer sind, die in einer Wohneigentumsgemeinschaft zusammengeschlossen sind. Eine Änderung der Teilung muss einstimmig – und damit auch von finanzierenden Banken bestätigt werden. Dies führt dazu, dass Dächer von größeren Wohngebäuden meist ohne PV-Strom auskommen müssen. Dabei haben wir mittlerweile Netzparität – also günstigere Eigenerzeugung als Bezug aus dem öffentlichen Stromnetz.

Da ich selbst kein Anwalt bin, mögen die folgenden Hinweise bitte vor einer Umsetzung geprüft werden. Gerne darf über die Kommentarfunktion ein Feedback gegeben werden!

Der Bau einer Anlage auf dem Dach einer WEG (Wohneigentumsgemeinschaft) ist dann schwierig, wenn die Eigentümer auch die Betreiber der Anlage sind. Für die Anlage gehen die Eigentümer einer Gesellschaft des bürgerlichen Rechts (GbR) ein, welche eine Vollhaftung inklusive dem Privatvermögen entspricht. Anders sieht es aus, wenn die Eigentümer lediglich einer Verpachtung zustimmen. Diese kann durch Mehrheitsentscheid (?) in der Eigentümerversammlung zugestimmt werden. Zustimmungspflichtig ist das Vorhaben, da es sich um eine Veränderung der Außenansicht des Gebäudes handelt.

Erfolgt die Zustimmung, dann sollten die lokalen Versorger (Stadtwerk) die idealen Betreiber sein, denn sie können den Strom dann wieder zu einem festen Preis als Eigenverbrauch an die Mieter/Eigentümer verkaufen. Im Strombezugspreis fällt dann eine verminderte EEG Umlage an (2ct/kWh), und eine relativ feste Abnahmemenge, welche sich sehr gut berechnen lässt. Das Ergebnis ist ein Strombezugspreis der deutlich unter den marktüblichen Preisen für Privatstrom liegt. Bei einem Expertengespräch in der Vergangenewoche standen Werte von garantierten 18ct/kWh über 10 Jahre – zu aktuell 26ct/kWh als regulärer Verbraucher – im Raum. Ob diese Werte tatsächlich erreichbar sind müsste man bei der Projektierung gezielt betrachten.

Da jetzt die Zeit der Eigentümerversammlungen bald wieder ansteht, empfehle ich Interessierten zunächst bei den zuständigen Stadtwerken nach Erfahrungen zu fragen und im Anschluss das Ergebnis zur Abstimmung auf die Tagesordnung setzen zu lassen.

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Ein Gedanke zu “Wohneigentumsgemeinschaften und die PV-Anlage auf dem Dach

  1. Pingback: Chance für Beteiligung von Mietern an der Energiewende vertan mit der EEG-Novelle - Energieblog energynet

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