Stromanbieter und ihre Prognosen
Stromanbieter und ihre Prognosen

„Ihren  monatlichen Abschlagsbetrag haben wir aufgrund des zu erwartenden Bedarf für den aktuellen Abrechnungszeitraum auf 134,00 € festgesetzt“

Keine Erklärung, wie sich der Betrag zusammensetzt, keine Möglichkeit mit welchem Jahresverbrauch gerechnet wurde. Wer auf ein solches Schreiben nicht reagiert und überprüft, der zahlt schnell mehr als das Doppelte. In diesem Fall hat die Süwag (RWE Tochter) nach einem Telefonat die Abschlagszahlungen auf 53,00 € angepasst. Das schockierende bei der Netz-Tochter Syna waren die Verbrauchsdaten des Anschlusses vorhanden…

Im Stromnetz wird sehr viel mit Prognosen gearbeitet. Manchmal zur Steuerung der Prozesse, der Planung von Kraftwerken und eben auch bei der Abrechnung der einzelnen Anschlüsse. Doch gehört es zum guten Stil, dass die Daten auch nachvollziehbar sind. Bei den Abschlagsberechnungen für Privatkunden gibt es hierzu keine rechtliche Verpflichtung. Weshalb es doch das eine oder andere Mal zu Ungereimtheiten kommt, die für den Kunden nur schwer aufzuklären sind. Die realen Kollegen von Danni Lowinski würden es wohl als lückenlose Beweisführung beschreiben.

Wie hoch ist den nun der Jahresverbrauch?

Mit einem vernünftigen SmartMeter Portal kann man für jeden Tag den Zählerstand rückwirkend abrufen. Handelt es sich zum Beispiel um eine Wärmepumpe, wie im eingangs beschriebenen Fall, dann macht eine Unschärfe von einem Monat schon einen Unterschied im zweistelligen Prozentbereich aus.

Auswertung Strombezugskosten
Auswertung Strombezugskosten

Man muss an dieser Stelle allen Versorgern, die ich kenne zugute halten, dass sie beim gelingen einer lückenlosen Beweisführung die Abrechnung schnell und unkompliziert anpassen. Rechnet man allerdings nicht nach, läuft man Gefahr, dass man über ein Jahr schnell mehrere Hundert Euro in Vorleistung gehen muss. Für Kunden von Discovergy habe ich unter meter.stromhaltig.de/discovergy/ eine Berechnung von Differenzen zwischen Abschlagszahlungen und tatsächlichem Verbrauch hinterlegt. Auch werden auf dieser Seite der tatsächliche Preis je Kilo-Watt-Stunde ausgerechnet, der die Grundkosten (Netzentgelt, Zähler,…) enthält.

Problem ist nicht das Metering – Problem sind internen Prozesse

Dem Kunden kann es leider nicht egal sein welche Methodik zur Ermittlung der Abschlagsbeträge verwendet wird. Der Mutterkonzern des oben genannten Lieferanten hatte erst in dieser Woche bekanntgegeben, dass es zukünftig den gesamten Bereich des Ablesens von Stromzählern in das eigene Unternehmen RWE Metering ausgliedern möchte. Know How möchte man in dieser neuen Unternehmung bündeln. Die Erstellung von Verbrauchsprognosen dürfte dabei nur eine Teilaufgabe sein.

Im Jahre 2005 wurde in Deutschland der Messstellenbetrieb liberalisiert. Seither kann man seinen Stromzähler unabhängig vom Netzbetreiber/Grundversorger betreiben lassen. Der Messstellenbetreiber muss das Ablesen der Daten sicherstellen und per elektronischer Übermittlung sicherstellen, dass der Netzbetreiber/Grundversorger die Zählerdaten zur Abrechnung erhält. Diese Verbrauchsdaten werden dann mit dem Stromanbieter des Kunden abgerechnet, der letztendlich die Abrechnung mit dem Kunden übernimmt. Ein recht langer Prozess, der allerdings vollständig automatisiert abläuft. Die Sicherstellung der Richtigkeit innerhalb dieser Datenübertragungen sollte eigentlich mit der einer elektronischen Banküberweisung vergleichbar sein. Das dem nicht so ist, zeigt das folgende Zitat aus der Mail eines Stromdiscounters an Stromkunden:

„Als unabhängiger Energieanbieter sind Unternehmen wie wir bei vielen Leistungen, die direkt mit den Zählerständen und tatsächlichen Energieverbräuchen zusammenhängen, auf die örtlichen Verteilnetzbetreiber angewiesen. So basieren z.B. auch unsere Jahres- und Schlussrechnungen vornehmlich auf den Zählerangaben (laut Gesetz für den Anfangs- und Endzählerstand) und den Verbrauchsrechnungen der Netzbetreiber. Bei mehreren Hunderttausenden Kunden und über 1000 Verteilnetzbetreibern kommt es bedauerlicherweise auch vor, dass auch nach gründlicher Recherche keine brauchbaren Daten oder Daten, die einen unplausiblen Verbrauch (zu hoch oder zu niedrig) ergeben, vorliegen. In diesen Fällen wird zunächst eine Rechnung auf Basis von geschätzten Werten erstellt, welche zu jeder Zeit korrigiert werden kann.“

Leider zeigt dieses Zitat, dass die Probleme an den „internen Prozessen“ der Unternehmen liegen. Strom zu liefern an Privatkunden ist ein Massengeschäft. Die Übermittlung von Messdaten ein Standardvorgang, für den es automatisierte, transaktionsgesicherte Systeme gibt. Falsche Prognosen, oder falsche „Zählerdaten“ sind ein Armutszeugnis für eine gesamte Branche. Die Masse der Ablesungen kann dabei nicht das Problem sein. In einer Zeit vor Telefonflatrates wurden Telefongespräche – teilweise sekundengenau – über Anbietergrenzen hinweg abgerechnet. Eine Vorauszahlung mit einer festen Höhe gab es nicht, sondern es wurde nahe an der Nutzung mit dem Kunden abgerechnet.

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  1. Pingback: Stromkosten mit einem Smart Meter senken – Nebenkosten-Runter.de

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