Erneuerbare Energie: Nichts Neues, sondern bewehrt – Das älteste Kraftwerk Deutschlands

Kraftwerk Heimbach anno 1905

Foto: Frank Vincentz (Wikipedia)
Foto: Frank Vincentz (Wikipedia)

Ein schmuckes Jugendstilgebäude in der Eifel beherbergt die Turbinen des 18MW Urftkraftwerkes in der Nähe der Nationalparkstadt Heimbach. Es ist das älteste noch in Betrieb befindliche Kraftwerk in Deutschland und zeigt vor allem eines: Stromerzeugung aus erneuerbarer Energie ist deutlich langlebiger als seine fossile Konkurrenz.

Wirft man einen Blick auf die Kraftwerksliste der Bundesnetzagentur dann fällt an der Spitze der noch in Betrieb befindlichen Kraftwerke auf, dass sie alle auf Basis von erneuerbaren Energieträgern basieren und nach etlichen Re-Powerings und Aufrüstungen bis heute in Betrieb sind. Sieben Jahre nach dem Urftkraftwerk gingen im Jahre 1912 die Wasserturbinen in Genzach/Wyhlen und in Alsfeld das erste mal in Betrieb.  Letzteres führt die Liste der ältesten Unternehmenskraftwerke an, da es auf dem Werksgelände des Papierherstellers Sappi betrieben wird. Das Kraftwerk in Alsfeld ist damit auch das älteste Kraftwerk in Deutschland, dass nach dem EEG vergütungsfähig ist. Ebenfalls im Jahre 1912 ging die Verbrennungsanlage der Enertec in Hammeln ans Netz, welches heute mit Biomasse und Abfall für Wärme und Elektrizität sorgt.

Das älteste noch in Betrieb befindliche Kraftwerk mit einem fossilen Energieträger ist das in einem Industriepark befindliche Kraftwerk Obernburg. Bei diesem Kraftwerk sorgt Erdgas für Druckluft, Wärme, Kälte und natürlich auch Strom.

Bis zur Betriebsaufnahme des ersten Kohlekraftwerkes im Jahre 1936 wurden in Deutschland insgesamt 25 Wasserkraftwerke errichtet, die zusammen eine Leistung von 925 MW bis heute liefern. Vergleichsweise klein erscheinen da die heutige Nennleistung von 67 MW des ältesten Braunkohlekraftwerks in Deuben (bei Zwickau), welches durch die Mibrag (Mitteldeutsche Braunkohlengesellschaft) betrieben wird.

Wasserkraft ist die bewehrteste Art der Stromerzeugung

Zwar liegt der Anteil der Wasserkraft im aktuellen Strommix für Deutschland bei unter 6%, sie würden aber mit Sicherheit nicht von Unternehmen wie die RWE Innogy – im Falle des ältesten Wasserkraftwerkes – betrieben werden, wenn sich dies nicht rechnen würde.

Der Zubau ist nicht leicht, allerdings scheint die Nutzung der bestehenden Ressourcen mit vertretbarem Wartungsaufwand verbunden zu sein. Ganz im Gegenteil zu den alternden Kraftwerken der fossilen Verstromung, die regelmäßig die Störliste der EEX anführen.

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Veröffentlicht von Thorsten Zoerner

Seit dem Jahr 2007 beschäftige ich mich mit den Themen Stromnetz und Strommarkt. Parallel dazu entstand ein Blog, um Informationen zu den jeweiligen Themen bereitzustellen. Er ist unter blog.stromhaltig.de zu finden. Über das Thema Energiewirtschaft habe ich bislang drei Bücher veröffentlicht. In meinem 2014 erschienenen Buch zum Hybridstrommarkt beschreibe ich ein Marktdesign, das in Deutschland in das Gesetzespaket Strommarkt 2.0 aufgenommen wurde. Hierbei werden zwei Technologien des Strombezugs vereint: der Hausanschluss mit Bezug bei einem klassischen Stromanbieter und einen alternativen Bezug von erneuerbaren Energien. Die wirtschaftlichen Vorteile für ein solches Marktdesign sind erwiesen. Auch die Digitalisierung beeinflusst die Energiewirtschaft von morgen. Daher habe ich mich intensiv mit dem Thema Blockchain Technologie befasst. Blockchain ist eine Technologie, die den Austausch und die Dokumentation von Daten vereinfachen kann. Daher kann diese Technologie mithilfe der digitalen Möglichkeiten das heutige Energiesystem revolutionieren. Denn damit ist eine automatische Abgleichung von Energieerzeugung und Energieverbrauch möglich. Um zukünftige Herausforderungen und Chancen mitgestalten zu können, habe ich 2017 die Firma STROMDAO gegründet. Dort bin ich Geschäftsführer und möchte dafür sorgen, dass mithilfe der Blockchain Technologie und dem Hybridstrommarkt eine digitale Infrastruktur für die Energiewirtschaft der Zukunft aufgebaut wird. Der STROMDAO Mechanismus zur Konsensfindung für den Energiemarkt unterstützt dabei die Marktkommunikation aller beteiligten Akteure.

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