„Die Schwierigkeiten, die Offshore-Anlagen an das Stromnetz anzuschließen reduziert ihre Rentabilität“ und mache die ursprünglichen Kalkulationen hinfällig, sagt Marc Nettelberg, Analyst der DZ Bank AG. „Dadurch könnte die Energiewende zum Scheitern gebracht werden.“ (Quelle: Deutsche Wirtschafts Nachrichten)

Der Anschluß von Anlagen auf hoher See verzögert sich weiter. Gerade die Konzerne E.ON und RWE nehmen dies zum Anlass, den aktuellen Sparkurs damit zu rechtfertigen. Doch kann es an den fehlenden Erzeugungskapazitäten eigentlich nicht alleine liegen…

Das Konzerne generell mit Mischkalkulationen arbeiten ist ihr gutes Recht. Das Unternehmensbereiche auf den Prüfstand gestellt werden, wenn sie nicht die gewünschte Rentabilität bringen ist ebenso legitim. Letztendlich ist die Stärke eines Großunternehmens die Diversifikation des Risikos auf verschiedene Standbeine. Eine Mischkalkulation, die insgesamt aufgehen muss.

Kapaztätsverteilung RWE
Kapaztätsverteilung RWE

Schaut man auf die aktuelle Kraftwerksliste der BNetzA so lässt sich ermitteln, welche Kapazitäten die einzelnen  Unternehmen in ihrem Portfolio besitzen. Die RWE wird als Betreiber von 23,1 GW Nettoleistung genannt. Die E.ON kommt auf 19,7 GW (s.h. auch gefilterte Liste als Google-Doc-Export). Dabei handelt es sich um bereits existierende Anlagen mit Netzanschluss, die zur Stromerzeugung des Konzerns nutzen. Darin enthalten sind auch die Leistungen der Kernkraftwerke (RWE ~2.6GW / E.ON ~6.8 GW). Mit deren Abschaltung wird den beiden Unternehmen ein empfindlicher Anteil am Strom(erzeugungs)markt wegbrechen.

Kapaztätsverteilung E.ON
Kapaztätsverteilung E.ON

Eine Kompensation soll(te) für die beiden Konzerne die Investition in den Offshore Wind sein. Nach der Webseite von RWE plant das Unternehmen 5 GW an Leistung vorzuhalten. Im Bau befindlich sind für ganz Europa 1 GW an Leistung. Bei E.ON zählt man 0,3 GW an zuätzlicher Leistung bis 2015 für Deutschland, hat aber bereits 2 Parks mit zusammen 0,38 GW an Kapazität im Betrieb.

Das die Investition in einen neuen Energieträger eine ganz andere Kosten/Etragsstruktur mit sich bringt steckt bereits im Begriff Investition:

„Ganz allgemein kann man den Begriff der Investition definieren als die bewusste Inkaufnahme eines sicheren Nachteils in der Gegenwart zugunsten eines unsicheren künftigen Vorteils.“ (Quelle: TEIA AG)

Was war eigentlich die Basis der ursprünglichen Kalkulation und die Absicht hinter der Investition?

„Derzeit investieren wir 2 Milliarden Euro in drei neue Offshore-Windprojekte“ (E.ON)

Aus dem einleitend verlinkten Beitrag lässt sich entnehmen, dass E.ON Vermögenswerte in Höhe von 18 Milliarden Euro verkaufen musste (Tochter DEA) und sich die beiden genannten Konzerne die Energiewende wegen ihrer Schulden nicht mehr leisten können.

Fazit

Gerne bin ich bereit eine Gegendarstellung zu diesem Beitrag zu veröffentlichen, wenn mir jemand die Zusammenhänge auf eine andere Art schlüssig erklären kann.

Den Beitrag "Energiewende-Konzerne - Erfolg kann nicht von Offshore Wind abhängig sein... offline Lesen:

Ein Gedanke zu “Energiewende-Konzerne – Erfolg kann nicht von Offshore Wind abhängig sein…

  1. Pingback: Überrascht vom Offshore Wind | blog.stromhaltig

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