Give A Way des Award Sponsors Trianel
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Der erste Tag der 17. Stadtwerke Tagung ist vorüber – am Abend bleibt eine Balance zwischen zwei Welten.

Organisiert von Euroforum treffen sich die vom 14.05. bis zum 16.05.2013 die Stadtwerker im Inter Continental Hotel in Berlin. Geboten wird ein sehr umfangreiches Vortragsprogramm, welches beeindruckend die Unterschiedlichkeit der Stadtwerke im Jahre 2013 wiederspiegelt. Die Fragen ähneln sich – die Antworten sind denkbar unterschiedlich. Stadtwerke als Vorreiter und Nachfolger der dezentralen Energiewende zugleich. Eine gesellschaftliche Veränderung, die bei den kommunalen Energieversorgern für  einen kräftezehrendes Wechseln zwischen Anhängsel der Übertragungsnetzbetreiber in der zentralen Versorgung – und wichtiges Bindeglied zu den Endkunden bei der Energiewende – führt. Da wundert es nicht, dass Award Sponsor Trianel als Auslage in der Vortragsreihe  Erneuerbare Energien eine Briefmarke mit dem Bild des Kohlekraftwerks Lünen ausgelegt hat.

Energiemarkt Design der Zukunft? – Eine spannende Frage, auf die es keine einfache Antwort geben kann. Reicht ein Modell aus mehreren Kapazitätsmärkten für die unterschiedlichen Leistungsstufen? – Die Mechanismen eines solchen Marktdesigns hatte Oliver Tietjen im vergangenen Jahr in einer Studie veröffentlicht. Im Blitzaustausch auf der Tagung verteidigen PD Dr. Christian Growitsch (EWI / Uni Köln) und Dr. Felix Christian Matthes (Öko Institut) ihre Konzepte gegenüber den Vertretern der Stadtwerke Duisburg und Ulm. Größte Kritikpunkt besteht bei der Kapazitätsplanung. Wer bestimmt, wie viel Kapazität  notwendig ist? BNetzA? Eine „politische Festlegung des Spitzenlastniveaus“ beschreibt Growitsch und erntet als Kritik von Matthias Berz (Geschäftsführer Stadtwerke Ulm), dass man in ganz Deutschland die Planwirtschaft mittlerweile überwunden hätte.

Das Fehlen eines Masterplans für die Energiewende führt offensichtlich zu einem Wildwuchs zwischen Kapazitäten und Leistungen im Stromnetz. Ohne irgend eine vernünftige Steuerung droht dann doch irgendwann ein Blackout, der im Falle von ganz Deutschland 500 Millionen Euro pro Stunde an Schaden verursachen würde. In anderen Worten: 36 Stunden ohne Strom in Deutschland und man hätte einen Schaden in Höhe der EEG-Umlage eines Jahres – nüchtern betrachtet eine Umlage zur Steuerung des Kapazitätsaufbaus. Dr. Growitsch glaubt nicht an eine Selbsheilung des Marktes und erkennt einen „Markt Versagens Tatbestand“.

Integration der Erneuerbaren in die Wertschöpfung von Stadtwerken

Ein absolutes Highlight war der Vortrag von Stefan Goebel (Statkraft). Am Beispiel des Marktprämienmodells bei der Direktvermarktung wurde von Ihm ein Geschäftsmodell gezeigt, welches die Position der Stadtwerke sichert, die sie durch den Vorteil der Kundennähe haben.

Einleitend muss die Zusammensetzung des Arbeitspreises in der Direktvermarktung näher betrachtet werden. Aus dem erzielten Erlös (zum Beispiel 4,50€/MWh) geht ein Teil direkt an den Eigentümer und weitere Kostenfaktoren. Der größte Teil machen aber die Abfederung von Prognosefehlern aus (>45%). Für Fehlprognosen muss im Intraday Handel eine Ausgleichsmenge beschafft werden. Steigt die Qualität der Prognose, so kann dieser Kostenfaktor deutlich reduziert werden. Erzeugung aus unstetigen Quellen können so auf Augehöhe mit den stetigen Erzeugern kommen.

Neben einer individuellen Prognoseerstellung durch direkten Zugriff auf den Park via Fernwirktechnik, gelingt dies bei der Windenergie bereits sehr gut. Benchmark ist die Güte der Einspeiseprognose der Übertragungsnetzbetreiber (auf Hochrechnung basierend), die bereits nach einem kurzen Zeitraum übertroffen werden konnte. Eine weitere Prognoseverbesserung entsteht durch die Ausnutzung des Protfolio-Effektes. Besteht eine räumliche Distribution der Anlagen, so können sich Prognosefehler im Idealfall gegenseitig aufheben (s.h. auch Beitrag: „Brauchen wir dedizierte Energiewende Kraftwerke?„)

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Ein virtuelles Kraftwerk senkt die Transaktionskosten durch konsequente Automatisierung der angeschlossenen Anlagen. An dieser Stelle ist das Zusammenspiel der unterschiedlichen Rollen entscheidend. Beispiele sind die Prozessoptimierer, Investor, IT-Systeme,…

Damit die Schaffung eines VKs gelingt,sollten die Stadtwerker in der Kundenbeziehung bleiben. Wie dies funktionieren kann zeigt der Vortrag von Tim Meyer (Grünwerke). Am Beispiel einer PV Anlage auf dem Dach des Gewerbekundens wird gezeigt, welche Rolle die Stadtwerke einnehmen können. Auch Gewerbekunden schauen immer stärker auf ihre Energiekosten. Im Rahmen einer Optimierung ist es durchaus möglich, dass der Kunde aus eigenem Antrieb eine PV Anlage installiert und zusätzlich die Bezugspreise für Strom optimiert. Beim Vorschlag der Grünwerke treten die Stadtwerke als Vermarkter auf. Der Kunde bekommt den PV-Strom der Anlage in Form von Nutzenergie zurück. Dadurch wird zwar eine um 2 Cent reduzierte EEG-Umlage fällig – durch das Portfolio-Management der Stadtwerke ein dennoch lukratives Geschäft für beide Seiten. Ein ähnliches Modell für private Letztverbraucher verfolgt  CE mit ihren kostenlosen PV-Modulen.

Spannend an dieser Stelle ist der Rollenwandel, den die Stadtwerke durchlaufen. Vom kommunalen Monopolisten zum Dienstleister der Bürgerenergiewende.

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3 Gedanken zu “Stadtwerke Tagung 2013 – Integration der kommunalen Stromerzeuger in die Energiewende

  1. Pingback: Stadtwerke 2013 – Näher an den Kunden kommen…. via blog.stromhaltig.de

  2. Pingback: PwC-Studie: 41% der Versorger weltweit sehen Abschluss der Wende bis 2030 via blog.stromhaltig.de

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