Visualisierung: Agora Energiewende
Visualisierung: Agora Energiewende

„Deutschland verbrennt wieder mehr Stein- und Braunkohle – und gefährdet damit die Klimaziele. Dabei braucht das Land diese Mehrproduktion gar nicht.“ (Eicke Weber — Fraunhofer ISE in der Süddeutschen)

Direkt in den Export geht der Strom, der bei uns mit CO2 Aufwand verbunden erzeugt wird. Gut für die Ausßnhandelsbilanz – schlecht für das Klima. Gerade das politische Klima zu den Nachbarländern sollte beachtet werden, denn ganz freiwillig nimmt man den Deutschen Strom dort nicht. Gerade in der Woche, in der sich die Rekorde überschlagen…

„Erstmals wurde Deutschland an einem laststarken Werktag zwischenzeitlich zu mehr als 50 Prozent mit Strom aus Wind- und Solaranlagen versorgt“, sagte IWR-Direktor Dr. Norbert Allnoch in Münster. (Quelle: Sonnenseite).

In der letzten Woche wurde auch die Verschärfung des CO2 Handels abgelehnt (s.h N24). Eine Verknappung der CO2-Zertifikate hätte für eine Steigerung des Preises für Strom an der Börse gesorgt und damit tatsächlich für eine Reduktion der Kohleverstromung. Wirtschaftsminister Rösler (FDP) freut sich über diese Entscheidung, wie den Agenturmeldungen zu entnehmen ist. Fraglich, ob diese Freude nicht sehr kurzfristig gedacht ist? (Müssen ja nur noch bis zum 22.9. durchhalten…)

Strompreis International

Bislang war die Energiewende hauptsächlich ein lokales Thema – und wird zumindest in der Publizistik auch gerne auf Deutschland beschränkt. Die Großerzeuger von Strom aus Kohle sind aber schon viele Jahre international aufgestellt. Das europäische Verbundnetz ENTSOe erlaubt es elektrische Energie wie jede andere Handelsware zu betrachten. Es existiert ein Angebot, eine Nachfrage und einen Weg zur Distribution. Damit letzterer richtig funktioniert ist ein Netzausbau notwendig, der durch den Netzentwicklungsplan für Deutschland gegeben ist.

Durch den Merrit-Order Effekt gehen mit mehr Strom aus regenerativen Energiequellen die Preise an der Strombörse zurück. Eigentlich könnte dies zu einer Verdrängung  der Kohlekraftwerke führen, wie unlängst auch RWE Chef Terium andeutete. Dies gilt allerdings nur solange, wie man Deutschland als geschlossenen Markt betrachtet. Sobald man unsere Nachbarn mit in die Bilanz aufnimmt, relativiert sich der Merrit-Order Effekt. Betreiber von Kohlekraftwerke bekommen eine zweite Chance zur Vermarktung.

Inhalt nicht verfügbar.
Bitte erlauben Sie Cookies, indem Sie auf Übernehmen Sie auf das Banner

Deutschland wird nicht blau…

Ob sich Kraftwerksbetreiber unserer Nachbarn die neuen Kohle-Konkurrenten aus Deutschland auf Dauer gefallen lassen sei mal dahingestellt. Es ist ein einfacher Marktmechanismus, dass der Preis sinkt, wenn das Angebot größer wird. Vergleicht man den Preis von 4 Cent je KWh auf dem Heimatmarkt mit den 5,6 Cent je KWh im Export, dann wird verständlich warum es hier um ein schönes 3,7 Mrd € Geschäft geht, wie auch Craig Morris von Renewables International feststellt.

Am Montag den 22.04.2013 erscheint von der Bundenetzagentur der neue Monitoringbericht für das Jahr 2012. Im vergangenen Jahr fand man darin die schöne Aussage:

In 2011, Germany was once again the hub for electricity exchange in the central European
interconnected system. Compared to the year 2010, the average available transmission capacity decreased, for various reasons, across all German cross-border interconnectors, by 7.12 percent, to 21,336 MW (import and export capacity).

Parallelgesellschaft

Auf der einen Seite wird über den Markt in Deutschland diskutiert. Die Erzeugung aus Erneuerbaren Energieträger gar als „Teufelszeugs“ tituliert. Auf der anderen Seite wird der Absatz von erzeugtem Strom im Ausland auf ein Rekordniveau getrieben.

„Wer jetzt wieder von einem Überangebot an Wind- und Solarenergie redet, vergisst: Es ist allenfalls zu viel Kohlestrom im Netz“, betont Hermann Falk, Geschäftsführer des Bundesverbands Erneuerbare Energie (BEE) – (Quelle Heise)

Der Kohlestrom im Deutschen Netz ist tatsächlich zuviel, aber bitte nicht zu laut schreien, ansonsten fällt auf, wer sich daran eine goldene Nase verdient – und wer nicht. Die Eigentümer von Wind- und Solaranlagen stehen in der Kritik für eine Schieflage, die durch das Exportgeschäft der Kohleverstromung entstanden ist.

Mein besonderer Dank geht für den 19.04.2013 an die Niederlande für die Abnahme von 66 GW im Tagesverlauf (Quelle: ENTSOe).

Den Beitrag "Brauchen wir wirklich eine Laufzeitverlängerung für die Kohleverstromung? offline Lesen:

Kommentar hinterlassen

<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong> 

benötigt