Bereits im Jahre 1938 bis 1942 ging das erste Kraftwerk in Lünen ans Netz und leistet heute 507 MW. Betrieben wird das Kraftwerk von der STEAG. Im Jahre 2008 ist dann der Startschuss für das Kraftwerk Lünen-Stummhafen gewesen. Seither wird an einem neuen Dickschiff für die Stromerzeugung gebaut. Ein modernes Kohlekraftwerk soll es sein, dass ohne Schornstein – allein durch Abgaskühlung auskommt.  Doch neben der Umweltbelastung kommt jetzt vor allem eine Kostenbelastung auf den Betreiber Trianel zu.

Der Neubau, der noch in diesem Jahr ans Netz gehen soll,steht unter keinem einfachen Stern. Bereits im Jahre 2011 kippte ein Gericht die Genehmigung,  nach einer Klage durch den BUND. Auch formierte sich eine Bürgerinitiative, die dem Neubau skeptisch gegenüber steht und auf ihren Seiten den Auszug der Greenpeace Meldung von vor einigen Wochen veröffentlicht hat, die Zahlen für die Belastung der Kraftwerke in Lünen beinhaltet.

Nach einer aktuellen Meldung der WAZ Mediengruppe drückt nun der Kostenschuh gewaltig. In noch unbestimmter Zeit – nach dem Atomausstieg – soll das Kraftwerk in die Gewinnzone kommen:

Selbst das neue hochmoderne 750-Megawatt-Kraftwerk Lünen ist auf absehbare Zeit nicht wirtschaftlich zu betreiben. 6,5 Cent pro Kilowattstunde wird der dort produzierte Strom kosten, gehandelt wird dieser an der Börse aber für 4 Cent. „Dieser Preisverfall war nicht vorherzusehen, als wir uns 2007 entschieden haben das Kraftwerk zu bauen“, sagt Wilmert. (Quelle: Der Westen)

Selbst im Jahre 2007 – nach dem ersten Atomausstieg – waren 750-Megawatt eine stolze Kapazität. Dafür muss es einen Markt geben. das Ziel 20% weniger bis 2020 der EU war zwar noch nicht definiert, dennoch hätte man auch damals bereits von einer Marktkonsolidierung auf Seiten der Großerzeugung ausgehen können.

Zu Gute kommt den Betreibern, dass der Preis für den Rohstoff Kohle von seinem Höchststand im Dezember 2010 = 136,50€ mittlerweile weit entfernt ist (91,60€ / Quelle: Wallstreet-Online). Ein Rückgang des Marktpreises des Primärenergieträgers um über 30% wirkt sich bei der Kalkulation fast 1 zu 1 auf die Wirtschaftlichkeit aus.

Schaut man auf die historischen Werte der EEX an,dann hatte  man scheinbar mit einer Erholung des Marktes gerechnet, der so nicht eingetroffen ist. Tatsächlich gehen die Preise für Strom an der Börse seit dem Jahre 2008 kontinuierlich zurück. Geht man von einem freien Markt aus, dann ist dieser definitiv gesättigt. Ein Wachstum der Abnahmemengen ist zumindest nicht mit Energiesparzielen vereinbar.

Wie schon im Beitrag „Brauchen wir wirklich eine Laufzeitverlängerung für die Kohleverstromung?“ besteht generell die Möglichkeit zum Export. Frei nach dem Motto, wenn in Deutschland kein Strom benötigt wird, dann bieten wir diesen im Ausland an. Der Preis für eine Killowattstunde liegt da bei ca. 5,6 Eurocent. Ein Betrag der noch immer unter der Rentabilität des Kraftwerkes sich befindet. Nahe liegen würde ja ein Export in die Niederlande. Dieser ist allerdings schwierig, da die Kapazitäten nur begrenzt sind (s.h. Engpassmanagement beim zuständigen TSO Tennet).

Im Oktober des letzten Jahres wird der BUND bei den Ruhrnachrichten zitiert mit den Worten:

„Trianel rechnet das Kraftwerk schön“

Vielleicht wurde auch auf der Wirtschaftlichkeitsbetrachtung so manches „mit der heißen Nadel gestrickt“. Im Jahre 2012 wurde im 80 KM Luftlinie entfernten Grevenbroich durch die RWE ein Braunkohlekraftwerk mit zusammen 2.100 MW in Betrieb genommen.

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