… Energiewende auf französisch…

Parallel zu meinen Aufenthalt in Paris, der zweite Beitrag rund um Frankreich und der Stromwende bei unserem westlichen Nachbar. Atomstrom hat eine Rolle, allerdings auch seine Kosten. Kosten, die aktuell dazu führen, dass das einzige AKW im Bau – Flamanville – nicht fertig wird. Anfang Mai 2013 hatte sich Bundesumweltminister Altmaier (CDU) mit seinem französischen Kollegen Batho zum Erfahrungsaustausch getroffen.

Ziel: 50% bis 2025. Beide Länder wollen bis zum Jahr 2025 die Hälfte aus erneuerbaren Quellen erzeugen. Unklar blieb, ob es sich lediglich um Strom – oder alle Energieformen handelt. Die Wege zu diesem Ziel sind hingegen sehr unterschiedlich. Getrennt haben sie sich wahrscheinlich schon lange vor Fukushima – eher mit Einführung der ersten Einspeisevergütung in Deutschland.

Fährt man von Deutschland nach Paris, dann liegen neben der Strecke weite Landschaften mit kleinen Dörfern. Ein Bereich, wo man gerade in Deutschland eine hohe Dichte von Häusern mit PV-Anlagen findet. Die Kirche im Dorf – gehört zum Bild genauso wie das Windrad daneben. In Frankreich sieht man dies deutlich seltener – wenn, dann sind es große Anlagen der Megawattklasse.

Hat man Atomkraft zur Deckung der Grundlast, dann kommen die Erneuerbaren beim variablen Anteil des Lastgangs zum Einsatz. Variabel gegen Variabel minimiert die Herausforderung auf einen Punkt: Balance. Dies ist grundlegend ein anderes Vorgehen als in Deutschland, wo bislang gerade im Bereich des Grundlastbandes kein wirkliches Angebot und Konzept gefunden wurde.

Vergleicht man die Top-Themen in Deutschland mit Frankreich, dann steht in Deutschland das Thema Verlässlichkeit von Prognosen sehr weit oben. In Frankreich konzentriert man sich mehr auf das Thema Demand Side Management – der Nachfrageanpassung. Eine Ziellinie ist schnell gefunden: Gelingt es Lasten soweit zu verschieben, dass der Bedarf durch die vorhandenen AKWs gedeckt werden kann, dann hat man Versorgungssicherheit.

Mit dem Jahr 2012 ist auch in Frankreich der Deutsche Begriff Energiewende im Sprachgebrauch angekommen. Es beschreibt die Investitionen, die rund um die Windenergie getätigt werden. Windkraft ist seither in einer Aufbruchstimmung, allerdings noch mit einem geringeren Momentum als in Deutschland.

Gerade an der Atlantikküste wird aktuell die Strömungsenergie des Meeres ausgebaut. Nach Schätzung des Übertragungsnetzbetreiber RTE besteht hier ein Potential zwischen 3 und 5 GW. Integriert wird dies Strom als grundlastfähig und regulierbarer Quelle. D.h. im Stack des Versorgungsmixes an der Grenze aus Grundlast und Tageslastgang.

Deutschland und Frankreich wollen auch in den nächsten Jahren stark im Bereich der Stromversorgung zusammenarbeiten. Dazu ist anzumerken, dass die französische Regierung wesentlich mehr direkten Einfluss auf die Erzeugung nehmen kann, als es in Deutschland der Fall ist. Hierzulande ist aktuell eine Bewegung der 4 Grossen zu erkennen, die eine Einflussnahme auf nationaler Ebene über die EU andeutet. Weniger Lobbyarbeit in Berlin – mehr in Brüssel. Das ganze Thema Fracking ist ein aktuelles Beispiel.

In Frankreich ist Fracking bereits seit längerem verboten. Aktuell gibt es noch keine Wiederaufnahme in der politischen Debatte. Die Diskussion in der EU zu diesem Thema ist noch nicht beiden Bürgern angekommen.

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