Pressure2Power – Das Gasnetz für die Stromerzeugung nutzen

RWE erzeugt Strom durch Druck aus dem Gasnetz / Projekt "Pressure to Power" offiziell in Lüdenscheid eröffnet (BILD)
RWE erzeugt Strom durch Druck aus dem Gasnetz / Projekt „Pressure to Power“ offiziell in Lüdenscheid eröffnet (BILD)

Aus dem Stromnetz ist bekannt, dass es unterschiedliche Spannungsebenen gibt, doch auch im Gasnetz gibt es ein Hochdrucknetz und ein Niedrigdrucknetz. Bei der Überführung aus dem Hochdruck ins Niedrigdrucknetz wird durch Expansion Energie in Form von überschüssigem Druck frei. Diese wird in Lüdenscheid nun durch die RWE zur Stromerzeugung genutzt.

Der Energieerhaltungssatz besagt, dass man Energie nicht verbrauchen, sondern nun wandeln kann. In einem geschlossenen Kreislauf kann somit niemals Energie verloren gehen. Sie tritt nur in einer anderen Form auf. Bei Pressure2Power wird eine bislang ungenutzte Energie für die Stromerzeugung verwendet.

„Das Projekt setzt neue Maßstäbe bei der Umsetzung von innovativen Lösungen zur Erzeugung von Strom. Damit können jährlich 2.600 Lüdenscheider Haushalte mit Strom versorgt werden“, erklärte Volker Milk, Regierungsvizepräsident der Bezirksregierung Arnsberg. (Quelle: Pressemitteilung von RWE)

Bei einer normalen Anlage für die Druckminderung im Gasnetz wird Energie in Form von Wärme benötigt. Durch die Ausweitung/Expansion kühlt sich das Gas ab, welches durch Hinzufügen von Wärme ersetzt werden muss. Im Falle der Anlage in Lüdenscheid dient dazu das Block-Heizkraftwerk am Ort. Die Energie, die durch die Expansion freigesetzt wird, wurde bislang nicht genutzt und dient nun zur Einspeisung von Strom in das örtliche Verteilnetz.

Die nun in Betrieb befindliche Lösung erhöht die Gesamteffizienz des Anlagenverbundes. Auf der einen Seite die Druckminderung – auf der anderen Seite das BHKW.

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Veröffentlicht von Thorsten Zoerner

Seit dem Jahr 2007 beschäftige ich mich mit den Themen Stromnetz und Strommarkt. Parallel dazu entstand ein Blog, um Informationen zu den jeweiligen Themen bereitzustellen. Er ist unter blog.stromhaltig.de zu finden. Über das Thema Energiewirtschaft habe ich bislang drei Bücher veröffentlicht. In meinem 2014 erschienenen Buch zum Hybridstrommarkt beschreibe ich ein Marktdesign, das in Deutschland in das Gesetzespaket Strommarkt 2.0 aufgenommen wurde. Hierbei werden zwei Technologien des Strombezugs vereint: der Hausanschluss mit Bezug bei einem klassischen Stromanbieter und einen alternativen Bezug von erneuerbaren Energien. Die wirtschaftlichen Vorteile für ein solches Marktdesign sind erwiesen. Auch die Digitalisierung beeinflusst die Energiewirtschaft von morgen. Daher habe ich mich intensiv mit dem Thema Blockchain Technologie befasst. Blockchain ist eine Technologie, die den Austausch und die Dokumentation von Daten vereinfachen kann. Daher kann diese Technologie mithilfe der digitalen Möglichkeiten das heutige Energiesystem revolutionieren. Denn damit ist eine automatische Abgleichung von Energieerzeugung und Energieverbrauch möglich. Um zukünftige Herausforderungen und Chancen mitgestalten zu können, habe ich 2017 die Firma STROMDAO gegründet. Dort bin ich Geschäftsführer und möchte dafür sorgen, dass mithilfe der Blockchain Technologie und dem Hybridstrommarkt eine digitale Infrastruktur für die Energiewirtschaft der Zukunft aufgebaut wird. Der STROMDAO Mechanismus zur Konsensfindung für den Energiemarkt unterstützt dabei die Marktkommunikation aller beteiligten Akteure.

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