Bild: Proteus Solutions
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Einfach einmal den Spieß umdrehen beim Thema Netzsausbau….

Durch den Ausbau der Stromnetze wird in den kommenden Jahren noch einiges an finanziellen Mitteln notwendig sein. Die Kosten könnte man 1:1 an die Letztverbraucher weitergeben, man könnte es aber auch an die Erzeuger weiterreichen – mit dem Effekt, dass die dezentrale Energieerzeugung recht schnell an Attraktivität gewinnt.

Fährt man an die Tankstelle um dort Energie in Form von Benzin oder Diesel zu tanken, dann ist es relativ uninteressant, wie viel der Transport des Kraftstoffes gekostet hat. In der aktuellen Diskussion um den Netzsausbau wird der Stromkunde allerdings systematisch auf eine Kostenübernahme vorbereitet. Wieso eigentlich?

Im Buch „Kampf um Strom“ von Prof. Dr. Claudia Kemfert findet man im Kapitel 3 und 4 einige Hinweise, dass bereits vor der Trennung der Netze nach der EU Vorgabe 1998 bis zum Jahre 2010 wenig Investition in die Infrastruktur geflossen ist. Auch ohne Erneuerbare Energieträger steigt der Bedarf an Netzen, da Kohlekraftwerke vor allem in Küstennähe entstehen – um Transportkosten für die Kohle zu vermeiden. Die Majorität der Atommeiler befindet sich aber im Süden der Republik. Die Kosten die für den Transport des Primärenergieträgers zur Laufzeit eingespart werden – müssen zur gleichen Zeit für den Transport des Produktes Strom aufgewendet werden.

Strom ist auch „nur“ ein Produkt

Geht man in den Supermarkt – oder an die Tankstelle – dann geht man davon aus, dass bei der Bildung der Preise alle Transportkosten berücksichtigt werden. Der Produzent des Produktes hat sich darum zu kümmern, dass alle an der Logistik beteiligten ihren Anteil bekommen und hoffentlich auch einen Gewinn erwirtschaften können. Das Produkt „Strom“ neigt in der Debatte zum Ausbau der Netze dazu die Kosten für den Produkt zu verallgemeinern und als Lösung umzulegen. Ein weiteres Netzentgelt, welches die gleiche Höhe je Kilo-Watt-Stunde in Berchtesgarden als in Flensburg hat.

In der Beschreibung des Strommix Navigators wurde bereits beschrieben, wie wichtig es ist, die Netzinfrastruktur und die  vorhandenen Erzeugungskapazitäten zu berücksichtigen. Verlustfrei ist der Transport von elektrischer Energie über weite Entfernungen niemals. Von einer lokalen Bedarfsdeckung, wie in einigen (wenigen) Bereichen der Lebensmittelindustie, besteht beim Stromnetz nicht.

Netzentgelt für Einspeisung

An Stelle einer direkten Umlage von Kosten für Netzausbau an die Endverbraucher ist die Idee, die Kosten abhängig vom Ertrag an die Erzeuger zu belasten. Die Höhe dieser Einspeisungsumlage sollte von der Entfernung zum Letztverbraucher abhängig sein. Berechnet wird auf Höhe der Verteilnetze und der jeweiligen Einespeisungsebene. Einspeisung auf Höhe der Niedrigspannung wird dabei mit der Entnahme im gleichen Niedrigspannungssegment verrechnet. Was aus der Mittelspannungsebene eingespeist wird bekommt automatisch einen kleinen Entfernungsaufschlag. Etc… Etc…

Zwar würden mit einem solchen Einspeiseentgelt die Kosten für den Netzsausbau auch von den privaten PV-Anlagen-Besitzern mitgetragen, allerdings zu einem solch kleinen Anteil, dass er sich in einer Rentabilitätsrechnung nicht bemerkbar machen dürfte.

Deutlicher bemerkbar macht sich ein solches Entgelt bei den Dickschiffen. Werden keine Ausnahmen von der Regel gemacht, so steigen die Gestehungskosten automatisch an. Die Folge ist eine Energieträger unabhängige Konkurrenz zwischen zentraler und dezentraler Energieerzeugung, mit dem Vorteil einer markt-regulierenden Kostenbasis.

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