NOTAM für eine Winkraftanlage / DFS
NOTAM für eine Winkraftanlage / DFS

Mittlerweile habe ich meinen Flugschein über 10 Jahre – und bislang haben mich Windräder noch nie gestört. Dennoch sieht man immer mehr Kritik an Windkraftanlagen von Seiten der Flugsicherung. Tatsache ist, dass alle Hindernisse in der Luft ein Eingriff in die Sicherheit des Flugverkehrs ist. Jedoch fliegen die meisten Flugzeuge deutlich höher als die Windräder reichen (mindestens 600 Meter über Grund). Turbulenzen gibt es in der Höhe – zumindest von den Windrädern – keine mehr.

Notice To Airmen  (kurz NOTAM) – nennen sich die Nachrichten, die der DFS für die Piloten veröffentlicht. Im VFR-Bulletin der DFS können dort die Informationen eingesehen werden. Noch nie waren dort so viele Windkraftanlagen verzeichnet wie im Moment, allerdings bleiben sie dort auch scheinbar ewig bestehen, wie man am Beispiel der Anlage in Dannstadt-Schauerheim (Bild) erkennen kann.

Die Beeinträchtigung der Winkraftanlagen als „Hindernis“ sind vernachlässigbar. Wichtig ist für Piloten von tief fliegenden Luftfahrzeugen die Lage zu kennen. Routine Informationen für Heißluftballon Fahrer und Rettungshelikopter.

In Gelnhausen – Main-Kinzig-Kreis – geht es allerdings um eine andere Beeinträchtigung. In der Näher der geplanten Anlagen ist ein Drehfunkfeuer installiert, welches zu Navigation genutzt wird. Mit Hilfe des sogenannten Gedern-VOR können Luftfahrzeuge ihre Position ermitteln (Entfernung und Richtung zum VOR). Ein Backup, denn die meiste Navigation geht mittlerweile auch in der Fliegerei über GPS. Dennoch wichtig für den privaten und kommerziellen Flugbetrieb.

Die VORs funktionieren mittels eines UKW-Funkstrahls, welches durch einen Empfänger im Flugzeug ausgewertet wird. Damit es funktioniert muss eine Sichtverbindung zwischen Sender (VOR) und Empfänger (Flugzeug) bestehen. Befindet sich ein Gebäude oder Hindernis dazwischen, so kann das Signal nicht mehr zur Navigation verwendet werden.

Der 15 KM Radius um das Funkfeuer, welches die DFS nun verlangt – besagt, wenn man die Meldung folgt, dass man in diesem Bereich einzeln prüfen will. In unmittelbarer Nähe der Anlage befinden sich bereits einige Windkraftanlagen, die sich auch im Betrieb befinden. Allerdings ist das Gelände nicht eben – das VOR selbst befindet sich nicht auf der Spitze eines Anhöhe – sondern im Tal. Je nach Lage der Windkraftanlage würde sich somit eine Behinderung der „Sichtverbindung“ zwischen Flugzeug und VOR ergeben.

Kaum ein anderer Ort in Deutschland hat in unmittelbarer Nähe so viele VORs. Im Umkreis befindet sich das Metro VOR (Reichelsheim) und das Fulda VOR. Alle dienen neben dem Überfliegenden Verkehr vor allem als Navigationshilfe auf den Frankfurter Flughafen. Eine Standortverlagerung würde eine Änderung der Routenführung mit sich bringen, die in der angespannten Lage der Fluglärmbelastung nicht einfach zu realisieren ist.

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