Ein Vorzeigeprojekt aus der Gemeinde Kall in Nordrhein-Westfalen ermöglicht auch kleineren Gemeinden und Bürgern mit schmalem Geldbeutel die Investition in erneuerbare Energien.

Das Energieteam Kall, eine aktive Gruppe ehrenamtlich tätiger Bürger der Gemeinde, hatte im Herbst 2012 den Vorschlag, alle noch verfügbaren und geeigneten Dachflächen auf den verschiedenen Objekten der Gemeinde an zwei regionale Energiegenossenschaften zu verpachten. Bereits in den vergangenen zwei Jahren hatte das Energieteam verschiedene Projekte im Bereich der Energieeinsparung, der erneuerbaren Energien und der Photovoltaik vorangetrieben.

Tobias Feld, Koordinator des Energieteams und Energieberater der Gemeinde Kall, sieht die Zusammenarbeit von Gemeinde, Genossenschaften und Bürgern aus folgendem Grund als besonders positiv:

„Diese Genossenschaften – und das war für uns ein zentrales Anliegen – sollten den Bürgern der Gemeinde Kall die Möglichkeit bieten, mit einer niedrigen Einlage Anteile zu erwerben und sich so an der Produktion von regenerativem Strom zu beteiligen.“

Dem Vorschlag des Energieteams hat die Politik inzwischen zugestimmt und mit den beiden regional ansässigen Energiegenossenschaften Neue Energie Nordeifel (NEN) mit Sitz in Schleiden und Eifel Energiegenossenschaft (Eegon) mit Sitz in Wiesbaum wurde im Rathaus ein entsprechender Vertrag unterzeichnet.

Kleine Einlagen mit große Wirkung

Schon ab 500 Euro sind Anteile an den Solarprojekten laut Tobias Feld zu erwerben, eine Summe die auch für Bürger mit kleinerem Budget aufzubringen sein dürfte. Die zur Verfügung stehenden Dachflächen der Gemeinde könnten insgesamt mit bis zu 400 Kilowattpeak bestückt werden. Damit ließe sich eine Menge von rund 350.000 Kilowattstunden klimafreundlichem Sonnenstrom erzeugen.

 „Durch die Bürgerbeteiligung profitieren ab sofort alle von der Investition in erneuerbare Energien: die Gemeinde Kall, die Genossenschaften und nicht zuletzt die Bürger und Verbraucher, die darüber hinaus aktiven Klimaschutz praktizieren“, so Feld, der ergänzen hinzufügte: „Alle Bürger der Gemeinde Kall haben ab sofort die Möglichkeit, mit einer überschaubaren Geldeinlage teilzuhaben an einem vorbildlichen Projekt zur Erzeugung von sauberem Strom.“

Ein Konzept das Schule machen könnte

Vom Imagegewinn abgesehen entstehen zahlreiche weitere Vorteile durch die Zusammenarbeit von Gemeinde, Genossenschaft und Bürger. Es werden Anlagen entstehen die durch die gemeinsame Finanzierung überhaupt erst möglich werden.

Zudem haben wenige aber größere Anlagen vor allem in puncto Unterhalt eine Fülle von finanziellen Vorteilen gegenüber privaten Photovoltaik-Aufdachanlagen. Denn je größer eine solche Anlage ist, desto kostengünstiger werden Aufbau, Wartung, Pflege und Versicherung für jedes einzelne Modul.

Sollte das Projekt erfolgreich verlaufen könnte es daher als Vorbild für zahlreiche weitere Gemeinden dienen. Dazu bedarf es wie im Falle von Kall, mit seinen knapp 12.000 Einwohnern, neben aufgeschlossen Politikern sicher auch entsprechend engagierte Bürger.

(von Byron Jochims)

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