Eigentumsverteilung an der Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energieträgern
Eigentumsverteilung an der Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energieträgern

Eigentum verpflichtet. Bedeutet aber auch Macht und Einfluss – besonders,wenn es um die Energiewende geht. 

Die aktuellen Zahlen der Agentur für Erneuerbare Energien zeigen, dass die Energiewende bislang vor allem eine Bürgerenergiewende ist. Gerade einmal 12% der Erzeugungskapazitäten werden von den Energieversorgern kontrolliert. Im Vergleich zu 35%, die sich im Jahre 2012 im Eigentum der Privatpersonen befinden. Bei den konventionellen Kraftwerken haben die Energieversorger einen Anteil von über 90% am Eigentum.  Werden die Bürger zu Energieversorgern? Existenzängste made by Energiewende.

Schaut man die Stromerzeugung aus konventionellen Kraftwerken an, so sieht man hinsichtlich der Eigentumsverteilung einen Anteil von über 90% im Besitz von Energieversorgern. Die Welt ist hier noch wie gewohnt: Der Strom kommt vom Versorger. Viele Versorger haben allerdings gerade im vergangenen Jahrzehnt die Investition in die Erneuerbaren etwas verschlafen – oder lieber in die bewehrte Kraftwerkslandschaft investiert. Die Rolle als Versorger verblasst…

Interessant ist, dass noch vor einigen Jahren in Medienberichten sehr häufig von „Energieversorgern“ die Rede war. Jemand der dafür sorgt, dass Energie in die Häuser kommt. In aktuellen Meldungen liest man allerdings immer häufiger von Netzbetreibern und den Netzen. Der Fokus wandelt sich von der Wichtigkeit der Erzeugung von elektrischem Strom hin zur Wichtigkeit des Transportes. Versorgungssicherheit wird in vielen Meldungen mit der Qualität des Netzes verknüpft und weniger mit den Erzeugungseinrichtungen selbst. Erkennbar wird dieser Veränderung am Begriff „Grundversorger“, der noch vor einigen Jahren besonders in der Fachpresse häufig zu finden war. Heute liest man nur noch etwas von den „Verteilnetzbetreibern“.

Netze sind ein natürliches Monopol. Im Gegensatz zu Mobilfunknetzen wird es auf einem Gebiet/Stadt/Kommune nur ein Stromnetz geben. Die Städte/Gemeinden vergeben hierfür eine Konzession an ein Unternehmen, welches für den Betrieb verantwortlich ist.

Stromnetz in Bürgerhand“ hört man aus der Hauptstadt, bei der im kommenden Jahr die Konzession für das Stromnetz ausläuft und eine Genossenschaft sich um den zukünftigen Betrieb des Netzes aus öffentlicher Hand kümmern will (s.h. Bericht in der TAZ). In Hamburg soll ein Volksentscheid parallel zur Bundestagswahl über eine Rückführung des Stromnetzes entscheiden.  Ein etwas kleinerer Rahmen hat der Stromnetz-Coup des Elsenztals, der sich aktuell noch in der rechtlichen Prüfung befindet.

Die Verschiebung auf der Erzeugungsseiten weg von den EVUs hin zu Privatpersonen, setzt sich bei den Netzen fort in einer Verschiebung von den EVUs hin zur öffentlichen Hand. Bleibt die Frage,welche Rolle die EVUs im Jahre 2020 einnehmen?

Aktuell besteht mit Sicherheit noch eine Dominanz an Know-How über die Betriebsführung. Der Anteil von 14% der Erneuerbaren Anlagen im Eigentum von Projektieren zeigt mir allerdings, dass  man dieses Know-How scheinbar noch nicht als USP sieht. Energieberatung für die Stromkunden? – Die Geschäftsmodelle scheinen etwas schwach… –

Vorweg gehen ist auch eine Art des Weglaufens vor Problemen.

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